Hyundai Mobis stellt elektrischen 160-kW-Antrieb vor
Mit der breiteren Produktpalette bei seinen E-Antrieben will der Zulieferer sämtliche Elektroauto-Klassen abdecken, vom Kompakten bis zur Oberklasse. Gleichzeitig weitet Hyundai Mobis damit sein Angebot im Bereich Elektrifizierung, das aktuell sowohl Batteriesysteme als auch Antriebslösungen beinhaltet. Als Kunden hat das Unternehmen dabei nicht nur die hauseigenen Marken der Hyundai Group im Auge, sondern auch Drittkunden. Man plane, „Aufträge von globalen Kunden zu gewinnen“, schreibt Hyundai Mobis in einer Mitteilung.
Dazu ändern die Südkoreaner auch ihre Vermarktung: Bisher fertigte Hyundai Mobis seine Antriebssysteme hauptsächlich auftragsbasiert für Kunden. Doch „dank eigener Forschungs- und Entwicklungsarbeit verfügt das Unternehmen nun über die Designkompetenz für sämtliche Kernkomponenten eines PE-Systems und präsentiert nun eigene Antriebsmodelle.“ PE steht dabei für „Power Electric“, also elektrische Antriebssysteme, die aus Motor, Inverter und Untersetzungsgetriebe bestehen.
Bei der Entwicklung des eigenen Systemmodells konzentrierte sich Hyundai Mobis nach eigenen Angaben besonders auf die Standardisierung und Modularisierung zentraler Komponenten: „Dazu gehören unter anderem der Stator des Antriebsmotors, der Inverter sowie das Power-Modul, das mehrere Leistungshalbleiter integriert“. Dieses standardisierte Systemmodell biete hohe Skalierbarkeit und Effizienz . „Angesichts der steigenden Zahl an Elektrofahrzeugmodellen wird dieser Ansatz künftig Vorteile für die Großserienproduktion bieten. Er unterscheidet sich zudem vom bisherigen Vorgehen globaler Automobilhersteller, die gemeinsam mit einzelnen Zulieferern Komponenten entwickelten und daraus PE-Systeme zusammensetzen“, betonen die Verantwortlichen.
Zum neuen 160-kW-Antrieb präzisiert Hyundai Mobis, dass es gelungen sei, die Leistungsfähigkeit weiter zu steigern. „Die spezifische Leistung, also die Leistung pro Gewichtseinheit, wurde um rund 16 % erhöht, während das Gesamtvolumen des Systems um nahezu 20 % reduziert wurde. Möglich wurde dies durch den umfassenden Einsatz modularer Designtechnologien und standardisierter Komponenten“, heißt es. Die Vergleichsreferenz nennt der Zulieferer allerdings nicht. So bleibt unklar, ob diese Verbesserungen gegenüber dem eigenen 250-kW-Antrieb oder gegenüber Wettbewerber-Produkten erzielt wurden.
Das 250-kW-System selbst hat Hyundai Mobis im vergangenen Jahr zur Marktreife gebracht. Die PE-Produktreihe ist also noch recht jung. Sie soll aber schnell wachsen: Die Südkoreaner kündigen bereits an, in der kommenden Zeit auch die Entwicklung eines 120-kW-Systems für kompakte Fahrzeuge abzuschließen zu wollen. Dieses Modell soll sich im Vergleich zu den anderen Varianten durch eine geringere Größe und ein geringeres Gewicht auszeichnen und zugleich „eine hohe Preiswettbewerbsfähigkeit für Schwellenmärkte“ bieten.
Grundsätzlich will Hyundai Mobis eine groß angelegte Wandlung vollziehen, um als Automobilzulieferer die Transformation der Branche zu bewältigen. Bei seinem jüngsten Investor Day in Seoul gab das Unternehmen an, sich vermehrt auf Bereiche wie Elektrifizierung, Elektronik, Halbleiter und Robotik konzentrieren zu wollen. Und: Bis 2033 will der Zulieferer bereits rund 40 Prozent seines Umsatzes mit Kunden jenseits des Hyundai-Konzerns erzielen. Schon jetzt sind Autokonzerne wie Mercedes-Benz oder Stellantis Kunden des Unternehmens. Zudem baut Hyundai Mobis derzeit ein Werk in Spanien, in dem Batteriesysteme für den VW-Konzern montiert werden sollen.
Ein weiteres Schwerpunktthema sind softwaredefinierte Fahrzeuge (SDV): In diesem Bereich entwickelt Hyundai Mobis eine standardisierte Plattform auf der Grundlage seiner E/E-Architektur, die eine softwarebasierte Steuerung für verschiedene Fahrzeugtypen ermöglicht und eine Art „Nervensystem“ für moderne Autos darstellt. Die Kommerzialisierung in vollem Umfang ist nach 2028 geplant.
prnewswire.com





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