Neues Freihandelsabkommen macht Export von E-Autos nach Australien günstiger

Nach rund acht Jahren Verhandlungen haben die EU und Australien ein umfassendes Freihandelsabkommen vereinbart. Es sieht deutliche Handelserleichterungen für fast alle Wirtschaftssektoren und Produkte vor, so auch für Elektroautos, Batterien und kritische Rohstoffe wie Lithium.

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Bild: Pixabay/MLbay

Mit dem Abkommen sollen Handelshürden und Zölle deutlich reduziert und in den meisten Fällen sogar komplett abgeschafft werden. Die Vereinbarung sieht dabei die Abschaffung von mehr als 99 Prozent der Zölle auf EU-Exporte nach Australien vor und senkt zudem Zölle auf Importe kritischer Mineralien. Für europäische Unternehmen bedeute dies eine jährliche Ersparnis von einer Milliarde Euro an Zollgebühren, so die EU-Kommission. Speziell für die EU-Automobilindustrie sieht die EU-Kommission durch den Deal ein Wachstumspotenzial von 52 Prozent in Australien in den nächsten zehn Jahren.

Für die Autobranche relevant sind vor allem zwei Maßnahmen: So entfällt der bisherige Zollsatz von fünf Prozent auf Auto-Importe von der EU nach Australien komplett, was für Fahrzeuge aller Antriebsarten gilt, also auch für E-Autos. Umgekehrt entfallen die EU-Zölle von bis zu 4,5 Prozent auf Autoteile aus Australien, was den Import der Komponenten in die Europäische Union attraktiver machen soll.

Zudem wird die australische Luxury Car Tax (LCT), bislang eine der größten Hürden für europäische Premium-Hersteller für den Export nach Australien, im Bereich Elektroautos entschärft: Lag der Schwellensatz, ab dem E-Autos der LCT unterliegen, bislang bei 91.387 Australischen Dollar (ca. 55.000 Euro), wird dieser nun auf 120.000 AUD (ca. 72.250 Euro) angehoben.

Viele europäische Premium-E-Autos wie der Audi Q6 e-tron oder der BMW iX3 kosten in Australien zwischen 95.000 und 115.000 AUD. Bisher mussten Käufer für jeden Dollar über dem Schwellenwert von 91.387 AUD die 33 Prozent Luxussteuer zahlen. Künftig fallen diese Autos komplett aus der Luxussteuer heraus. Die EU-Kommission geht davon aus, dass durch die Erhöhung des Schwellenwerts rund 75 Prozent der Elektrofahrzeuge aus der EU von der Zahlung der Luxussteuer befreit sein werden. Für Verbrenner-Fahrzeuge bleibt der Schwellenwert hingegen bei 91.387 AUD.

VDA-Präsidentin Hildegard Müller erklärte im Vorfeld, das Handelsabkommen werde für die europäische Automobilindustrie „erhebliche Chancen eröffnen“, vor allem auch für die exportorientierten deutschen Hersteller, die auf dem australischen Markt mit starker Konkurrenz aus China und Japan um Anteile ringen, berichtet das „Handelsblatt“. Müller weiter: „In Zeiten von zunehmendem Isolationismus und Protektionismus sendet das Abkommen ein kraftvolles Signal für fairen und regelbasierten Handel.“ Laut VDA wurden 2025 rund 44.000 Autos von Deutschland nach Australien exportiert.

Interessant für das europäische Elektroauto-Ökosystem zudem: Es entfallen auch die EU-Zölle auf kritische Mineralien (5,5 Prozent) sowie Lithiumhydroxid (5,3 Prozent) aus Australien, wovon europäische Batteriehersteller profitieren sollen. Australien sei ein bedeutender Produzent von Rohstoffen wie Aluminium, Lithium und Mangan, die für die wirtschaftliche Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der EU von entscheidender Bedeutung seien, so die EU-Kommission in einer Stellungnahme. Die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen werde voraussichtlich deutlich steigen, und die EU sei weiterhin stark von Importen abhängig. Das Abkommen erleichtere der EU den Zugang zu australischen Rohstoffen.

handelsblatt.com, n-tv.de, europa.eu

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