China verschärft Regeln für E-Autos mit Range Extender
Der neue chinesische Industriestandard QC/T 1086-2026 ersetzt die bisherige Fassung QC/T 1086-2017 aus dem Jahr 2017. Er legt deutlich konkretere technische Anforderungen und Prüfverfahren für Range-Extender-Systeme in Elektrofahrzeugen fest.
Das wird bereits am Namen deutlich: Aus den eher allgemein gefassten „Technischen Bedingungen“ der alten Fassung werden nun „Technische Anforderungen und Prüfverfahren“. Inhaltlich geht es somit um einen deutlich verbindlicheren Rahmen. Nach Angaben von CarNewsChina und CNR werden zahlreiche bisher qualitative Vorgaben durch messbare Anforderungen ersetzt.
So werden Formulierungen im alten Standard wie „sollte der technischen Produktdokumentation entsprechen“ durch spezifische Kriterien ersetzt. Am Beispiel der Genauigkeit der Leistungsregelung des Generators wird dies deutlich: Bei Systemen mit einer Nennleistung von bis zu 50 kW darf die Abweichung maximal ±1,5 kW betragen, bei stärkeren Systemen höchstens ±3 Prozent.
Die Grenzwerte wurden laut den Berichten auf Basis einer Branchenabfrage bei großen Autobauern und Zulieferern festgelegt. Sie sollen für führende Anbieter problemlos erreichbar sein, für etablierte Unternehmen mit Aufwand machbar bleiben und zugleich technisch schwächere Lösungen aus dem Markt drängen.
Konkreter gefasst werden auch die Vorgaben zur elektromagnetischen Verträglichkeit sowie zum Geräusch- und Vibrationsverhalten. Damit rücken zwei Punkte stärker in den Fokus, die auch bei Range-Extender-Systemen relevant sind: Zum einen muss das Zusammenspiel aus Generator, Leistungselektronik und elektrischem Antrieb störungsfrei funktionieren, zum anderen werden Geräusche und Vibrationen des zusätzlichen Verbrennungsmotors stärker standardisiert bewertet.
Neu sind außerdem konkrete Haltbarkeitstests. Dazu zählen ein 750-Stunden-Test mit wechselnder Last sowie ein Start-Stopp-Test über 100.000 Zyklen. Die Prüfungen sollen auf eine reale Nutzung von rund 300.000 Kilometern ausgelegt sein – einschließlich Stadtverkehr mit häufigem Zu- und Abschalten des Verbrennungsmotors.
Auch der Anwendungsbereich wird erweitert. Die Norm berücksichtigt künftig integrierte Bauformen, bei denen Generator- und Antriebsfunktion in einer gemeinsamen Getriebeeinheit zusammengeführt werden. Damit soll der Standard nicht nur klassische Range-Extender-Systeme erfassen, sondern auch neuere, stärker integrierte Antriebskonzepte.
Hintergrund ist die stark gewachsene Bedeutung von EREV-Modellen in China. Seit 2020 soll der Markt fünf Jahre in Folge deutlich zugelegt haben. 2024 wurden demnach bereits mehr als eine Million Fahrzeuge mit Range Extender verkauft. 2025 soll der Absatz auf mehr als 1,2 Millionen Einheiten gestiegen sein. Etliche Hersteller haben ihr Portfolio an EREV-Modellen inzwischen deutlich ausgebaut, darunter auch HIMA, IM Motors, Zeekr, Seres, Deepal, Li Auto oder auch Leapmotor. Um nur ein paar Beispiele zu nennen. Ein Ende des Wachstums scheint damit vorerst nicht in Sicht.
carnewschina.com, cnr.cn (auf Chinesisch)





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