BVG will E-Busse bei Subunternehmern zur Pflicht machen

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) betreiben eine der größten Elektrobus-Flotten Deutschlands. Ab 2030 sollen auch die beauftragten Subunternehmen, die rund 25 der BVG-Buslinien betreiben, auf E-Busse setzen. Das sieht eine nun veröffentlichte Ausschreibung vor.

Bvg elektrobus ladestation berlin
Bild: BVG, Christian Retzlaff

Die BVG selbst betreiben bereits 280 Elektrobusse verschiedener Hersteller und sind mit diesen – abgesehen von der Rissen in der Karosserie bei vielen Ebusco-Fahrzeugen – überaus zufrieden. Aktuell treffen gerade die ersten der 270 bestellten Einheiten des E-Gelenkbusses Solaris Urbino 18 in Berlin ein. 70 dieser Fahrzeuge sollen bereits ab Sommer eingesetzt werden, weitere 200 in diesem und im nächsten Jahr.

Für den Elektroanteil im Liniennetz der BVG relevant sind aber nicht nur die eigenen Busse, sondern auch die von Subunternehmern. Diese Fahrzeuge verkehren auf aktuell rund 25 Linien im typischen gelben Design und bieten vom Fahrkartenkauf bis zur Fahrgastinformation alles, was auch in den BVG-eigenen Bussen üblich ist.

Diese Subunternehmer-Linien hat die BVG nun neu ausgeschrieben, und zwar für den Betrieb zwischen 2030 und 2045. Und das Besondere daran: Bei diesen Subunternehmer-Aufträgen sollen künftig ausschließlich Elektrobusse zum Einsatz kommen. In der Ausschreibung mit einem Gesamtbudget von 721 Millionen Euro heißt das etwas sperrig: „Erbringung von Fahrdienstleistungen zur Fahrgastbeförderung im Linienverkehr mit vom Auftragnehmer zu stellenden Elektrobussen sowie Stellung der entsprechenden Infrastruktur“.

Dabei nennt die Ausschreibung zahlreiche Details. So können sich Subunternehmer bis zum 15. Juni 2026 auf fünf verschiedene Lose bewerben, wobei jeder Interessent den Zuschlag für maximal zwei Lose erhalten kann. Die Lose definieren u.a. die jeweiligen Linien, um die es geht, sowie die benötigten Fahrzeuge.

Der Bedarf der BVG auf diesen Subunternehmer-Linien beläuft sich auf insgesamt 106 Elektrobusse. Diese unterteilen sich je nach dem Profil der jeweiligen Linie auf 3 Midibusse mit 10 Metern Länge, 28 Solobusse mit 12 Metern Länge und 75 Gelenkbusse mit 18 Metern Länge – wohlgemerkt alle vollelektrisch.

Konkrete Anforderungen an die Batteriekapazitäten und Reichweiten der Elektrobusse nennt die BVG nicht – die Verantwortung dürfte hier beim jeweiligen Subunternehmer liegen, der sicherstellen muss, dass seine E-Busse die jeweiligen Linien problemlos absolvieren können.

Dafür nennt die BVG aber konkrete Anforderung bzgl. der Ladetechnik: Sämtlich E-Busse sollen sowohl per Stecker als auch per Pantograph laden können. Die BVG nämlich, während der Vertragslaufzeit diverse Endstellen mit Lademöglichkeiten zur Streckenladung auszurüsten. Dabei soll der Pantograph „ein kurzfristiges Aufladen der Elektroomnibusse an den Endstellen ermöglichen und die Reichweite der Elektroomnibusse deutlich erhöhen“, so die Ausschreibung. Da die Ausrüstung der Endhaltestellen erst während der Vertragszeit fertig gestellt werden dürfte, soll die Betriebszeit der Subunternehmen flexibel gehandhabt und voraussichtlich dann erweitert werden, wenn die Ladeinfrastruktur dort fertiggestellt ist.

bvg.de, vergabekooperation.berlin (Ausschreibung)

6 Kommentare

zu „BVG will E-Busse bei Subunternehmern zur Pflicht machen“
Maximilian Gelzinnes
13.05.2026 um 14:16
Ich finde dieses unnötige nachtreten bei Ebusco absolut unnötig und auch nicht sachlich. Alle Hersteller haben erhebliche Qualitätsprobleme. Und die Risse bei Ebusco waren zu keiner Zeit gefährlich oder hätten Betrieb beeinträchtigt. Das die Risse schon lange beseitigt worden, darüber wird nicht geschrieben….
Schmack
13.05.2026 um 16:23
Sehr sehr geil! Elektrisch ist die Zukunft! Nix Wasserstoff
-
13.05.2026 um 19:36
Wo willst du mit der Reichweite von einem Elektrobus hin? Ein Wasserstoffbus hat eine viel höhere Reichweite
Helmut Wilk
21.05.2026 um 14:58
Elektro für den Stadtverkehr vollkommen ausreichend, weil es an den Endpunkten Lademöglichkeiten geben wird.
Rene
14.05.2026 um 10:36
H2 ist ein totes Pferd, der Aufwand und effektive Wirkungsgrad ist gelinde gesagt sc....e, die Kosten sowieso. Mit wenig Aufwand lässt sich in einer Fahrpause, die immer vorhanden sind die Batterien wieder laden.
Berlinicke
13.05.2026 um 21:43
Die bvg,,, sollte sich einfach mal um IHRE PROBLEME in berlin kümmern. Der 277 Bus,,,ist der blanke horror..nur Mini Busse. ..permanent überfüllt...und reihenweise busausfälle. ...die mit Abstand schlimmste bislinie in berlin...das hat was zu sagen...zum heulen diese linie. Daran sollte die bvg sofort arbeiten..

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