Novum für Südkorea: Hyundai erprobt Batterie-Abomodelle

Hyundai läutet in Südkorea ein Pilotprojekt ein, bei dem E-Auto-Batterien im Abonnement genutzt werden können, anstatt im Autopreis inbegriffen zu sein. Das ist im Land aktuell nur mit einer Sondererlaubnis möglich. Das Pilotprojekt startet zunächst mit Taxis, soll aber später auf weitere Verbraucher ausgeweitet werden.

hyundai ioniq 5 schriftzug 2024
Bild: Hyundai

Wie The Korea Times berichtet, ist es in Südkorea bisher ein Novum, das Fahrzeug- vom Batterieeigentum zu trennen. Mit diesem Schritt will der Hyundai-Mutterkonzern die hohen Anschaffungskosten für Elektrofahrzeuge senken und Sorgen um die Batterielebensdauer auszuräumen. Das Pilotprojekt startet zunächst mit Taxiflotten, wobei geplant ist, die Tests in der zweiten Jahreshälfte auf private Verbraucher auszuweiten. Details zu Umfang und Dauer des Projekts sind aber unklar – „sie werden derzeit noch diskutiert“, heißt es in dem Bericht.

Für die Initiative arbeiten Hyundai Motor und die herstellereigene Autobank Hyundai Capital eng zusammen. Das Programm wird laut der Publikation Korea JoongAng Daily durch eine im November vom südkoreanischen Ministerium für Land, Infrastruktur und Verkehr genehmigte Sonderregelung ermöglicht, die es erstmals erlaubt, Karosserien und Batterien von Elektrofahrzeugen unter getrennten Eigentümern zu registrieren. Die ist nach geltenden Fahrzeugvorschriften bisher nicht möglich. „Dies wird als Hemmnis für die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen angeführt, da eine Verschlechterung der Batterieleistung den Wiederverkaufswert mindern kann und die Besitzer für kostspielige Ersatzanschaffungen aufkommen müssen“, heißt es in dem Bericht weiter.

Das Pilotprogramm umfasst nun zunächst fünf Ioniq 5-Flottentaxis, die im Großraum Seoul im Einsatz sind. Die teilnehmenden Betreiber zahlen eine monatliche Abogebühr an Hyundai Capital und tauschen, wenn eine Batterie am Ende ihrer Lebensdauer ist , die gebrauchte Einheit gegen eine Batterie aus dem Besitz von Hyundai Capital aus. Laut der Hyundai Motor Group sind Flottentaxis besonders gut für das Pilotprojekt geeignet, da ihre hohe Kilometerleistung den Verschleiß der Batterien beschleunigt und somit einen schnelleren Austausch erforderlich macht. Der Automobilhersteller gibt außerdem an, dass er das Pilotprojekt nutzen werde, um unter realen Betriebsbedingungen mögliche Kosteneinsparungen und die Verlängerung der Fahrzeuglebensdauer zu bewerten und ein tragfähiges Geschäftsmodell aufzusetzen.

Ein Sprecher der Hyundai Motor Group äußerte gegenüber koreanischen Medien zudem, das Unternehmen strebe letztendlich an, Batterie-Abo- und Finanzierungsprodukte auf den breiteren Markt auszuweiten. Auch der klassische Batteriewechsel, der in zehn Minuten dafür sorgt, eine leere gegen eine vollgeladene Batterie zu tauschen, wird bei Hyundai unterdessen erprobt. Das aus der Gruppe hervorgegangene Startup Pit In entwickelt ein entsprechendes System, das seit September 2025 in Anyang in der südkoreanischen Provinz Gyeonggi getestet wird. Derzeit nutzen dort rund 30 Taxis von vier Unternehmen Batterie-Abonnement- und -Wechselservices. Auch für dieses Projekt war die Sondergenehmigung maßgeblich.

koreajoongangdaily.joins.com, koreatimes.co.kr

1 Kommentar

zu „Novum für Südkorea: Hyundai erprobt Batterie-Abomodelle“
erFahrer
30.04.2026 um 08:27
Hier trifft Sachlichkeit hart auf Emotion. Was hat sich Renault da damals verschätzt. Fluence und Zoe waren damals bei den teuersten Akkus so viel günstiger in der Anschaffung, doch die Emotion der breiten Kundschaft stand dem entgegen. Heute bei den fallenden Akkupreisen und der Langlebigkeit der Selbigen ist das weit weniger von Bedeutung. Damals 2012-16, als nach 104.000 km der Akku des Fluence auf 65% abgefahren war, war „Mieten“ wirklich der 1A Verbraucherschutz (im doppelten Wortsinn).

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