ABB führt dezentrales Ladesystem M-Series ein

ABB E-mobility erweitert sein Ladeinfrastruktur-Angebot um die neue M-Series – ein dezentrales System mit Powerunit und zugehörigen Satelliten-Ladesäulen. Die Lösung der Schweizer bietet dabei dank ihres modularen Aufbaus Ladeleistungen von 200 kW bis 1,2 MW.

Abb ladestation m series

ABB E-Mobility stellt mit der neuen M-Series ein System für öffentliche Schnelllade-Standorte, aber auch für Flottendepots sowie Retail- oder Destination-Charging vor. Als dezentral aufgebautes, luftgekühltes Split-System ist das neue ABB-Produkt „entlang der tatsächlichen Nachfrage ausbaubar“, wie das Unternehmen mitteilt. Sprich: Betreiber können erstmal mit einem kleinen Ökosystem beginnen und später weitere Dispenser und auch Powerunits ergänzen.

Konkret verbindet die M-Series zentrale Technikschränke (ABB spricht von „Power Cabinets“) mit einem Portfolio spezialisierter Dispenser namens Solo, Duo, Dock und Ultra. „Unterstützt werden die Ladeformate CCS1, CCS2, NACS und MCS“, heißt es in einer begleitenden Mitteilung. „Durch diese Trennung kann Ladeinfrastruktur gezielt auf unterschiedliche Kundensegmente ausgerichtet werden, mit jeweils eigenen Nutzungsprofilen, Verweildauern und wirtschaftlichen Anforderungen.“ Die Leistung sei somit nicht länger an einzelne Ladepunkte gebunden.

Laut Michael Halbherr, CEO von ABB E-mobility, hat die Branche ein Jahrzehnt darauf verwendet, die Nennleistung zu optimieren. Doch: „Heute müssen Betreiber die Kosten der tatsächlich gelieferten Energie über die gesamte Lebensdauer eines Standorts in den Fokus stellen“, so Halbherr. „Leistung ist nur dann relevant, wenn sie zuverlässig bereitgestellt werden kann, und zwar über unterschiedliche Fahrzeugarchitekturen, Ladepunkte und Auslastungsniveaus hinweg. Genau dafür wurde die M-Series entwickelt.“

Entsprechend wird bei der M-Series die verfügbare Kapazität dynamisch auf die Ladepunkte verteilt und in Echtzeit an die tatsächliche Nachfrage angepasst. Dieses inzwischen von etlichen Ladehardware-Herstellern mit dezentralen Systemen verfolgte Prinzip soll es Betreibern ermöglichen, mit geringerer installierter Leistung auszukommen und gleichzeitig eine hohe Leistungsabgabe unter Last sicherzustellen. ABBs Neuprodukt bietet konkret 200 kW bis 1,2 MW und unterstützt bis zu 24 Ladepunkte – „ohne die Spitzenladeleistung zu beeinträchtigen“, wie es heißt.

Abb ladestation m series
Rendering: ABB

Jede Powerunit ist auf bis zu 400kW ausgelegt. Entsprechend kann die Skalierung vor Ort in 400-kW-Schritten erfolgen (also 400 kW, 800 kW und 1,2 MW), wobei das System für die Maximalkonfiguration dann auf drei miteinander verbundene „Power Cabinets“ setzt. Optional kann laut dem Hersteller zudem ein AC-gekoppeltes Batteriespeichersystem integriert werden, um Lastspitzen zu glätten und zusätzliche Flexibilität auf Standortebene zu schaffen („insbesondere bei Netzrestriktionen“).

Daneben betonen die Schweizer das günstige Leistung-Flächen-Verhältnis der M-Series: Demnach liegt die Leistungsdichte des Systems bei 625 kW pro Quadratmeter (entsprechend 1.200 kW auf 1,92 Quadratmetern). Außerdem ist die neue Lösung in ABBs Asset Operations Plattform integrierbar, die u.a. Echtzeit-Monitoring, KI-gestützte Fehlererkennung und weitere Services bietet. Und offene APIs und ein SDK ermöglichen on top die Integration in bestehende Betreibersysteme und Drittplattformen.

Grundsätzlich baut die M-Series auf ABBs A-Series auf, sie markiert aber einen strukturellen Wandel in der Architektur von Ladeinfrastruktur. „Die A-Series hat ein All-in-One-System etabliert, das für eine einfache Installation und eine konsistente Bereitstellung von High-Power-Ladeleistung an öffentlichen und Destination-Standorten steht. Die M-Series führt dieses Prinzip weiter und überführt es in ein Split-System, das Stromerzeugung und Leistungsabgabe trennt und damit anwendungsspezifische Konfigurationen ermöglicht, anstatt generische Systeme auszurollen“, unterstreichen die Schweizer.

Beide Serien haben aber bei der Technik einiges gemeinsam: So basieren sie beide auf derselben luftgekühlten, intern entwickelten Siliziumkarbid-Leistungselektronikplattform sowie einer gemeinsamen Referenzarchitektur, die seit 2024 kommerziell im Einsatz ist. „Die M-Series baut auf dieser technologischen Grundlage auf und erweitert sie um Innovationen in der Leistungsbereitstellung sowie ein Portfolio spezialisierter Dispenser“, so ABB. Dadurch entstünden neue Einsatzmöglichkeiten, ohne den Reifegrad des Systems zu beeinträchtigen.

Quelle: Infos per E-Mail, e-mobility.abb.com, e-mobility.abb.com

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