Polestar-Bilanz für 2025: Umsatz und Verlust deutlich gestiegen

Die schwedisch-chinesische E-Auto-Marke Polestar hat 2025 zwar ihren Umsatz um 50,3 Prozent auf 3,06 Mrd. US-Dollar steigern können. Doch zugleich wuchs auch der Verlust um 15 Prozent auf 2,36 Mrd. US-Dollar an. Zuletzt hatte die Geely-Tochter bereits mehrfach frisches Kapital besorgen müssen.

Polestar fahrbericht
Bild: Elias Holdenried

Die neuen Jahreszahlen zeigen einmal mehr, dass Polestar bislang hochdefizitär arbeitet. Wenn man dies auf die 60.119 Fahrzeuge herunterbricht, die Polestar vergangenes Jahr verkauft hat, so bedeutet das im Durchschnitt einen Verlust von 39.200 US-Dollar pro Fahrzeug. Polestar betont aber, dass das bereinigte EBITDA deutlich niedriger bei 783 Mio. US-Dollar lag, was eine Verbesserung um 297 Mio. US-Dollar im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.

Der Gesamtverlust von 2,36 Mrd. US-Dollar sei hingegen auf Wertminderungsaufwendungen zurückzuführen. Allein 1,05 Mrd. US-Dollar seien nicht-zahlungswirksame Abschreibungen auf Vermögenswerte. Das bedeutet, dass der Wert von Anlagen oder Software in der Bilanz nach unten korrigiert werden musste. Davon gehen allein, wie bereits im September kommuniziert, 739 Mio. US-Dollar auf den Polestar 3 zurück, der schlechter läuft als erwartet.

Gleichwohl bleibt der Kapitalbedarf groß, denn die Gewinnzone ist auch ohne Sondereffekte noch längst nicht erreicht. Erst im März hat Polestar 300 Mio US-Dollar Eigenkapital von einem Konsortium rund Crédit Agricole eingeworben. Zuvor hatte es bereits im Dezember 2025 und im Februar 2026 Eigenkapital-Zusagen in Höhe von 1 Mrd. US-Dollar durch Mutter Geely sowie Feathertop Funding Limited und die Standard Chartered Bank gegeben.

Deutlich positiver ist dagegen die Umsatzentwicklung: Denn während der Absatz um ordentliche 34 Prozent auf besagte 60.119 Autos zulegte, wuchs der Umsatz sogar um 50,3 Prozent auf 3,06 Mrd. US-Dollar. Heißt: Der durchschnittliche Umsatz pro Fahrzeug konnte deutlich auf 50.900 US-Dollar zulegen. Wobei das letztlich eine Milchmädchenrechnung ist, denn Polestar teilt zugleich mit, dass der Umsatzanstieg u.a. auch auf eine Vervielfachung des Verkaufs von CO2-Zertifikaten von 11 Mio. auf 211 Mio. US-Dollar zurückgeht. Dieses Geld dürfte größtenteils oder komplett von Mercedes-Benz stammen, das einen CO2-Pool mit Polestar, Smart und Volvo gebildet hat, um die CO2-Flottenziele der EU zu erfüllen.

Polestar-CEO Michael Lohscheller sagt: „2025 war ein Rekordjahr für Polestar mit über 60.000 verkauften Fahrzeugen und einem Umsatz von über 3 Milliarden US-Dollar. Unsere starke Geschäftsentwicklung wurde durch den Ausbau unseres Vertriebsnetzes und die Stärke unserer Modellpalette erzielt.“

Und als Ausblick lässt sich Lohscheller folgendermaßen zitieren: „Im Jahr 2026 liegt unser operativer Fokus auf dem weiteren Ausbau unseres Vertriebsnetzes. Wir planen, unsere Verkaufsstellen um 20 % zu erweitern, zeitgleich mit der größten Modelloffensive unserer Geschichte. In den nächsten drei Jahren sind vier neue Modelle geplant. Obwohl wir aufgrund der anhaltenden geopolitischen Entwicklungen mit einem schwierigeren Marktumfeld rechnen, werden wir unsere finanzielle Performance weiter steigern und auf unseren Erfolgen von 2025 aufbauen – mit einem verbesserten Modellmix, kontinuierlicher Kostensenkung und finanzieller Disziplin.“

polestar.com

2 Kommentare

zu „Polestar-Bilanz für 2025: Umsatz und Verlust deutlich gestiegen“
ichunddu
20.04.2026 um 12:12
Eine Marke die nichts speziell macht. Tolles Design - PUNKT. Weder Eigenentwicklung (Geely Konzern), noch großes Portfolio. Keine Ladestationen, keine Wechselstationen, keine Softwareentwicklungen fürs Self Driving oä., einfach nichts. Schlimm, dass hier in der EU noch so viel Positives berichtet wird. Die armen Käufer werden schlimm vom Konkurs erwischt werden. Über Marken wie Nio oder Xpeng etc., die tatsächlich viel Entwicklung machen, wird sind in DE lustig gemacht.
Bernd Konrad
21.04.2026 um 08:52
Polestar hat eine Menge in die Entwicklung und den Markthochlauf gesteckt. Ich denke, wenn diese Phase mal weitest gehend abgeschlossen ist, werden die Ausgaben sinken, der Umsatz steigen und vor allem auch die Gewinne steigen. Tolles Auto, gute Qualität.

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