04.11.2018 - 13:11

Telekom startet Aufbau von Ladenetz für Elektroautos

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Der Startschuss ist gefallen: Wie electrive.net exklusiv erfuhr, nimmt die Deutsche Telekom die ersten öffentlichen Ladestationen in Betrieb. Damit beginnt der vor einem Jahr angekündigte Aufbau eines bundesweiten Netzes mit bis zu 12.000 öffentlichen Ladestationen für Elektroautos. 

In Darmstadt nahm das Unternehmen bereits die ersten drei normalen Ladestationen in Betrieb, wie electrive.net aus Unternehmenskreisen erfahren hat. Am Firmensitz in Bonn feiert die Telekom dieser Tage gleich eine doppelte Premiere: Dort geht neben einer umgerüsteten Ladestation (Stichwort: Verteilerkasten) auch noch die erste von ca. 500 geplanten Schnellladestationen mit bis zu 150 kW ans Netz.

Damit der Ladenetz-Ausbau zügig vonstatten gehen kann, rüstet die Telekom hierfür Teile ihrer vorhandenen Telekommunikations-Infrastruktur zu Ladestationen auf. Dreh- und Angelpunkt für die Aufrüstung sind die für Festnetz- und Internetverbindungen nötigen Kabelverzweiger. Die „grauen Kästen“ am Straßenrand erhalten dazu eine eigene Stromversorgung und eine digitale Messstelle. Diese Nutzung bereits vorhandener Infrastruktur erspare zusätzliche Aufbauten im Stadtbild, so die Telekom. Die Ladesäulen selbst können bis zu zehn Meter vom Verteilerkasten entfernt sein.

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Jede normale Ladestation verfügt dann am Ende über einen oder zwei Typ-2-Ladepunkte, an denen mit bis zu 11 kW geladen werden kann. Doch dabei soll es nicht bleiben: „Wir werden unser bundesweites Ladenetz um weitere Schnell- Ladepunkte ergänzen und bauen bereits heute eine zukunftssichere Infrastruktur“, sagt Bruno Jacobfeuerborn, Geschäftsführer der DFMG Deutsche Funkturm GmbH und der neuen Comfort Charge GmbH, die den Betrieb der Ladeinfrastruktur organisieren wird. Parallel zu den Standard-Ladestationen sollen in den nächsten drei Jahren rund 500 Schnelllader aufgebaut werden. Eine Ladeleistung von bis zu 150 kW pro Standort soll dann zur Verfügung stehen.

Umgesetzt wird das Vorhaben von Comfort Charge. Mit etwa einem Dutzend Mitarbeitern akquiriert die Telekom-Tochter geeignete Flächen für öffentlich zugängliche Ladestationen, mietet diese an, baut, betreibt und vermarktet dort Ladeinfrastruktur an E-Mobility Provider (EMP). Für einen AC-Ladevorgang wird ein Preis von 7,89 Euro aufgerufen. Bei einem DC-Ladevorgang sind es sogar 14,49 Euro. Dabei ist es egal wie lange geladen wird. Für Flottenkunden wird darüber hinaus angeboten, eine dedizierte Infrastruktur aufzubauen und zu betreiben. Dabei kann die Hardware für die Ladeinfrastruktur entweder dem Kunden oder Comfort Charge gehören.

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17 Kommentare zu “Telekom startet Aufbau von Ladenetz für Elektroautos

  1. Peter D

    Werden denn Strassenlaternen auch schon angezapft? Und wie kommt der Strom dann zur Strasse? Privat ist es in München bisher nicht möglich, sich mal schnell einen Stromanschluss an die Straße zu legen und das Kabel auf den Bürgersteig legen, ist nicht erlaubt.

    • Andreas Horns

      Den Text gelesen? Oder erstmal nur daher getrollt?

      • Peter Desilets

        Ok, was habe ich denn überlesen?

    • Miesek

      Das sehe ich auch als das Hauptproblem an, das dringend anzugehen gilt. Habe hierzu auch unserem Hessischen MP geschrieben. Es wäre wichtig dass der Gesetzgeber zunächst mal die unsägliche Situation mit dem „Kabel über den Bürgersteig“ klärt, damit kluge Menschen dafür Lösungen entwickeln können die auch bezahlbar bleiben. Genau dieses Problem hält viele Besitzer von Reihenhäusern ab E-Autos anzuschaffen, weil es dem „Bösen Nachbarn nicht gefällt“ und gleich das Ordnungsamt ruft. Das kann es nicht sein.

      • B. Schuler

        Es gibt Kabelabdeckungen, die ein Stolpern verhindern. Dann ist der Gehweg kein Problem.

  2. Rainer fritsch

    Ladesäulen sind immer gut. Nur mit den völlig überteuerten Preisen für Ladevorgänge und versteckte Parkgebühren wird das nicht viele Eelektro- und Hybrid-Fahrer in die Städte locken. Jeder Liter Diesel und Benzin ist dagegen fast geschenkt!!

    • Nilpferd

      Wo gibt es denn die fast geschenkten Kraftstoffe?

      • Max

        Wüsste ich auch gern. Und wie wird ein Aufkommen von rund 40 Mrd. EUR pro Jahr mit der Energiesteuer erzielt? Meine Vermutung: Wenn ein signifikanter Anteil der Jahresfahrleistung in Deutschland elektrisch erfolgen wird (wird bereits bei einem hohen Anteil von Plug-in-Hybriden bei Pendlern geschehen), wird sich Vater Staat eine neue Strombesteuerung (auch des selbsterzeugten PV-Stroms) überlegen.

      • hugo

        1l Sprit hat ca. 10kWh, man darf dabei gratis Sauerstoff verbrennen und die Luft verschmutzen..im vergleich zu Strom ist dies billig.

    • Miesek

      Genau so sehe ich das auch

  3. ich würd gern bravo rufen…wenn das bereits vor 10 jahren passiert wär!
    kleine randbemerkung die ich mir nicht verkneifen kann,vor zehn jahren hat tesla bereits 12000(incl.destination charger!)ladepunkte
    in europa am laufen!

    • Uwe

      Vor 10 Jahren hatte Tesla gerade mal den Roadster auf den Markt gebracht.

  4. Olaf

    Das wird die Telekom auch wieder nur in großen Städte anbieten, auf dem Land wird es wieder zu teuer für die arme Telekom. Ist ja bei der Telekommunikation auch schon so!!!!!

  5. Kay

    Tolle Idee, bin gespannt auf die Umsetzung insbesondere im ländlichen Bereichen! Zu viele auf dem Land müssen um flexibel zu bleiben selber fahren, in den Städten gibt es viel mehr Möglichkeiten öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen, auf dem Land nicht immer verfügbar. Außerdem sollte der Standart 22 KW Lader das Minimum sein! Noch bessere wäre es wenn die Telekom in ihrem Hauptgeschäft (Mobil-/) Festnetz auch im ländlichen Bereichen maximale Leistung (Mi destens 50MB, besser 100 MB Leitung) aufbaut, damit jeder Anschluss maximale Leistung nutzen kann. Wo bleibt die Umsetzung Deutschland als Industrievorreiter in E-Mobilität und Internet?!?

    • hugo

      der Staat zahlt Kommunikationsinfrastruktur weil es der „Freie Markt“ nicht schafft. Die Telekomm baut Ladestationen, weil es die „freien“ Energieversorger nicht schaffen.

      Deutschland 0.0

  6. Miesek

    Man darf gespannt sein, wie die ganzen neuen Ladeserviceanbieter daraus ein Geschäftsmodell stricken. Ergebnis wird am Ende sein, daß E-Mobilität nachträglich betrachtet doch nicht so günstig ist wie es zur Zeit noch ausschaut, zumindest für Leute die keine günstige Möglichkeit haben zuhause selber zu laden. Und wie sich die Stromtarife entwickeln werden ist auch noch offen, auch wenn die Konkurrenz dafür sorgt dass Preise nicht in den Himmel wachsen.

  7. David

    Wunderbar wäre es, wenn diese Ladestationen auch irgendwo verzeichnet würden. Die Webseite gibt über die Standorte genau Null Auskunft.
    Wenn das so bleibt wird das Laden an diesen Stationen Insidern oder Zufallsfunden vorbehalten 😀

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04.11.2018 13:11