Neue E-Auto-Förderung nimmt wichtige Hürde

Das angekündigte E-Auto-Förderprogramm für Haushalte mit geringem und mittleren Einkommen kann wie angekündigt rückwirkend für Zulassungen seit Jahresanfang in Anspruch genommen werden. Der Bundestag hat nun mit einem entsprechenden Beschluss die rechtliche Grundlage hierfür geschaffen.

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Bild: Pixabay/Nikolaus Bader

Die Grundlage für die neue Förderung ist das „Gesetz zur Förderung klimaneutraler Mobilität“, das der Bundestag jetzt beschlossen hat. Dabei geht es aber nur um den rechtlichen Rahmen, die Abgeordneten haben nicht über die genauen Inhalte der Förderung abgestimmt. Diese werden von der Bundesregierung festgelegt, Umweltminister Carsten Schneider hatte die Eckpunkte im Januar vorgestellt.

Anträge sind aber auch mit dem Bundestagsbeschluss noch nicht möglich. Die dafür nötige Internetplattform ist noch nicht online. Früheren Angaben zufolge soll das Portal im Mai live gehen, genauer spezifiziert ist das aber noch nicht – es kann Anfang Mai werden, aber auch Ende des Monats.

Auch wenn die Anträge erst später möglich sind, soll die Förderung dann rückwirkend zum Jahresbeginn beantragt werden können, wie es Schneider bereits im Januar angekündigt hatte. Das bestätigt auch jetzt der Bundestag in einer Mitteilung: „Demnach soll die Förderung grundsätzlich für elektrisch betriebene Fahrzeuge gelten, die erstmals nach dem 1. Januar 2026 zugelassen worden sind. Das soll auch dann der Fall sein, wenn der zugrundeliegende Vertrag bereits vor Beantragung der Förderung geschlossen worden ist.“

Je nach Einkommen und familiärer Situation können Privatkunden Zuschüsse von bis zu 6.000 Euro für reine Elektroautos und bis zu 4.500 Euro für Plug-in-Hybride erhalten. Die Basisförderung für Haushalte bis 80.000 Euro zu versteuerndem Jahreseinkommen beträgt bei einem E-Auto 3.000 Euro, bis 60.000 Euro sind es 4.000 Euro und bis 45.000 Euro 5.000 Euro Zuschuss. Mit einem Kind unter 18 Jahren, das im Haushalt lebt, kommen 500 Euro dazu, für zwei Kinder oder Mehr gibt es 1.000 Euro Bonus. Mit der Basisförderung von 5.000 Euro (bei weniger als 45.000 Euro Einkommen) ergeben sich so die bis zu 6.000 Euro Zuschuss, die oft genannt werden. Für Plug-in-Hybride und Range Extender liegt die Basisförderung bei 1.500 Euro, mit den Zuschlägen für zwei oder mehr Kinder und die geringere Einkommensstufe können es maximal 4.500 Euro werden.

Genau diese Förderung von Plug-in-Hybriden und Range Extendern sorgte in der Bundestags-Debatte für Kritik. Till Steffen von den Grünen sieht darin „absolut falsche Anreize“, da diese Fahrzeuge im Prinzip mit Benzin fahren würden. Seit der Vorstellung der Eckpunkte im Janaur war auch schon der Zuschnitt der Förderstufen und -kriterien als lückenhaft kritisiert worden.

Seitdem haben zwar viele Hersteller eigene Rabattaktionen aufgelegt, wie unsere aktualisierte Übersicht zeigt. Doch noch ist die Branche zurückhaltend, was die Bewertung des Förderprogramms angeht. „Die staatliche Förderung ist faktisch noch nicht vollständig verfügbar, weil die digitale Plattform, über die Kundinnen und Kunden die Prämie beantragen und eine verbindliche Bestätigung erhalten können, bislang fehlt. Entsprechend verhalten ist bisher die Nachfrage nach geförderten Fahrzeugen aus unserem Programm“, sagt etwa VW-Vertriebsvorstand Martin Sander. „Das Interesse ist durchaus groß, aber es kommt aktuell noch zu vergleichsweise wenigen Abschlüssen.“ Dennoch gibt er die Hoffnung noch nicht auf: „Wenn es Klarheit über die Details gibt, wird die Förderung sicher einen positiven Einfluss auf die Nachfrage nach Elektroautos haben.“

Aber auch ohne die Förderung hat – eventuell mit dem Ausblick auf die rückwirkenden Anträge – der Absatz von Elektroautos wieder stark zugenommen. Die Delle nach dem abrupten Aus des früheren Umweltbonus Ende 2023 hat der Markt längst überstanden. Der März 2026 war der drittstärkste Monat bei den E-Auto-Zulassungen überhaupt – nach den beiden Umweltbonus-bedingten Peaks im Dezember 2022 und August 2023. Mit über 70.000 neuen Elektroautos war knapp jeder vierte Neuwagen in Deutschland elektrisch.

handelsblatt.com, zeit.de, bundestag.de (alle drei Förderung), edison.media (Sander-Zitate)

1 Kommentar

zu „Neue E-Auto-Förderung nimmt wichtige Hürde“
Stefan
20.04.2026 um 09:20
Dafür dass manche Tesla Center seit Wochen 40-50 Neufahrzeuge/Woche ausliefern, läuft es für Tesla diesbezüglich nicht schlecht.

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