MG Motor beendet Agenturvertrieb für E-Autos in Deutschland

Die SAIC-Marke MG Motor beendet in Deutschland den Agenturvertrieb für Elektroautos. Als erstes reines E-Modell des chinesischen Herstellers wird der MG4 EV Urban künftig im klassischen Händlermodell vertrieben. Zum Jahresende soll das Agenturmodell vollständig auslaufen.

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Bild: MG Motor

Bei einem Agenturmodell ist nicht mehr der Händler vor Ort der Vertragspartner des Kunden, sondern nur noch ein „Vermittlungsagent“. Dafür erhält der Händler eine Provision. Für die Händler heißt das, dass sie ihren Profit nicht mehr selbst in der Hand haben – die Preise und die Vermittlungspauschale stehen ja bereits fest.

Bei Volkswagen ging dieses Konzept im Elektroauto-Vertrieb nicht auf. Der Hersteller hat den Direktvertrieb über das Agenturmodell im Privatkundengeschäft inzwischen wieder beendet. Gegenüber dem „Handelsblatt“ erklärte Vertriebsvorstand Martin Sander im vergangenen Dezember, dass das Nebeneinander von Verbrennern im Handelsmodell und Elektrofahrzeugen in der Agentur für alle Beteiligten unnötige Komplexität geschaffen habe. Für Flottenkunden bleibt das Agenturmodell jedoch bestehen.

Für die SAIC-Marke MG Motor erwies sich der Agenturvertrieb bei Elektroautos hingegen als Erfolgsmodell. So äußert Axel Blazejak, Director of Networks bei MG Deutschland, gegenüber der „Automobilwoche“, dass das Agenturmodell zum Start einer der Gründe für den Erfolg in Deutschland gewesen sei. Händlern habe man dank niedriger Investitionskosten in den Fahrzeugbestand und geringer CI-Anforderungen einen nahezu risikolosen Einstieg ermöglichen können. Bei Verbrennern und Plug-in-Hybriden setzt MG Motor dagegen von Anfang an auf das klassische Händlermodell.

Erstmals kommt das neue Händlermodell bei den Elektroautos von MG nun beim neuen MG4 EV Urban zum Einsatz – nicht zu verwechseln mit dem bisher erhältlichen und kürzlich aufgefrischten MG4 EV. Zum Jahresende soll das Agenturmodell vollständig auslaufen.

Grund für den Wechsel ist, dass das Händlermodell für den deutschen Markt auch bei Elektroautos die bessere Lösung sein soll. Vertriebsdirektor Oliver Rittierodt betont, man habe ein Händlernetz aufgebaut und gezeigt, dass sich mit MG Geld verdienen lasse. Nun solle den Händlern mehr Verantwortung übertragen werden, weil sie die lokalen Märkte am besten kennen und die Marke besser voranbringen könnten.

Seit dem Wiedereintritt in Europa im Jahr 2011 und in Deutschland seit 2021 hat sich MG Motor zügig Marktanteile erarbeitet. Nach eigenen Angaben hat die Marke bereits eine Million Fahrzeuge in Europa ausgeliefert. Allein in den letzten beiden Jahren kamen mehr als 500.000 Neuwagen in 34 europäischen Ländern hinzu, darunter 317.000 Elektrofahrzeuge.

Auch in Deutschland legte MG zuletzt zu. Im vergangenen Jahr verzeichnete der Hersteller hierzulande fast 26.500 Neuzulassungen, was einem Plus von 26 Prozent entspricht. In diesem Jahr will der chinesische Autobauer die Marke von 33.000 Neuzulassungen übertreffen. Helfen sollen dabei einerseits neue Modelle wie der MG4 EV Urban und der MGS6 EV. Andererseits will MG die Zahl seiner Partnerbetriebe von derzeit rund 180 auf 220 erhöhen. Ziel ist es, weiße Flecken im Vertriebsnetz zu schließen und die Marke in Deutschland für noch mehr potenzielle Kunden flächendeckend erlebbar zu machen.

automobilwoche.de

2 Kommentare

zu „MG Motor beendet Agenturvertrieb für E-Autos in Deutschland“
erFahrer
09.04.2026 um 08:50
..das gilt jedoch wohl nicht für den Service so mancher Händler in Süddeutschland - hier wird teilweise abgebaut und der Verkauf beendet. Kunden stehen plötzlich ohne Werkstatt da. Und ja, auch die MGs bleiben schon mal liegen.
Roy
09.04.2026 um 11:27
Und wenn man mal Gewährleistungsprobleme hat baut das Autohaus dass die Karre verkauft hat eine Wand auf. Danke aber mit einem MG5 und einen MG4 bin ich erfahrungsgemäß bedient. Sparwunder sind es auch nicht gerade.Meines Erachtens zu viel Versprochen auf dem Papier....

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