Skandinavien: Zwei von drei Neuwagen sind Elektroautos

In den nordischen Ländern waren im April rund zwei von drei neu zugelassenen Pkw rein elektrisch. Besonders Norwegen und Dänemark treiben den Elektroauto-Anteil mit 98,6 und 81,9 Prozent nach oben. In Finnland und Schweden lagen die Anteile mit 48,8 und 42 Prozent deutlich niedriger.

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Bild: Daniel Bönnighausen

Über die Zulassungszahlen in Norwegen berichten wir bei electrive regelmäßig. Der Tipping Point ist in Norwegen aber längst überschritten, E-Autos machen konstant mehr als 95 Prozent aller Neuzulassungen aus. Im April waren stattliche 98,6 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen (konkret 11.103 Autos) rein elektrisch.

Doch auch in den anderen nordischen Ländern entwickelt sich der Elektroauto-Absatz äußerst dynamisch. In Dänemark lag der BEV-Anteil im April bei 81,9 Prozent, gegenüber 63,3 Prozent im Vorjahresmonat. Betrachtet man ausschließlich die Verkäufe an Privatpersonen, nähert sich Dänemark mit 96,3 Prozent bereits dem norwegischen Niveau an. Es ist der höchste Wert, den Dänemark in diesem Segment bisher erreicht hat.

Finnland kam im April auf einen ebenfalls beachtlichen Elektroauto-Anteil von 48,8 Prozent und lag damit vor Schweden, wo reine Elektroautos 42 Prozent der Neuzulassungen ausmachten. Während Norwegen damit praktisch zu einem vollelektrischen Neuwagenmarkt geworden ist und auch Dänemark nicht mehr weit davon entfernt ist, zeigt sich in Schweden und Finnland weiterhin ein gemischteres Bild. Dennoch gewinnen auch dort Elektroautos im Neuwagenmarkt weiter an Bedeutung.

Deutliche Unterschiede gibt es auch bei den beliebtesten Modellen: In Norwegen lag im April der Volkswagen ID.4 an der Spitze des Modellrankings, in Dänemark kam der Skoda Elroq auf die meisten Neuzulassungen. In Schweden führte der Volvo EX40 die Liste an. Einzig in Finnland konnte sich kein Elektroauto den ersten Platz sichern: Dort lag der Toyota Yaris Cross vorn, erst auf Rang zwei folgte mit dem Skoda Enyaq ein rein elektrisches Modell.

Insgesamt zeigt sich vor allem die deutlich höhere Verbreitung von Elektroautos in Norwegen. Dort sind alle Modelle aus der Top-Ten-Liste rein elektrisch angetrieben, während sich in Dänemark, Schweden und Finnland weiterhin auch Verbrenner- und Hybridmodelle unter den zehn beliebtesten Pkw befinden.

ntb.no, bilstatistik.dk

6 Kommentare

zu „Skandinavien: Zwei von drei Neuwagen sind Elektroautos“
Volker Jaschke
21.05.2026 um 13:46
Mit Tempolimit wären wir in Deutschland vermutlich viel weiter. Es würde der " sportliche" Ehrgeiz und soziale Druck entfallen, in möglichst kurzer Zeit Langstrecken zu absolvieren, mit dem man sich in seiner Peer group brüsten kann bzw. muss.
Richard
22.05.2026 um 08:31
Jeder der will, kann jetzt schon ein Tempolimit einführen. Liegt halt am rechten Fuss. Mehr nicht
Matthias
22.05.2026 um 00:57
Autobahnjagden mögen zu manchen Zeiten an manchen Orten noch möglich sein. In vielen verkehrsreichen Situationen jedoch kann man allenfalls mit rabiatem Lückenspringen irgendeinen "Vorteil" herausquetschen. Ich habe den Sechszylinder mit Reifen bis 270 km/h vor Jahren verkauft.
Horst Feuser
22.05.2026 um 17:31
Wie mein ehemaliger Chef,Hr.Duesmann(AUDI) schon vor fünf Jahren festgestellt hat: mit steigenden Elektroauto Zahlen hört die Autobahnraserei von selbst auf, weil die Reichweiten oberhalb 150 km/h einfach scheisse sind!
Gernot
25.05.2026 um 05:20
Ist ein veralteter Spruch. Dank 2-Gang-Getriebe, verbesserten E-Motoren und besseren Akkuzellen und höheren Akkukapazitäten ist es heute durchaus möglich 180km/h für lange Strecken zu fahren. Nachladen dauert heute auch nur noch 5-20 Minuten mit den 800V-System Fahrzeugen. Man bekommt also auch schnell wieder Reichweite rein wodurch man keinen größeren Malus durch das schnellfahren hat. Das gilt halt bisher nur für eher große und teurere Modelle. Der Mercedes GLA bringt aber noch in diesem Jahr eine Ladezeit von ~20 Minuten und bis zu 700km WLTP Reichweite in die Kompaktklasse, aber auch das nicht ganz günstig... In den nächsten 2-2.5 Jahren kommt da aber so einiges auf den Markt. Das E-Autos in der Masse schleichen müssen ist dann technisch nicht mehr gegeben. Das dies oft nicht der Fall ist liegt am Verkehrsaufkommen, den Bauarbeiten sowie den "Fahrkünste" anderer Fahrer.
Delta
25.05.2026 um 22:45
Ist primär eine Frage, inwieweit man mittels Besteuerung und Förderung (Prämien) in den Markt eingreifen möchte. Wenn der Strompreis in Deutschland (und nicht nur dort) halbiert würde (wobei die Quelle, fossil, regenerativ oder atomar für viele Autofahrerinnen und Autofahrer erst einmal sekundär ist) und man beim Kauf eines E-Autos, egal ob neu oder gebraucht, die Mehrwertsteuer erlassen bekäme, bei einem Verbrenner aber zusätzlich zu dieser noch eine Zulassungssteuer zahlen müsste, hätten wir auch rasch eine E-Autoquote von 50 Prozent und mehr. Bei meinem letzten Dänemark-Aufenthalt im September 2025 habe ich viele Leute auf ihr E-Auto angesprochen (auch ich war dort freilich elektrisch unterwegs) und zur Antwort bekommen, man könne sich ja keinen Verbrenner mehr leisten oder auch – sinngemäß – wir sollen keine Verbrenner mehr fahren, deswegen würden E-Autos auf Teufel komm raus gefördert. Da muss man nicht mit Pseudoideologien kommen, zumal an mir permanent Elektroautos vorbeirauschen, wenn ich hübsch artig Tempomat 120 fahre. Die meisten Menschen steuert man hauptsächlich über das Monetäre, leider.

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