Schon über 25.000 Elektro-CLA in Europa

Der vollelektrische CLA von Mercedes-Benz wurde bis einschließlich Februar in Europa knapp 25.500 Mal zugelassen. Die meisten davon sind – wenig überraschend – in Deutschland zugelassen. Auf dem chinesischen Markt sind die erfassten Stückzahlen aber geringer.

Mercedes benz cla min
Bild: Mercedes-Benz

Die neue CLA-Generation, die zunächst rein elektrisch angeboten wird und erst später als Hybrid auf den Markt kommt, wurde vor recht genau einem Jahr vorgestellt. Das erste Modell auf Basis der neuen Plattform MMA (Mercedes Modular Architecture) wurde von den Stuttgartern damals als Auftakt zur größten Modelloffensive in der Unternehmensgeschichte bezeichnet – 40 neue oder überarbeitete Modelle sollen bis 2027 kommen, darunter mehrere Elektroautos.

Nach der wenig erfolgreichen EQ-Serie mit sehr eigenständig designten Elektroautos hat Mercedes unter CEO Ola Källenius die Kehrtwende vollzogen und die neuen Elektromodelle (wenn auch teils auf reinen Elektroplattformen) beim Design wieder deutlich näher an die Verbrenner-Modelle gerückt. Das wird auch in der Namensgebung deutlich, da auch die E-Modelle künftig die bekannten Namen wie CLA und GLC tragen – nur mit dem Zusatz „mit EQ-Technologie“.

9.600 Elektro-CLA in Deutschland

Und in Europa scheint diese Strategie aufzugehen, wie Auswertungen von Dataforce für das Handelsblatt nahelegen. Demnach wurden seit den ersten Auslieferungen im August 2025 rund 25.500 elektrische CLA zugelassen. „Mit insgesamt mehr als 9.600 gibt es die meisten in Deutschland. In Großbritannien sind es 3.700 Zulassungen, in Belgien knapp 2.400“, heißt es in dem Bericht weiter. 30 Prozent der Fahrzeuge wurden offenbar an Privatkunden verkauft, 50 Prozent an Gewerbekunden, womit 20 Prozent als Eigenzulassungen bleiben. Bei einem neuen Modell und einem Unternehmen wie Mercedes-Benz mit vielen Dienstwagenfahrern ist das kein ungewöhnlich hoher Wert.

Nach den ersten 897 Neuzulassungen in Europa im August gab es im September und Oktober mit 3.512 bzw. 3.574 Neuzulassungen schon ein deutliches Wachstum. Bis zum Jahresende hat der CLA-Absatz in Europa weiter stetig zugelegt, im Dezember waren es etwa 4.750 Einheiten. Zu Jahresbeginn gehen die Neuzulassungen traditionell etwas zurück, im Januar (3.871) und Februar (3.775) wurde aber das Niveau aus dem September/Oktober leicht übertroffen.

Dementsprechend zufrieden ist man in Stuttgart mit dem Start des CLA in Europa: „Der neue vollelektrische CLA hat unsere Erwartungen auch im Februar signifikant übertroffen“, sagte Vertriebsvorstand Mathias Geisen dem Handelsblatt. „Die Auftragsbücher reichen bis weit in die zweite Jahreshälfte 2026.“

Was das Bild etwas trübt, ist jedoch der Blick nach China: Die dort gebaute Langversion des elektrischen CLA verkauft sich noch nicht so gut wie das Europa-Pendant aus der Fabrik in Rastatt. Der Anbieter Marklines hat seit dem Auslieferungsbeginn in China nur rund 1.600 Einheiten registriert, allerdings ist der CLA in China erst ab Oktober ausgeliefert worden und in den Daten fehlt auch der Februar. Allerdings hat der China-Absatz in keinem Monat auch nur das Niveau des August 2025 in Europa (897 Einheiten) erreicht, das Maximum waren 682 neue CLA im Dezember. Dennoch ein Lichtblick: Der elektrische CLA hat sich im Januar besser verkauft als alle anderen EQ-Modelle von Mercedes. Das Problem: Es waren nur 220 Fahrzeuge. Allerdings haben in China gestrichene Förderungen den E-Auto-Markt im Januar allgemein belastet.

handelsblatt.com

6 Kommentare

zu „Schon über 25.000 Elektro-CLA in Europa“
Uwe Walter Bosse
26.03.2026 um 21:19
Unter den deutschen Marken hat Mercedes die Nase vorn weil sie eine klassische Elektro-Limousine anbieten die auch preislich noch im Mittelklasse-Bereich liegt.
Kumpelanton
27.03.2026 um 08:34
Hab ihn gerade mal so konfiguriert, wie ich mein nächstes Auto bestellen werde und komme dabei locker auf 61000€. Das ist Mittelklasse?
Micha
27.03.2026 um 11:23
Was denn sonst? Die Preise sind vergleichbar mit anderen Mittelklassewagen, sei es 3er, Passat, ID.7, A5. Übrigens ziemlich egal ob elektrisch oder Verbrenner. Mir ist das auch zu teuer, ändert aber nichts an der Definition.
Paul-Gerhard Fenzlein
27.03.2026 um 08:07
Was bringt es Mercedes und den anderen deutschen OEMs, wenn sie im vergleichsweise kleinen deutschen Markt noch einigermaßen erfolgreich sind, in China aber dort, wo sie noch vor wenigen Jahren einen großen Teil ihrer Gewinne erzielt haben, im riesigen Wettbewerbsumfeld kaum noch eine Rolle spielen? Genau darin liegt das eigentliche Problem: Das, was deutsche Autokäufer und deutsche Ingenieure unter einem „guten“ Elektroauto verstehen, ist oft nicht das, was in China über den Markterfolg entscheidet. Dort zählen neben Verarbeitung und Marke vor allem Software, Bedienkonzept, Ladegeschwindigkeit, Preis-Leistungs-Verhältnis und der Lifestyle-Faktor eines Modells. Die monatlichen Verkaufszahlen zeigen das deutlich, auch wenn Mercedes bei neuen Modellen bereits mit hohen Rabatten arbeiten muss. Der Xiaomi SU7 war zeitweise mit rund 25.000 Neuzulassungen pro Monat eine der beliebtesten Limousinen in China. Das Tesla Model 3 kam ebenfalls weiterhin auf hohe Stückzahlen. Und selbst der inzwischen nicht mehr ganz neue NIO ET5 beziehungsweise ET5 Touring konnte sich als beliebtes Lifestyle-Auto bei jungen chinesischen Käufern behaupten. Dagegen wirken die Absatzzahlen des Mercedes CLA in China bislang eher schwach — auch wenn man fairerweise sagen muss, dass das Modell dort noch vergleichsweise neu am Markt ist. Genau das zeigt aber das strategische Dilemma der deutschen Hersteller: Ein ordentlicher Auftritt in Deutschland oder Europa kann helfen, kurzfristig Umsatz und Marge zu stabilisieren. Er ersetzt jedoch nicht die frühere Ertragskraft in China. Wenn Mercedes, BMW und Audi dort im Elektroauto-Markt dauerhaft an Bedeutung verlieren, ist der Heimatmarkt zu klein, um das aufzufangen.
WH
27.03.2026 um 11:25
Der neue CLA ist schon ein gutes Elektroauto, vielleicht das erste "richtige" das Mercedes endlich mal anbietet, das nicht nur ein ineffizienter Kompromiss auf Verbrennerplattform oder Alibi-Produkt ist, durchaus auf Höhe des neuen BMW iX3 Es ist aber halt was Performance und Software angeht immer noch kein Tesla (oder Xiaomi, die fast das gleiche anbieten mittlerweile) und damit in China nur ein "me too" product das auch noch (deutlich) teurer ist als die Konkurrenz und sich nur über die Marke verkauft weil der Stern drauf ist. Bei den Verbrennern hat Mercedes in China letztes Jahr über 100000 Einheiten Absatz verloren, seit 2023 sogar 25%. BMW in ähnlicher größenordnung, bei VW sind es über eine halbe Million Fahrzeuge weniger seit 2023, wobei da auch die Elektroverkäufe massiv eingebrochen sind. Der Abwärtstrend bei den Verbrennern in China wird 2026 so weiter gehen.
andre_e
28.03.2026 um 08:18
Sehr gute Antworten und ohne das sonst übliche Bashing gegeneinander. Ziel kann in meinen Augen nur sein, so viel wie möglich gleiche Teile zu konstruieren und aussen und innen auf den jeweiligen Markt anzupassen. Das wird natürlich auch gemacht, aber der Chinesische Markt sollte mehr von Mitarbeitern aus China begleitet werden. Vielleicht bringt es etwas.

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