Xiaomi plant wohl Submarke „Sky Nomad“ mit Range-Extender-Modellen

Der chinesische E-Auto-Hersteller Xiaomi will offenbar unter dem Namen "Sky Nomad" eine Submarke einführen, die Fahrzeuge mit Range Extendern anbieten soll. Beim ersten Modell soll es sich um ein großes SUV handeln, das unter dem Codenamen Kunlun N3 entwickelt wird und bereits in der zweiten Jahreshälfte 2026 offiziell auf den Markt kommen soll.

Xiaomi produktion fabrik
Bild: Xiaomi

Noch ist die Informationslage zu der Submarke Sky Nomad und dem Kunlun N3 dünn. Laut chinesischen Medienberichten will Xiaomi damit großen, familientauglichen SUVs mit Range Extender wie dem Aito M8, dem Li Auto L9 und dem Leapmotor D19 Konkurrenz machen und ähnliche Preise aufrufen.

Dabei soll der Kunlun N3 offenbar eine Länge von ca. 5,30 Metern haben und einen Radstand von ca. 3,10 Metern. Dabei soll der SUV eine rein elektrische Reichweite von voraussichtlich 400 bis 500 Kilometer erzielen, die kombinierte Reichweite liegt bei etwa 1.500 Kilometern. Wichtig zum Verständnis: Fahrzeuge mit Range Extender werden grundsätzlich von Elektromotoren angetrieben. Ist in der Fahrzeugbatterie aber nicht mehr genug Energie vorhanden, so kommt ein kompakter Verbrennungsmotor als Generator zum Einsatz, der Strom erzeugt, um den Elektromotor weiter zu betreiben oder den Akku während der Fahrt aufzuladen. Der Verbrennungsmotor treibt aber die Reifen nie direkt an.

Der Kunlun N3 soll dabei offenbar mit einem Akku von 70 kWh Kapazität ausgestattet werden, um die hohe rein elektrische Reichweite zu erzielen. Laut dem lokalen Medienportal 21jingji hat Xiaomi dafür auch bereits die Batterielieferanten ausgewählt: Demnach wird Sunwoda 60 Prozent der benötigten Akkus liefern und CALB 40 Prozent.

Interessant ist auch die Frage, ob der Kunlun N3 von Sky Nomad womöglich identisch mit dem Projekt YU9 von Xiaomi ist und dieses ablöst, wie das chinesische Portal Gasgoo erwartet. Denn schon im Dezember gab es Berichte, wonach Xiaomi unter dem Namen YU9 bzw. Kunlun ein familientaugliches SUV mit Range Extender plant.

Der in Europa vor allem als Smartphone-Hersteller bekannte Technologiekonzern Xiaomi hatte vor rund zwei Jahren sein erstes Elektroauto auf den Markt gebracht, und zwar den an den Porsche Taycan erinnernden SU7, der vor kurzem überarbeitet wurde. Vergangenen Sommer folgte mit dem E-SUV YU7 dann ein zweites Modell. Damit ist Xiaomi, das seine E-Autos bislang nur in China verkauft, überaus erfolgreich: Das Unternehmen hat im Jahr 2025 insgesamt 411.082 Fahrzeuge ausgeliefert, was einer Steigerung von 200,4 Prozent gegenüber dem Premierenjahr 2024 entspricht.

cnevpost.com, gasgoo.com, 21jingji.com (Chinesisch)

1 Kommentar

zu „Xiaomi plant wohl Submarke „Sky Nomad“ mit Range-Extender-Modellen“
Paul-Gerhard Fenzlein
21.05.2026 um 08:35
Der jüngste Bericht über Xiaomis Pläne, neben reinen Elektroautos nun auch Modelle mit Range Extender (EREV) unter einer neuen Submarke in den chinesischen Markt zu drücken, offenbart vor allem eines: die immense Brutalität des chinesischen Preiskampfes. Xiaomi mag ein Tech-Gigant sein, doch die Realität der Autobranche holt auch sie ein. Nachdem der anfängliche Hype verflogen ist, flachen die Absatzzahlen der beiden BEV-Flaggschiffe – dem SU7 und dem YU7 – spürbar ab. Die logische Konsequenz? Der Konzern ist gezwungen, händeringend neue Märkte in Europa und neue Nischen in der Heimat zu erschließen. Dass aber ausgerechnet Range Extender die Rettung auf dem Heimatmarkt sein sollen, darf stark bezweifelt werden. Ein Blick auf die Zulassungszahlen vom April 2026 entlarvt diese Strategie als höchst riskante Wette gegen den aktuellen Markttrend. Die nackten Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache: Der gesamte chinesische Pkw-Markt ist im April im Vergleich zum Vorjahr um alarmierende 21,5 Prozent auf 1,38 Millionen Einheiten geschrumpft. In diesem rauen Klima gibt es im Grunde nur einen einzigen Sieger – und das sind reine Batterie-Elektroautos (BEVs). Gegen den Negativtrend legten sie um 2,4 Prozent auf 579.000 Einheiten zu. Alle anderen Antriebsarten bluteten im April massiv: • Die klassischen Verbrenner (Benziner & Diesel) stürzten mit 530.000 verkauften Einheiten um satte 37 Prozentab. • Plug-in-Hybride (PHEV) waren mit 192.000 Einheiten und einem Minus von 25,2 Prozent die größten Verlierer bei den alternativen Antrieben. • Und auch die Range Extender, auf die Xiaomi nun setzt, mussten mit 79.000 Einheiten einen Rückgang von 8,1 Prozent hinnehmen. Wenn in einem drastisch schrumpfenden Gesamtmarkt lediglich die reinen Stromer als Sieger hervorgehen und ihre Marktanteile behaupten, wirkt die Gründung einer komplett neuen Submarke für eine rückläufige Brückentechnologie wie ein strategischer Anachronismus. Anstatt die Ressourcen in die Weiterentwicklung der reinen BEV-Sparte zu stecken, droht Xiaomi sich in einem Segment zu verrennen, das laut aktueller Datenlage den Rückwärtsgang eingelegt hat.

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