VW und Rivian schließen Wintertests ab

Das Joint Venture Rivian and Volkswagen Group Technologies (RV Tech) hat die Wintertests seiner serienorientierten zonalen Architektur für die erste Generation software-definierter Fahrzeuge erfolgreich abgeschlossen.

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Bild: Volkswagen

In den mehrmonatigen Tests in Phoenix (USA) und Arjeplog (Schweden) wurden Funktionalität und Leistungsfähigkeit von Elektronik und Software durch ein gemeinsames Team der Marken Volkswagen, Audi, Scout und RV Tech bestätigt, wie der VW-Konzern mitteilt. Dabei wurden Referenzfahrzeuge wie der VW ID.EVERY1 sowie Modelle von Audi und Scout mit der SDV-Architektur (Software Defined Vehicle) von RV Tech erprobt. Laut einem zu der Meldung veröffentlichten Pressebild von den Wintertests hat VW einen gekürzten ID.3 als Mule Car für den E-Kleinstwagen verwendet, der bei der aktuellen VW-Namensgebung eventuell als ID. Up auf den Markt kommt – und nicht wie einst geplant als ID.1.

Der VW-Konzern will die gemeinsam mit dem US-Startup entwickelte SDV-Architektur in Elektrofahrzeugen in Märkten der westlichen Hemisphäre einsetzen – für China verfügt VW über eine ähnliche Partnerschaft mit Xpeng. „Kundinnen und Kunden sollen unter anderem hochautomatisierte Fahrfunktionen sowie moderne Infotainment-Lösungen erhalten, die sich mit Over-the-Air-Updates aktualisieren und erweitern lassen“, so der deutsche Autobauer.

Das jetzt abgeschlossene Testprogramm war in zwei Phasen unterteilt. Bei den Testfahrten in Arizona wurden die Softwarefunktionen final festgelegt und Funktionstests in den Referenzfahrzeugen durchgeführt, um diese für die anschließenden Wintertests in Europa vorzubereiten. Im nordschwedischen Arjeplog fanden dann die eigentlichen Stresstests unter extremen Bedingungen statt. „Die Teams prüften unter anderem das Zusammenspiel von Hard- und Software bei Funktionen wie Allradantrieb, Traktionskontrolle sowie Fahrleistungen. Auch Over the Air (OTA) Funktionalitäten wurden validiert“, wie VW mitteilt.

Und mit den Ergebnissen zeigt sich der Autobauer offiziell hochzufrieden. Die Tests hätten belegt, „dass die SDV-Architektur unter harten winterklimatischen und anspruchsvollen fahrdynamischen Bedingungen bereits zuverlässig funktioniert“. Damit seien die Voraussetzung für die nächsten Entwicklungsschritte im Joint Venture sowie die weitere Planung in den Marken gegeben – auch bei einem Zwischenfazit im November 2025 war VW voll des Lobes für den US-Partner. „Mit dem erfolgreichen Abschluss der Wintertests zeigt unser Joint Venture erneut, wie schnell und präzise dort gearbeitet wird“, sagt auch VW-CEO Oliver Blume. „Die enge Verzahnung zwischen dem Joint Venture, unseren Marken und dem Konzern folgt dabei einem klaren Ziel: Menschen mit Produkten und Technologien zu begeistern, die Maßstäbe setzen. So treiben wir im Volkswagen Konzern unsere Entwicklung entschlossen voran – mit dem Anspruch, der globale automobile Technologietreiber zu werden.“

Allerdings gab es auch immer wieder Berichte und kritische Kommentare, wonach es hinter den Kulissen nicht immer ganz so rund läuft, wie es in den Mitteilungen des VW-Konzerns rund um eines der Vorzeige-Projekte des Vorstandsvorsitzenden dargestellt wird. So arbeitet Rivian etwa selbst mit Hochdruck an der Premiere seiner zweiten Baureihe R2, die für das Unternehmen aufgrund der erhofften Stückzahlen enorm wichtig ist. Auch die zugehörige Software-Entwicklung benötigt offenbar mehr Kapazitäten. In der offiziellen Kommunikation geht VW aber nicht auf derartige Misstöne ein.

Allerdings betonen die Wolfsburger, dass die eigenen Marken parallel zur Rivian-Kooperation die eigene Softwarekompetenz für das softwaredefinierte Fahrzeug stärken. So will etwa Volkswagen Pkw ab Anfang Mai mit einem lange vorbereiteten Qualifizierungsprogramm starten: Software-Spezialisten werden in mehrmonatigen Praxisphasen in Palo Alto und weiteren RVT-Standorten „ihr Wissen über Architektur und Code aus dem Joint Venture vertiefen“ – Audi und Porsche wollen ebenfalls in Kürze mit solchen Programmen an den Start gehen. Aufhorchen mit Blick auf die Zukunft von RV Tech lässt aber der nächste Satz: „Nach ihrer Rückkehr nach Wolfsburg bringen sie dieses Know-how als Multiplikatoren in ihre Entwicklungsabteilungen ein, um markenspezifische Funktionen in Wolfsburg schneller in künftige Serienmodelle zu integrieren.“

volkswagen-group.com

1 Kommentar

zu „VW und Rivian schließen Wintertests ab“
Joerg
27.03.2026 um 18:11
Vorbereitungen für monatelange Vertiefung, dann Multiplikation, damit irgendwann mal das Wissen in der Produktion ankommt - das wird wohl noch dasein oder andere Jahr dauern….

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