05.05.2018 - 11:29

Norwegen schützt Fjorde mit Null-Emissionen-Zone

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Norwegen will die erste Null-Emissionen-Zone zu Wasser schaffen. Das Parlament hat eine Resolution angenommen, die vorsieht, Emissionen in den Welterbe-Fjorden „so schnell wie technisch möglich und spätestens 2026“ zu verbannen.

Im Umkehrschluss heißt das: An den zu UNESCO-Welterbestätten ernannten westnorwegischen Fjorden wie Geirangerfjord und Næerøyfjord sollen spätestens 2026 nur noch Elektroschiffe verkehren dürfen. In der dortigen Gegend sind vor allem Kreuzfahrtschiffe und Fähren unterwegs, die zurzeit teils noch eine Menge Emissionen ausstoßen.

Schon länger hat sich angedeutet, dass Norwegen neben der Vorreiterrolle bei der Elektrifizierung des städtischen Verkehrs auch in der maritimen Wirtschaft eine drastische Reduktion der Emissionen anstrebt. Das kann ohne Elektrifizierung nicht gelingen. Zu den Aushängeschildern auf diesem Gebiet zählt der Fährbetreiber Fjord1, eine der größten regionalen Verkehrsgesellschaften in Norwegen. 2016 haben Fähren des Unternehmens nach eigenen Angaben 10,2 Millionen Fahrzeug und 20,9 Millionen Passagiere transportiert. Die Gesellschaft hat bereits etliche Elektro-Fähren in der Flotte und vor Kurzem Verträge mit der Havyard Group zur Konstruktion von sieben weiteren Batterie-elektrischen Fähren unterzeichnet. Fünf davon werden in der firmeneigenen Werft in Leirvík (Norwegen) und zwei weitere in der türkischen Werft Cemre Shipyard gebaut. In Betrieb sollen sie Anfang 2020 gehen.

Zu den Batteriespezialisten, die die maritime Wirtschaft Norwegens als Wachstumsmarkt ausgemacht haben, gehören PBES Energy Storage und Siemens. Die Deutschen investieren insgesamt 100 Mio Norwegische Kronen (10,5 Mio Euro) in die Produktion von Batterien für elektrische Schiffsantriebe in Norwegen.

Schon vor der verabschiedeten Resolution, die sich ohnehin vorerst auf eine limitierte Zone beschränkt, ist die Elektrifizierung von Fähren angesichts der häufig kurzen Wasserwege zwischen den Fjordhäfen in Norwegen ein immer wichtigeres Thema geworden. Aber nicht nur das: Ein nationales Forschungsprojekt beschäftigt sich derzeit auch mit der Entwicklung von selbstfahrenden und lokal emissionsfreien Fährschiffen. Für die Umsetzung entsprechender Konzepte sollen Kongsberg, Grenland Energy, Fjellstrand und Grønn Kontakt sorgen.

Auch außerhalb Norwegens wächst das Bewusstsein, dass die Schifffahrt ihren Teil zur Senkung der Emissionen leisten muss. Bei einem Treffen der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation der UN haben sich kürzlich 173 Staaten darauf verständigt, die CO2-Emissionen in der Schifffahrt bis 2050 um mindestens 50% im Vergleich zu 2008 zu reduzieren.
electrek.co, marinelog.com, shipandbunker.com

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05.05.2018 11:36