DHL nutzt in Berlin zweites Solarschiff für Pakettransporte
2022 hat DHLin Kooperation mit dem Berliner Hafenlogistiker BEHALA und der Reederei Solarwaterworld ein Pilotprojekt gestartet, bei dem ein Elektro-Schiff mit Solarzellen Pakete von Spandau in den Westhafen transportiert. Ziel: ökologisch nachhaltige Paketlogistik auf dem Wasser in Deutschland zu erproben. 2023 wurde das Projekt dann verlängert.
Weil das Projekt erfolgreich verläuft, hat DHL beschlossen, es auszubauen und nun mit einem weiteren elektrisch angetriebenen Solarschiff auf einer zweiten Route auf der Spree zu fahren. „Wir als DHL haben mit unseren Solarschiffen in Berlin ein echtes Leuchtturmprojekt für nachhaltige Logistik. Und wir freuen uns sehr, dass wir jetzt auf einer zweiten Route Pakete transportieren“, sagt Sven Goerke, Leiter der Niederlassung Berlin Paket. „Unsere große Logistik-Expertise, übertragen auf Wasserwege und kombiniert mit solarbetriebenen DHL Packstationen, zeigt eindrucksvoll, wie innovative Lösungen den Straßenverkehr in Berlin entlasten können.“
Die Route führt von Köpenick, wo ein LKW mehrere Paketwagen zum Anlegeplatz am Kaisersteg bringt, über mehrere Haltepunkte mit solarbetriebenen DHL Packstationen, etwa in der Rummelsburger Bucht, bis zum Osthafen nahe der Oberbaumbrücke. Entsprechend werden an den Haltepunkten Pakete in nahegelegene Packstationen verladen, was sonst üblicherweise mit Transportern gemacht wird.
Das neue, zweite Solarschiff ist deutlich größer und kann bis zu 1.500 Pakete auf einmal transportieren. Es ist 19,50 Meter lang und 5,10 Meter breit. Durch die Nutzung von Photovoltaik auf dem Schiffsdach kann ausreichend Strom für den Antrieb und die Bordenergie gewonnen werden. Für Zeiten ohne Sonne wird die Energie in Batterien gespeichert. Dabei hat das Solarschiff einen Antrieb von 2 x 35 Kilowatt und kommt damit auf bis zu zwölf Kilometer pro Stunde. Mit Sonne ist die Fahrtdauer unbegrenzt, ohne Sonne kann das Schiff zwölf bis 15 Stunden fahren.
Unterstützt wird das Projekt von der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt und den Bezirken Treptow-Köpenick, Lichtenberg und Friedrichshain-Kreuzberg. Ute Bonde, Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt des Landes Berlin, sagt dazu: „Unsere Wasserstraßen sind nicht nur prägend für das Stadtbild, sondern sie sind ein echter Verkehrsraum mit erheblichem Potenzial für den Wirtschaftsverkehr. Berlin verfügt über mehr als 200 Kilometer Wasserstraßen, die für logistische Zwecke genutzt werden können und stärker genutzt werden sollten. Mit der Eröffnung der zweiten Solarbootroute schlagen wir ein neues Kapitel auf.“
Tim-Derek Schultze, Vorstand des Projektpartners Solarwaterworld, sagt: „Mit dem Start von ‚Route zwei‘ erreichen wir den nächsten Meilenstein für eine neue Form urbaner Logistik in Berlin. Wir bringen den Transport zurück aufs Wasser – emissionsfrei, leise und deutlich effizienter für die Stadt.“ Seine Vorstandskollegin Louise Ahrens ergänzt: „Wir sind stolz darauf, Teil dieser innovativen Entwicklung zu sein und die Potenziale, die die Hauptstadt bietet, aktiv mitzugestalten. Unser Ziel ist es, diese Lösung nicht nur zu etablieren, sondern kontinuierlich weiter auszubauen.“
DHL plant bereits, an weiteren Haltepunkten des Solarschiffs solarbetriebene DHL Packstationen aufzustellen. Der Genehmigungsprozess für zusätzliche Standorte läuft bereits. Das zweite DHL-Solarschiff ist Teil des Projektes A-Swarm II, bei dem Partner wie die Technische Universität Berlin zur autonomen elektrischen Schifffahrt in Metropolregionen forschen – unterstützt mit Fördermitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.





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