China: Erste Akku-Wechselstation für Lkw mit Boschs BAAS-Lösung
Bosch und die Mitsubishi Corporation wollen sich mit ihrem 2025 gegründeten Joint Venture im Markt für „BaaS-Enablement-Lösungen“ und Beratungsdienstleistungen profilieren. Konkret strebt das Duo an, die Infrastruktur bereitzustellen, um das Battery-as-a-Service-Geschäft ihrer Kunden zu unterstützen. Als Zielgruppe gelten Leasingunternehmen, Batteriewechselbetreiber, Flottenbetreiber, Betreiber von Batterie-Energiespeichern und Versicherungsgesellschaften.
Mit Shanghai Lingzhou Technology präsentiert das Joint Venture nun seinen Erstkunden. Die von dem Auftraggeber in Chizhou betriebene Wechsel-Anlage ist entsprechend die erste, in der die Technologie von Bosch MC Battery Service Innovations zum Einsatz kommt. „An dieser Station können Batterien von Elektro-Lkw in wenigen Minuten gewechselt oder geladen werden. Aktuell nutzen bereits mehr als 100 Lkw täglich die Anlage“, teilt Bosch mit.
Der Ladeprozess wird laut den Partnen mithilfe künstlicher Intelligenz optimiert und um ein zusätzliches Serviceangebot ergänzt. Auf diese Weise ließen sich die Fahrzeuge und ihre Batterien besser überwachen und ihr Wert erhalten, heißt es. Klar ist: Elektro-Lkw sind in China im Kommen. „Fast 30 Prozent aller im Jahr 2025 verkauften Lastkraftwagen waren bereits sogenannte New Energy Vehicle (NEV). Bosch erwartet sogar, dass 2030 über die Hälfte aller neu zugelassenen Lkw rein elektrisch fahren werden. China gilt als Vorreiter im Wandel des Schwerlastverkehrs“, betont der deutsche Automobilzulieferer.
Das Joint Venture soll den Hochlauf weiter beschleunigen, denn es greift eine zentrale Herausforderung für Betreiber von Elektrofahrzeugflotten auf: Die im Laufe der Zeit nachlassende Batteriekapazität erschwert eine genaue Planung der Wertentwicklung sowohl des Fahrzeugs als auch seiner Energiequelle. Bosch liefert vor diesem Hintergrund seine „Battery in the Cloud“-Lösung als technische Grundlage für entsprechende Dienste des Joint Ventures zu. Die Software berechne den genauen Gesundheitszustand (State of Health) der Antriebsbatterie, prognostiziere dessen Verlauf und helfe bei der Optimierung des Ladevorgangs, heißt es.
„Mit diesem Service schaffen Bosch und Mitsubishi Corporation einen echten Mehrwert für Flotten“, betontThomas Pauer, Bereichsvorstand von Bosch Power Solutions. „Auch wenn der Gesundheitszustand durch Alterung und viele Ladezyklen nachlässt, behalten Flottenbetreiber mit unserer Lösung den Batteriezustand ihrer Fahrzeuge immer im Blick – ein entscheidendes Kriterium für die Alltagstauglichkeit und die Gesamtbetriebskosten einer Flotte.“
„Unser Service trifft den Nerv der Zeit: Wir unterstützen batterieelektrische Fahrzeuge im Flottengeschäft“, sagt Qian Yang, Geschäftsführer der lokalen Tochtergesellschaft in China. „Der ganzheitliche Ansatz beschleunigt die Elektrifizierung von Flotten und optimiert den gesamten Batterielebenszyklus – für unsere Kunden ist das gebündelte Know-how von Mitsubishi und Bosch die perfekte Kombination.“
Mit den gesammelten Ladedaten sollen darüber hinaus Aftermarket-Dienstleistungen wie vernetzte Versicherungen, Fahrzeug- und Batteriewartung sowie Service verbessert werden können. Bosch und Mitsubishi arbeiten bereits seit 2019 gemeinsam an diesem Thema. Ein erster Testlauf der Dienstleistungen „verlief bereits erfolgreich“, melden die Verantwortlichen, ohne dabei ins Detail zu gehen.

In der Tat hatten Bosch und Mitsubishi bereits im Frühjahr 2022 zusammen mit Blue Park eine Absichtserklärung unterzeichnet und ihr Vorhaben in groben Zügen skizziert. So gaben sie damals an, ein „Battery as a Service“-Geschäftsmodell etablieren zu wollen, das auf einer Batterietausch-Plattform basiert. Bosch sagte zu, seine erwähnte Battery-in-the-Cloud-Technologie beizusteuern, Mitsubishi seine „Kommerzialisierungsfähigkeit“, wie es in der damaligen Mitteilung hieß. Blue Park sollte den früheren Plänen zufolge seine Tausch-Plattform beitragen – und das ganze Projekt zunächst auf China ausgerichtet sein.
Das ist über vier Jahre her, zwischenzeitlich war es um das Projekt ruhig geworden, bis Bosch und Mitsubishi im Juli 2025 ein Joint Venture namens Bosch MC Battery Service Innovations GmbH vorstellten, das das BaaS-Geschäft der beiden Konzerne entwickeln soll. Die Gründung hat auch die EU-Kommission vergangenes Jahr gemäß der Fusionskontrollverordnung der Europäischen Union genehmigt.
Bosch und Mitsubishi halten dabei je 50 Prozent der Anteile an dem Joint Venture und üben die Kontrolle entsprechend gemeinsam aus. Außerdem soll das Angebot laut Angaben der EU-Kommission von Mitte 2025 in der Europäischen Union, Japan, China, den Vereinigten Staaten und Indien bereitgestellt werden. Von China als Priorität stand in dem EU-Papier nichts mehr. Auch der 2022 noch genannte Partner Blue Park wurde nicht mehr erwähnt.
Klar ist: Bosch und Mitsubishi betonen immer wieder, in BaaS-Angeboten einen starken Hebel zu sehen, da die anfänglichen Investitionskosten, die „Ausfallzeit“ während des Laden und die „Unsicherheit der Batterie“ wegfallen. Dies seinen alles Faktoren, die eine Elektrifizierung gewerblicher Flotten verhindern, so Mitsubishi bei der Bekanntgabe der Pläne.
bosch-presse.de





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