E-Lkw-Korridor zwischen Frankreich und Marokko geplant

Chery Heavy Trucks, Gotion und Green Power Morocco haben eine Vereinbarung zur Entwicklung eines 2.000 km langen Elektro-Logistikkorridors zwischen Marokko und Frankreich getroffen. Durch die Kombination von Elektro-Lkw, Akku-Tauschstationen und digitalem Flottenmanagement sollen die Emissionen reduziert werden.

Agadir morocco pixabay mhamediyoussef cropped
Bild: Pixabay/ Mhamediyoussef

Im Rahmen des Projekts gründen der chinesische Batteriehersteller Gotion, dessen größter Aktionär Volkswagen ist, sowie Green Power Morocco ein Joint Venture, das für den Flottenbetrieb, die Batteriewechselinfrastruktur, intelligente Dispositionsysteme und die Integration von Energiespeichern verantwortlich sein wird.

Der geplante 2.000 Kilometer lange Korridor verbindet Agadir in Südmarokko über den Hafen von Tanger mit Perpignan in Südfrankreich. Laut Gotion wird die Strecke derzeit täglich von rund 2.000 schweren Lkw befahren.

Ein zentrales Element ist eine Batteriewechsellösung, die Fahrzeugausfallzeiten reduzieren und die Auslastung im Fernverkehr verbessern soll, so Gotion. Die Partner arbeiten außerdem an der Standardisierung der Batterien und am Lebenszyklusmanagement, um Skalierbarkeit und betriebliche Effizienz zu gewährleisten.

Die Partner planen, Batterie-elektrische Lkw schrittweise zusammen mit der erforderlichen Lade- und Energieinfrastruktur einzuführen, um die Emissionsintensität entlang des Korridors zu senken. Der erste Einsatz umfasst 100 E-Lkw mit Gotion-Batteriesystemen. Die weitere Expansion hängt von der Betriebsleistung und dem Infrastrukturausbau ab.

Der chinesische Nutzfahrzeughersteller Chery Heavy Trucks, der gerade eine Europazentrale in Liverpool plant, steuert seine Kompetenzen in Fahrzeugentwicklung und -fertigung bei. Laut den Unternehmen kombiniert das Projekt Fahrzeugelektrifizierung, Energieinfrastruktur und digitale Logistikplattformen zu einem replizierbaren Modell für emissionsärmere Güterverkehrskorridore zwischen Regionen. Umweltleistungskennzahlen werden zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht festgelegt und müssen im Projektverlauf verifiziert und zertifiziert werden.

„Diese Kooperation kombiniert die Batterietechnologie von Gotion mit der Fertigung von Chery, um maßgeschneiderte Elektrologistiklösungen für regionale Bedürfnisse zu entwickeln. Der marokkanische Logistiksektor birgt langfristig ein großes Potenzial“, so Phil Jenkins, CEO der Green Power Morocco Holding.

Gotion-Chef Li Zhen ergänzte: „Dies ist ein wichtiger Schritt zur Erweiterung der Anwendungsszenarien für unsere Batterietechnologien und unterstützt praktische, skalierbare Lösungen für einen emissionsärmeren Güterverkehr.“

prnewswire.com

Dieser Artikel von Carla Westerheide ist zuerst in unserer englischsprachigen Ausgabe electrive.com erschienen.

14 Kommentare

zu „E-Lkw-Korridor zwischen Frankreich und Marokko geplant“
FSM
08.04.2026 um 18:36
Hoffentlich werden auch CCS und MCS entlang des Korridors bzw. an den Wechselstationen mit ausgebaut: Thema Technologieoffenheit! Und mit BiDi-Ladern würden die unbenutzten Wechselbatterien vorzüglich als Puffer fungieren.
Raimund
09.04.2026 um 07:32
Milence kann sich ja dranhängen und gemeinsam den Ladepark entwickeln.
Andre
08.04.2026 um 22:04
Bei den aktuellen reichweiten der besseren e Lkw sind Wechselakkus überflüssig. In der vorgeschriebenen Pause von 45 min kann mehr Energie geladen werden als man für die Strecke braucht bis zu nächsten vorgeschriebenen Pause
Stefan
08.04.2026 um 23:45
Die auf dem Weg liegende Fähre bei Gibraltar/Tanger sollte auch auf Akkus umgestellt werden. Bei Agadir gibt es Bergbau für Batterie-Rohstoffe.
Draht
09.04.2026 um 07:31
Die LKW Fahrer müssen doch sowieso alle 4,5Std. eine 45min Ladepause einlegen, wenn dann an den Ladepunkten auch MCS vorhanden ist sollte eine Weiterfahrt nach der Pause auch ohne Akkuwechsel möglich sein. Man könnt meinen da möchte jemand sein Akkuwechselsystem verkaufen und so wieder Abhängigkeit schaffen. Eventuell sollte VW mal über das Geschäftsmodell CCS/MCS Ladepark nachdenken.
Taieb Belloundja
09.04.2026 um 15:27
Frankreich mit über Drei Milliarden schulden und Marokko mit über Hundert Milliarden Schulden …….!!! Woher soll das Geld kommen…????
Martin Willers
10.04.2026 um 09:12
Die fahren keine 4,5 Std soweit reicht die Kapazität nicht, ergo 2 Pausen
Peter Kajzer
09.04.2026 um 18:05
Ein E.LKW braucht cirka 8 stunden zum baterien aufladan und nicht 45 min.
Draht
10.04.2026 um 07:22
Na dann setze ER sich mal mit MCS auseinander.
Othmar Kralowetz
10.04.2026 um 06:52
Hallo, ein Tesla Semi braucht 30 Minuten zum Aufladen seiner Batterien und fährt 800 Kilometer bis zum nächsten Stop. Das schafft kein Fahrer ohne Pause. Bitte informieren bevor man Unsinn verbreitet. mfg
Guy
10.04.2026 um 14:59
In China läuft halt heute schon viel mit Batteriewechsel bei LKWs, jetzt wird halt versucht die Technologie (bestehende Produkte) auch in Europa zu pushen. Das ist der einzige Grund für dieses Vorhaben. Ansonsten würde man sinnigerweise auf MCS setzen. Ich vermute das wird nie so umgesetzt (wenns "gut" für diese Partnerschaft läuft, greifen sie allenfalls vorher noch ein paar Subventionen ab)
beotto
11.04.2026 um 19:05
Habe ich da etwas verpasst? Seit wann liegt zwischen Marokko und Perpignan auf dem Landweg Frankreich???
Florian Treiß
11.04.2026 um 20:43
Das haben wir doch so nicht geschrieben. Der Korridor verläuft zwischen Marokko und Frankreich, genauer gesagt Perpignan in Südfrankreich. Der Großteil der Strecke verläuft dann tatsächlich durch Spanien. Das hätten wir natürlich auch dazu schreiben können. Sorry!
Battie
12.04.2026 um 11:54
Was Batteriewechsel anbelangt sollte man sich auch mal die Entwicklung von Nio in Europa anschauen. Ich hatte früher viel Sympathie für diese Lösung übrig, mit der Entwicklung von Batterietechnik und Ladeinfrastruktur scheint sie aber immer weniger zukunftsträchtig zu sein. Wenn man da nicht wiedermal auf das komplett falsche Pferd setzt, das in einpaar Jahren mausetot ist, genauso wie dann wohl endgültig die FCEV. Gerade Marokko, das im Solarbereich schon länger voll am Drücker ist, wäre echt was besseres zu wünschen.

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