ACV setzt H2-Abschlepper erstmals im Regelbetrieb ein
Nach Angaben des Automobil-Club Verkehr (ACV) handelt es sich um den ersten Wasserstoff-Abschleppwagen eines deutschen Automobilclubs im regulären Einsatz. Das Fahrzeug basiert auf dem PH2P Truck von Paul Nutzfahrzeuge, der wiederum auf einem Mercedes Atego 4×2-Chassis aufbaut. Für den Abschleppeinsatz wurde der Lkw von Wellmeyer Fahrzeugbau mit einem hydraulischen Schiebeplateau mit vier Tonnen Traglast ausgestattet. Der ACV hatte das Fahrzeug zunächst auf der Fachmesse IFBA in Kassel präsentiert und nun im Rahmen einer Sonderausgabe seines Veranstaltungsformats „ACV Connect“ offiziell in den Regelbetrieb überführt.
Mit dem in Köln angesiedelten Pilotprojekt will der Club untersuchen, wie sich alternative Antriebstechnologien im Abschleppalltag bewähren. Wasserstoff sei zwar nicht in allen Mobilitätsbereichen die naheliegende Lösung, könne aber dort Vorteile bieten, wo hohe Lasten, lange tägliche Laufleistungen und kurze Standzeiten gefragt sind, so die Verantwortlichen. Abschleppfahrzeuge legen nach Angaben des ACV häufig bis zu 400 Kilometer pro Tag zurück und müssen oftmals rund um die Uhr verfügbar sein. Der Club betont zugleich, dass weiterhin auch Batterie-elektrische Nutzfahrzeuge für künftige Anwendungen in Betracht gezogen werden.
TH Köln begleitet den Praxiseinsatz wissenschaftlich
Angetrieben wird der H2-Abschleppwagen von einer 80-kW-Brennstoffzelle von Toyota. Ergänzt wird diese durch einen Zentralantrieb von Voith mit einer Dauerleistung von 200 kW und einem Drehmoment von 3.100 Nm. Zusätzlich verfügt das Fahrzeug über eine Batterie mit 133 kWh Kapazität. Das zulässige Gesamtgewicht im Anhängerbetrieb liegt bei 24 Tonnen. Insgesamt speichert das Fahrzeug 30 Kilogramm Wasserstoff in sechs Tanks. Die Reichweite gibt der ACV mit bis zu 450 Kilometern an. Das Betanken soll an Wasserstoffstationen von H2 Mobility rund 15 Minuten dauern. Anschließend könne das Fahrzeug ähnlich schnell wieder eingesetzt werden wie ein konventioneller Diesel-Abschleppwagen.
Über den praktischen Einsatz hinaus soll das Projekt wissenschaftliche Erkenntnisse zur Praxistauglichkeit von Wasserstoff im Abschleppbetrieb liefern. Das Institut für Fahrzeugtechnik der Technischen Hochschule Köln begleitet deshalb den Einsatz des Fahrzeugs über einen Zeitraum von einem Jahr. Das Abschleppunternehmen LS Pannenservice stellt dafür Betriebsdaten wie Verbrauchswerte, Einsatzprofile, Tankdaten und Informationen zu den abgeschleppten Fahrzeugen zur Verfügung. Ziel der Untersuchung ist es, den Wasserstoff-Abschleppwagen möglichst direkt mit einem analogen Diesel-Fahrzeug zu vergleichen. Die Ergebnisse sollen zeigen, welche Rolle die Brennstoffzellentechnologie künftig bei emissionsärmeren Abschlepp- und Pannenhilfediensten spielen kann.





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