E-Auto-Zulassungen: Norwegen erreicht neuen Monatsrekord

In Norwegen wurde im April mit einem Elektroauto-Anteil von 98,6 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen ein neuer Monatsrekord aufgestellt. 10.952 der 11.103 neuen Pkw waren rein elektrisch.

Volkswagen id4
Bild: Volkswagen

Zugegeben, die neuen Bestwerte in Norwegen bewegen sich nur noch im Bereich der Nach-Komma-Stellen: Nach 98 Prozent im Februar und 98,4 Prozent E-Auto-Anteil an den Neuzulassungen im März stellen die 98,6 Prozent im April dennoch einen bis daher noch nicht erreichten Rekord dar. Und wie die norwegische Straßeninformationsbehörde OFV mitteilt, lag der Elektroauto-Anteil in allen Provinzen bei über 95 Prozent – in Østfold waren es schon 99,3 Prozent, während selbst im hohen Norden in der Provinz Finnmark 95,1 Prozent erreicht wurden.

Während die 11.103 Neuwagen über alle Antriebsarten hinweg einem leichten Rückgang um 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entsprechen, haben die E-Autos mit 10.952 Neuzulassungen im Jahresvergleich um 1,7 Prozent zugelegt. Die weiteren Antriebsarten sind schnell abgehandelt: 87 neue Diesel entsprechen einem Marktanteil von 0,78 Prozent, 31 Benziner machen 0,28 Prozent aller Neuzulassungen aus und 20 Benzin-Plug-in-Hybride 0,18 Prozent. Die Benzin-Vollhybride und Diesel-Plug-in-Hybride kamen mit acht bzw. fünf Verkäufen auf einen Marktanteil von jeweils weniger als 0,1 Prozent.

„Erstmals verzeichnen wir zwei aufeinanderfolgende Rekorde für Elektroautos. Mit einem Anteil von über 95 Prozent Elektroautos in allen Landkreisen des Landes steht außer Frage, dass sich die meisten Norweger beim Neuwagenkauf für ein Elektroauto entscheiden“, sagt OFV-Direktor Geir Inge Stokke. „Ausschlaggebend sind wohl Preis, Technologie und Verfügbarkeit. Das sind gute Nachrichten für Klima und Verkehrssicherheit in Norwegen.“

Mit Blick auf die einzelnen Modelle sind die Zulassungen im April deutlich gleichmäßiger verteilt als in anderen Monaten, das meistverkaufte Modell kam nur auf 781 Einheiten – der VW ID.4. Dahinter folgt der Toyota Urban Cruiser mit 583 Neuzulassungen knapp vor dem VW ID.3 mit 543 Einheiten. Das Podium knapp verpasst hat der BMW iX3, das Neue-Klasse-Modell ist dennoch mit Abstand das meistverkaufte Modell von Premiummarken. Mit dem Toyota bZ4X (416), C-HR+ (407), Skoda Elroq (397), VW ID.7 (342), Tesla Model Y (326) und Ford Explorer (301) folgen in den Top Ten nur noch Modelle von Volumenmarken. Fünf von zehn Modellen basieren auf Volkswagens MEB-Architektur und Toyota kommt auf drei Vertreter unter den besten Zehn.

Im laufenden Jahr bleibt aber Tesla vorne – und das mit gleich zwei Modellen. In 2026 wurden bisher 5.652 neue Model Y und 2.062 Model 3 in Norwegen zugelassen. Knapp dahinter folgt mit 1.974 Einheiten der Toyota bZ4X, bevor auf den Plätzen vier bis sechs der ID.4 (1.524), Urban Cruiser (1.512) und Volvo EX40 (1.507) mit nur minimalem Abstand zueinander platziert sind.

ofv.no (Mitteilung), ofv.no (Statistik), ofv.no (Modelle, alle drei auf Norwegisch)

8 Kommentare

zu „E-Auto-Zulassungen: Norwegen erreicht neuen Monatsrekord“
P . Foik
04.05.2026 um 14:33
Super . So etwa wird bei uns wohl ein Traum bleiben . Leider gibt's bei uns ja fast keine richtig guten BEZAHLBAREN Autos !!!!!!
Andreas P
04.05.2026 um 16:23
Was ist für Sie ein bezahlbarer guter BEV , weil BEVs gibt es ab 16900 € neu und gebraucht sogar darunter je nachdem was man sich leisten kann.
ID.alist
04.05.2026 um 14:57
Wenn die Verbrenner so teuer wären wie in Norwegen, würde man die BEV Preise in D als Bezahlbar empfinden. Aber wenn Deutschland in der Vergangenheit so hohe Steuern auf Autos wie Norwegen erhoben hätte, dann wäre die Französische Revolution ein Witz gewesen, verglichen mit das was die Deutschen gemacht hätten.
erFahrer
05.05.2026 um 08:20
Das verschiebt den Bestand weiter. Es verstärkt die Frage nach der Infrastruktur. Der Rückbau oder Umbau von Tankstellen! Was bedeutet das für die Resttanker und auch die Verbrennerlogistik sowie die Verbrennertouristik die in dieses Land fahren- Braucht es bald schon eine Tankstellen app (wann offen und existiert sie überhaupt noch) ? Wenn sich also der Bedarf schon halbiert, Tendenz fallend wie soll der Rest das alles finanzieren (auch wenn der Grundstoff aus den eigenen Land ist. ). Tanklaster werden nur noch für Lebensmittel und Chemie Absatz finden. Norwegen wird wohl mehr und mehr auch hier das Lehrbeispiel für „Lost Places“. Und die Nachbarn werden sehr schnell folgen. Ps. Weis jemand wie es dort mit der Flotte im Militär aussieht?
Tim N.
05.05.2026 um 09:30
Norwegen ist nicht in der EU und fällt daher nicht unter die Schutzzölle, die unsere EU-Beamt/-innen erlassen haben, um die Bevölkerung vor dem Erwerb bezahlbarer Elektroautos zu schützen...
DC
05.05.2026 um 17:01
In Norwegen sind Verbrenner einfach so teuer, dass dir jedes eAuto im Vergleich dazu günstig vorkommt.
Markus Casper
05.05.2026 um 22:46
Das stimmt so nicht. Norwegen hatte als Anreiz die Mehrwertsteuer auf EAutos abgeschafft, um EAuto und Verbrenner gleich teuer zu machen. Diese Vergünstigungen sind heute wieder weg, da EAutos bei gleicher Ausstattung heute ungefähr gleich sind und technologisch viel moderner, leise, entspannter, geruchärmer etc. Und das in einem Land das eigentlich viel Öl und Gas hat. Nur die Menschen in Norwegen wechseln schnell in eine moderne Stromwirtschaft die nur noch 1/3 der Primärenergie in Form von Strom benötigt.
Alexander L
24.05.2026 um 15:06
Meine Meinung zu den Fundies hier: Norwegens E-Auto-Boom basiert auf einer einzigartigen Luxussituation, die sich nicht auf die EU übertragen lässt. Durch Öl-Einnahmen finanzierte Subventionen, extrem hohe Steuern auf Verbrenner und fast ausschließlich günstige Wasserkraft ermöglichen hohe Zulassungszahlen, während fehlende eigene Autoindustrie den freien Import erlaubt. Ein Land ohne gigantische Rohstoffreserven – wie Deutschland – kann sich einen solchen permanenten Verzicht auf Steuereinnahmen im Haushalt schlicht nicht leisten, Deutschland ist noch eine Exportnation und kann sich auch zu hohe C0²-Steuern auf Waren und Dienstleistungen bei den sehr fetten Sozialstaat und IGM 35 Stundenwoche, nicht realisieren. Nur mit einer Erhöhung von Spitzensteuersatz lässt sich die Party in Deutschland nicht finanzieren. Im Gegensatz dazu muss die EU mit Schutzzöllen ihre heimische Industrie schützen, um Arbeitsplätze zu sichern.Diesen Sommer geht es noch einmal mit dem Diesel nach Norwegen. Klar, in den großen "Tettsteder" sieht man bereits eine extrem hohe E-Auto-Dichte. Fährt man aber weiter ins Landesinnere, fragt man sich unwillkürlich, was dort eigentlich noch für alte Verbrenner unterwegs sind. Dagegen ist mein Diesel quasi ein grünes Auto... Doch auch ich will in Zeiten wie diesen Steuern sparen und steige demnächst auf die 0,25%-Regelung um. Das bedeutet im Klartext: weniger Steuereinnahmen für den Staat und weniger Beiträge für die Sozialkassen. Bin ich damit jetzt ein Sozialschmarotzer?Ich bin gespannt auf den Shitstorm, nach dem Eintrag – haut drauf!

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