BYD baut Batteriemontage in Brasilien aus

Der chinesische Auto- und Batteriehersteller BYD hat den Ausbau seiner Batteriemontage in Brasilien angekündigt. Der Vorstoß ist Teil einer breiteren Initiative, den lokalen Wertschöpfungsanteil von in Brasilien gebauten Fahrzeugen auf 50 Prozent zu erhöhen. Zudem will BYD in Brasilien auch stationäre Batteriespeicher montieren.

Byd dolphin mini brasilien
Der BYD Dolphin Mini ist derzeit Brasiliens meistverkauftes Auto
Bild: BYD

BYD baut seit vergangenem Sommer in seinem neuen Werk in Camaçari im brasilianischen Bundesstaat Bahia den vollelektrischen Dolphin Mini, der in Europa Dolphin Surf heißt und in China Seagull. Die Fabrik ist zunächst im SKD-Verfahren (Semi Knocked-Down) gestartet. Das bedeutet, dass die Fahrzeuge in großen Baugruppen importiert und in Camaçari final montiert werden.

Da die privilegierten Importzölle für diese SKD-Bausätze in Brasilen Ende Januar 2026 ausgelaufen sind, steht BYD unter hohem Zeitdruck, den Fertigungsgrad zu erhöhen – und hat bereits angekündigt, ab der zweiten Jahreshälfte 2026 auf komplexere Fertigungsstufen wie Schweißen, Lackieren und Stanzen umstellen zu wollen.

In diesem Licht ist daher auch die nun erfolgte Ankündigung von BYD zu sehen, die Batteriemontage in Brasilien ausbauen zu wollen. Es geht also nicht um die Batteriezellfertigung, die BYD weiter für die in Brasilien hergestellten E-Autos in China durchführt, sondern um den Zusammenbau jeweils mehrerer Batteriezellen zu Batteriemodulen und Batteriepacks.

Bereits bis Anfang 2027 will BYD nun einen Inlandsanteil von 50 Prozent an der Wertschöpfung bei den in Brasilien hergestellten Autos erreichen. Das sagte Alexandre Baldy, Senior Vice President von BYD Brasilien, nun in einem Interview. „Wir lokalisieren unsere Produktion“, sagte Baldy, „um wirklich ein brasilianischer Hersteller zu werden. Die Batterie ist ein weiteres Produkt, eine wichtige Komponente.“

BYD strebt an, bis 2030 die meistverkaufte Automarke im Land zu werden – und eine starke Wertschöpfung im Land ist somit wohl nicht nur wegen der Importzölle auf Fahrzeuge, SKD- und CKD-Bausätze wichtig, sondern auch für das Image und die Positionierung als lokaler Arbeitgeber.

Der Ausbau der Batteriemontage für E-Autos ist Teil eines bestehenden Plans, 5,5 Milliarden Reais (ca. 930 Millionen Euro) in das neue Automobilwerk in Camaçari zu investieren. Darüber hinaus will BYD zwischen 50 und 60 Millionen Reais in den Ausbau einer Produktionslinie für Busbatterien an seinem Standort in Manaus investieren.

Das Unternehmen plant weiterhin, in Brasilien auch eine Produktionslinie für stationäre Batteriespeicher (BESS) zu errichten. Hier ist aber noch keine Standortentscheidung gefallen. Die BESS-Produktionslinie könnte entweder parallel zur Fertigung der Busbatterien in Manaus entstehen oder aber auch an einem neuen Standort. Das Investitionsvolumen hierfür beziffert BYD auf 500 Millionen Reais (ca. 84,7 Millionen Euro).

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