Interview

12. Sep 2011

E-Gespräch: “Wir treten selbstbewusst an.” Gernot Lobenberg, Berliner Agentur für Elektromobilität.


Berlin hat keine wesentlichen Autohersteller oder Zulieferer vorzuweisen und will dennoch ein nationales Schaufenster für Elektromobilität werden. Den vermeintlichen Standortnachteil deutet der Vorkämpfer der Hauptstadt Gernot Lobenberg im E-Gespräch mit electrive.net in einen Vorteil um. Gerade die Unabhängigkeit von der Industrie sei eine Chance, sagt der Chef der Berliner Agentur für Elektromobilität (eMO). Als Mitveranstalter des Konferenzprogramms im Rahmen der Clean Tech World erklärt Lobenberg auch, warum ausgerechnet die Mode- und Internetwirtschaft in Berlin ein Vorbild für die E-Mobilität sein könnte. Und, wo Laternenparker künftig den Strom für ihre E-Autos hernehmen.

Herr Lobenberg, Berlin hat neben Baden-Württemberg und Bayern die besten Chancen, ein nationales Schaufenster der Elektromobilität zu werden. Dürfen wir Ihnen schon gratulieren?

Lobenberg: Dazu ist es noch zu früh. Wir rechnen uns gute Chancen aus, ein Schaufenster der Elektromobilität zu werden. Wir bereiten uns auf die Ausschreibung vor, und wir treten selbstbewusst an. Aber noch hat die Ausschreibung gar nicht begonnen. An Spekulationen beteiligen wir uns nicht.

Berlin bietet einerseits reichlich Platz für verschiedenste Anwendungsgebiete, andererseits werkelt hier kein großer Hersteller an elektrischen Fahrzeugen. Ist die Nähe zur Bundespolitik Berlins einziger Trumpf?

Lobenberg: Die Hauptstadtfunktion, die Nähe zu Entscheidern in der Politik, zu internationalen Medien und Spitzenverbänden, ist sicher einer unserer Trümpfe, aber bei weitem nicht der einzige. Gerade die Herstellerneutralität, also die Tatsache, dass Berlin anders als andere deutsche Regionen nicht von einem großen Autobauer geprägt wird, ist in Wirklichkeit ein Vorteil. Denn so können wir mit allen sprechen und gemeinsame Projekte mit allen Herstellern angehen. Ein weiterer Vorteil ist die wissenschaftliche Exzellenz und hohe Forschungsdichte in Berlin, was Themen der Elektromobilität angeht – von smart grid über Batterien bis zu Antrieben und IT-Integration. Berlin bietet mit einem sehr gut ausgebauten Öffentlichen Nahverkehr und jungen, experimentierfreudigen Verbrauchern zudem ideale Voraussetzungen zur Erprobung neuer Geschäftsmodelle. Und, weil Elektromobilität ohne nachhaltige Stromerzeugung für uns nicht vorstellbar ist, bietet unser Nachbarland Brandenburg als Spitzenreiter in erneuerbaren Energien einen weiteren Standortvorteil.

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Marken + Nachrichten

09. Jun 2015

Dekarbonisierung, Audi, Renault, Bolloré, dena & eMO, BMW.


Komplett-Dekarbonisierung im 21. Jahrhundert: Die führenden Industriestaaten wollen vor Ablauf dieses Jahrhunderts Kohle, Öl und Erdgas abschwören – ein überraschend deutliches Bekenntnis vom Gipfel von Elmau. Bis zum Jahr 2050 soll die Energieversorgung der G7 weitgehend auf Erneuerbare umgestellt werden. Freilich sind das nur Versprechungen. Doch damit dürfte auch dem letzten Fritz Indra dämmern, dass der Verbrennungsmotor irgendwann ausgedient hat und die Elektromobilität übernimmt.
spiegel.de, manager-magazin.de

Tesla-Fighter schon zur IAA? “Automotive News Europe” berichtet unter Berufung auf Unternehmenskreise, dass Audi sein rein elektrisches SUV (vermutlich als Q6 e-tron) schon zur diesjährigen IAA zeigen will – zumindest als Konzept. Dem Bericht zufolge könnte der Neuling später auch als Plug-in-Hybrid und eventuell sogar mit Brennstoffzelle angeboten werden.
autonews.com (Registrierung nötig), motorauthority.com

Renault baut Bolloré-Stromer: Renault hat jetzt wie im vergangenen Jahr angekündigt in seinem Werk im französischen Dieppe mit der Montage der bisher in Italien gefertigten elektrischen Bluecars von Bolloré begonnen. Der viersitzige CarSharing-Stromer bringt es laut Hersteller dank eines Lithium-Polymer-Akkupakets mit 30 kWh im Stadtverkehr auf 250 Kilometer Reichweite.
greencarcongress.com, renault.com

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emobil-BW_PavillonHMIElektromobilität made in Baden-Württemberg: Der Baden-Württemberg Pavillon zeigte als einer der großen regionalen Gemeinschaftsstände der Hannover Messe 2015 Perspektiven und aktuelle Trends der Elektromobilität. Der Treffpunkt auf der MobiliTec zog mit 37 Ausstellern, innovativen Produkten, Dienstleistungen und Exponaten über 2.700 Fachbesucher aus aller Welt an. Sehen Sie selbst: Film ab! e-mobilbw.de

eMobility-Kooperation: Die Deutsche Energie-Agentur und die Berliner Agentur für Elektromobilität wollen künftig zusammenarbeiten. Neben dem Wissens- und Erfahrungsaustausch sind auch die Vernetzung von Marktpartnern, Multiplikatoren und Entscheidern aus der Politik sowie eine stärkere Verknüpfung der Bund-Länder-Aktivitäten geplant.
dena.de

7er-Leak: Morgen feiert der neue 7er BMW seine offizielle Weltpremiere. Auf der Website von BMW Österreich war das neue Luxus-Flaggschiff der Bayern allerdings schon am Wochenende für kurze Zeit zu sehen, was “BimmerToday” prompt für einige Screenshots genutzt hat. Laut den “geleakten” Infos wird der angekündigte Plug-in-Hybrid 740e noch nicht zum Marktstart im Oktober angeboten.
bimmertoday.de, autobild.de, autozeitung.de

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Service

02. Jul 2015

Streitgespräch, Mensch gegen E-Maschine.


Hör-Tipp: Gernot Lobenberg, Chef der Berliner Agentur für Elektromobilität hat sich mit dem Auto-Schrauber, Radio-Moderator und Benzin-Freund Andreas Keßler beim RBB-Sender Radio Eins ein spannendes Streitgespräch zum Für und Wider der Elektromobilität geliefert.
radioeins.de

Video-Tipp: Die niederländische Europameisterin im 100-Meter-Lauf Dafne Schippers ist gegen das Solarauto der TU Delft angetreten. Wir nehmen den Ausgang des Wettrennens mal nicht vorweg.
youtube.com via mein-elektroauto.com

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