Emco will E-Schwalbe in Suhl wiederbeleben
Der Münchner E-Roller-Hersteller Govecs, der seit 2017 die E-Schwalbe verkauft hatte, musste im November 2025 Insolvenz anmelden. Nun will mit Emco (Electro Mobility Company) ein anderer E-Roller-Hersteller die Fertigung und den Vertrieb der E-Schwalbe fortführen und dabei die Produktion vom polnischen Breslau ins thüringische Suhl umsiedeln. Die E-Schwalbe soll künftig genau auf dem Gelände gebaut werden, wo zu DDR-Zeiten der Hersteller VEB Simson das Vorbild für den elektrischen Retro-Roller E-Schwalbe, nämlich die klassische Schwalbe mit Zweitaktmotor, gebaut hatte.
„Die Schwalbe muss wieder Luft unter die Flügel bekommen – und zwar in Suhl“, erklärt Yasmin von Schweinitz. „Unser Ziel ist es, eine Ikone nicht nur neu zu beleben, sondern sie konsequent in die Zukunft zu führen.“
Dass die Produktion der E-Schwalbe in Breslau vergangenes Jahr zum Erliegen gekommen ist, sieht Emco als strategische Chance: Dadurch könne das Produkt strategisch neu aufgestellt und langfristig gesichert werden. Konkrete Details zu Produktionsstart und Stückzahlen arbeitet Emco derzeit noch aus, hofft aber auf einen Start der Fertigung noch in diesem Jahr. Dabei soll die E-Schwalbe nicht nur ein neues Produkt im E-Roller-Portfolio von Emco werden, sondern ein starkes Symbol für die Verbindung von Herkunft, Design und zukunftsfähiger Mobilität, so das Unternehmen aus dem niedersächsischen Emsland.
Bevor die Produktion in Suhl starten kann, soll das frühere Simson-Gelände von Altlasten befreit werden. Dazu hat die Gewerbepark Simson GmbH laut MDR vom Land Thüringen einen sogenannten Freistellungsbescheid von knapp 14 Millionen Euro erhalten. In den kommenden zwei Jahren sollen im Auftrag der Gesa (Gesellschaft zur Entwicklung und Sanierung von Altstandorten) mehrere Bereiche auf dem insgesamt rund 21 Hektar großen Areal saniert werden, und zwar nicht nur für die neue Produktion der E-Schwalbe, sondern auch für andere Firmen.
Emco bringt rund 15 Jahre Erfahrung in der Fertigung und dem Vertrieb von E-Rollern mit sich. 2024 hatte das Unternehmen bereits die Vermögenswerte, den Vertrieb und den Service des insolventen E-Roller-Herstellers Unu übernommen. Das Unternehmen bietet E-Roller auch speziell für Lieferdienste und Sharing-Plattformen an.





8 Kommentare