Lyten zahlt 60 Mio. Euro für Northvolt-Standort in Heide
Dass Lyten den Standort der geplanten Batteriezellfabrik von Northvolt in Heide übernehmen will, ist schon seit August 2025 bekannt. Doch bis für ein solches Großvorhaben alle bürokratischen und juristischen Hürden genommen sind, vergeht in Deutschland viel Zeit. Nun aber scheint die Übernahme auf der Zielgeraden: Wie der „Spiegel“ meldet, haben sich die Beteiligten nun auf einen konkreten Kaufpreis für das Areal geeinigt, nämlich auf besagte rund 60 Millionen Euro.
Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es aber noch nicht. So sagte ein Sprecher des schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministeriums gegenüber dem NDR: „Die Landesregierung ist weiter in Gesprächen mit Lyten“. Das Kabinett und zwei Landtagsausschüsse befassen sich demnach in der dieser Woche mit der Causa Lyten/Northvolt. Bis dahin werde sich die Regierung nicht zu dem Thema äußern.
Dazu muss man wissen, dass es sich nicht etwa um eine fertige Batteriezellfabrik handelt, sondern eher um eine „Brache“, wie das Nachrichtenmagazin schreibt. Denn nach dem Spatenstich im Beisein des damaligen Bundeskanzlers Olaf Scholz (SPD) und Vizekanzlers Robert Habeck (Grüne) im März 2024 wurde zwar das Gelände erschlossen wurde, doch zum tatsächlichen Bau der Zellfabrik mit dem Namen Northvolt Drei kam es nie – schließlich meldete Northvolt im November 2024 zunächst Insolvenz nach US-Recht an und später dann auch am Stammsitz in Schweden. Seitdem kam das Projekt auch in Deutschland trotz reichlicher Fördermittel nicht mehr richtig voran.
Nun scheint aber der Weg frei für die kleinere Lösung von Lyten: Das US-Unternehmen will auf dem Gelände in Heide zwar auch eine Batteriezellfabrik bauen, die soll aber deutlich kleiner ausfallen als in den Plänen von Northvolt. Anstatt der von Northvolt geplanten 3.000 Arbeitsplätze will Lyten „nur“ 1.000 Arbeitsplätze schaffen. Und das Projekt soll sich nicht nur auf die Zellproduktion konzentrieren, sondern Lyten will am Standort auch ein großen Batteriespeicher und ein Rechenzentrum einrichten.
Der Verkauf des Areals an Lyten würde die Verluste der Staatskasse etwas dämpfen: 600 Millionen Euro hatten Bund und Land über eine Wandelanleihe bereitgestellt, davon wurden über 300 Millionen Euro ausgegeben. 153 Millionen Euro an nicht verwendeten Mitteln sind bereits zurückgeflossen, weitere 69 Millionen Euro sollen folgen. Der Rest liegt offenbar auf einem Sperrkonto, um eine Insolvenz der deutschen Projektgesellschaft zu verhindern.





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