Polestar weitet Verluste im Q1 aus
Wie bereits berichtet hatte Polestar von Januar bis März 13.126 Elektroautos ausgeliefert und damit das stärkste erste Quartal der Firmengeschichte erreicht – der Absatz ist im Vergleich zum Jahresauftakt 2025 um sieben Prozent gewachsen. Wie aus den jetzt veröffentlichten Geschäftszahlen für das erste Quartal hervorgeht, konnte Polestar die zusätzlichen Auslieferungen aber kaum in steigende Umsätze umwandeln.
Denn mit 633 Millionen US-Dollar liegen die Umsätze in der aktuellen Bilanz etwa auf gleicher Höhe wie im Vorjahresquartal (632 Millionen US-Dollar, also +0,2 %). Der Nettoverlust hat sich aber mehr als verdoppelt – von 166 Millionen im Vergleichszeitraum 2025 auf 383 Millionen US-Dollar im ersten Quartal 2026. Rechnet man das auf die Auslieferungen um, hat Polestar mit jedem Fahrzeug im Q1 29.179 Dollar Verlust gemacht. Im Gesamtjahr 2025 waren es noch 3,06 Milliarden Dollar Umsatz, aber auch 2,36 Milliarden Dollar Verlust – mit damals 39.200 Dollar Verlust pro Fahrzeug. In dieser Hinsicht hat das erste Quartal 2026 also eine Besserung ergeben.
Beim Umsatz haben sich neben dem gestiegenen Absatz auch Wechselkurseffekte zwischen dem US-Dollar und dem britischen Pfund positiv ausgewirkt, so Polestar. Beide Faktoren wurden jedoch durch den „erheblichen Preisdruck“, den eigenen Produktmix beim Absatz (weniger teure Polestar 3, mehr Polestar 4) sowie die gesunkenen Umsätze mit Emissionszertifikaten ausgeglichen. Im Vorjahr konnte Polestar hier noch 29 Millionen Dollar an Einnahmen verbuchen, im Q1 2026 waren es noch 21 Millionen Dollar.
Dass der Nettoverlust stark gestiegen und die Brutto-Marge von 10,3 Prozent auf -3,2 Prozent gesunken ist, führt Polestar auf den erwähnten Preisdruck, die Zölle der USA und der EU (beim Import der in China gebauten Polestars), die rückläufigen Einnahmen aus den CO2-Zertifikaten „sowie einmalige Effekte“ zurück. Positiv haben sich hier aber wohl die anhaltenden Kostensenkungen ausgewirkt und auch die steigenden Anteile des Polestar 4 am Absatz. Beim Umsatzwachstum haben sich die Polestar 4 aufgrund des durchschnittlich geringeren Verkaufspreises zwar noch negativ ausgewirkt. Allerdings ist der Polestar 4 margenstärker als der Polestar 3.
Polestar-CEO Michael Lohscheller will vor dem Hintergrund dieser Zahlen am eingeschlagenen Kurs festhalten: Die Kosten müssen gesenkt werden, vor allem in den Bereichen Vertrieb, Verwaltung und allgemeine Kosten – die Ausgaben bei Forschung und Entwicklung hält Polestar konstant. Zugleich soll das Vertriebsnetz erweitert werden, um die wie angekündigt wachsende Modellpalette besser verkaufen zu können. Der Ausbau des Händlernetzes läuft bereits: von 159 Verkaufspunkten im März 2025 konnte Polestar auf 230 zulegen.
„Im ersten Quartal konnten wir in einem sehr wettbewerbsintensiven Markt ein starkes Absatzwachstum verzeichnen“, sagt Lohscheller. „Da die von uns ergriffenen Maßnahmen zur Verbesserung unserer Kostenbasis durch schwierigere Marktbedingungen ausgeglichen werden, treiben wir unsere Bemühungen voran, unser Geschäftsmodell anzupassen, schlanker zu werden und die Effizienz in der Fertigung zu steigern.“
In der zweiten Jahreshälfte will das Unternehmen eine neue Polestar-4-Variante ausliefern, einen praktischen Kombi. 2027 soll der neue Polestar 2 folgen, dann ein kompaktes Elektro-SUV namens Polestar 7.





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