4,9 Prozent aller Autos in Großbritannien fahren vollelektrisch

In Großbritannien ist der Bestand an Elektroautos im vergangenen Jahr um 34,7 Prozent auf 1.797.809 Fahrzeuge gewachsen. Das entspricht einem Anteil von 4,9 Prozent am gesamten Pkw-Bestand. Und auch wenn man Vans, Busse und Lkw mit einbezieht, ergibt sich ein ähnlicher Anteil an Elektrofahrzeugen.

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Nissan Ariya in Großbritannien (Symbolbild)
Bild: Nissan

Die frischen Zahlen stammen aus dem jährlichen Motorparc-Report des britischen Automobilverbands Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT). Demnach stieg der Gesamtbestand an Pkw im Vereinigten Königreich im vergangenen Jahr um rund eine halbe Million Fahrzeuge oder 1,4 Prozent auf 36.676.185 Autos.

Genau auf diese Gesamtmenge bezieht sich der erwähnte Anteil von 4,9 Prozent an Batterie-elektrischen Autos (1.797.809 Fahrzeuge). Man kann also sagen: In Großbritannien fährt mittlerweile rund jedes 20. Auto vollelektrisch. Zum Vergleich: In Deutschland haben zum Jahreswechsel 2.034.260 E-Autos einen Anteil von 4,1 Prozent des Pkw-Bestands in der Bundesrepublik ausgemacht, somit war ungefähr jedes 25. Auto vollelektrisch.

Hinzu kommen bei in Großbritannien zugelassenen Pkw noch ein Anteil von 2,6 Prozent an Plug-in-Hybriden sowie ein Anteil von 2,2 Prozent an Hybriden ohne Ladebuchse. Der Diesel-Anteil liegt bei 30,1 Prozent und der Benziner-Anteil bei 57,7 Prozent.

Nimmt man noch Vans, Busse und Lkw hinzu, so ist der Fahrzeugbestand in England, Schottland, Wales und Nordirland in Summe um 1,4 Prozent auf 42.549.649 Einheiten gestiegen. Davon fahren rund 1,9 Millionen lokal emissionsfrei, was einem Anteil von 4,5 Prozent entspricht. Hierbei sind neben den Batterie-elektrischen Fahrzeugen auch noch welche mit Brennstoffzelle mitgerechnet, was v.a. im Bussegment eine gewisse Relevanz hat.

Motorparc vehicle fuel type
Anteile von Antriebsarten je nach Fahrzeugtyp
Grafik: SMMT

In die drei Segmente Vans, Busse und Lkw aufgeschlüsselt, nennt die SMMT keine absoluten Zahlen, aber Prozentwerte. Demnach ist der Anteil von Batterie-elektrischen Fahrzeugen bei Bussen mit Abstand am höchsten: Auch Dank der intensiven Förderung durch die britische Regierung sind schon 8,1 Prozent vollelektrisch unterwegs, wobei die Anzahl der emissionsfreien Busse allein im vergangenen Jahr um 2.523 Einheiten wuchs. Laut SMMT ein neuer Rekordwert, nachdem in 2024 auch schon immerhin 1.570 neue Batterie- und Brennstoffzellenbusse eingeflottet worden waren. Bei Vans liegt der BEV-Anteil hingegen nur bei 2,2 Prozent und bei Lkw bei noch sehr überschaubaren 0,2 Prozent – aber mit verschiedenen neuen Langstreckenmodellen hat der Bereich E-Lkw hohes Potenzial, nun schnell zuzulegen.

Kritisch sieht die SMMT aber das steigende Durchschnittsalter der Fahrzeuge, denn 45,7 Prozent aller Pkw auf britischen Straßen sind seit über zehn Jahren im Einsatz – dabei dürfte es sich nahezu ausschließlich um Verbrenner handeln. Um die Emissionen des Straßenverkehrs – sowohl hinsichtlich CO₂ als auch Schadstoffen – schneller zu reduzieren, müsse die Erneuerung der Fahrzeugflotte beschleunigt werden, so der Verband. Dies komme sowohl dem Klima als auch der Luftqualität zugute. „Eine umfassende Überprüfung des Übergangs zu emissionsfreien Fahrzeugen in Großbritannien ist daher unerlässlich, um sicherzustellen, dass jedes Unternehmen und jeder Verbraucher umsteigen kann und wir bis 2050 Klimaneutralität erreichen“, sagt SMMT-Chef Mike Hawes.

smmt.co.uk

2 Kommentare

zu „4,9 Prozent aller Autos in Großbritannien fahren vollelektrisch“
Volker
29.04.2026 um 10:55
Die bessere Kennzahl wäre die rein elektrische Fahrleistung zu Grunde zu legen. Ein Rentnerauto mit wenig jährlicher Fahrleistung zu elektrifizieren ist deutlich weniger sinnvoll als z.B. Dienstwagenflotten. Das wird leider oft als Subvention von Eliten missverstanden, hilft aber gesamtgesellschaftlich.
Statistiker
29.04.2026 um 16:13
Die eine „bessere“ Kennzahl existiert nicht. Wer sowas glaubt, verwechselt Komplexität mit Bequemlichkeit. Entscheidend ist das makroskopische Gesamtbild. Und in diesem Gesamtbild fügt sich das Vereinigte Königreich bemerkenswert stimmig in eine positive Entwicklung der Antriebswende ein.

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