15.11.2018 - 15:00

VW fertigt in Zwickau künftig 330.000 E-Modelle pro Jahr

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Volkswagen lüftet Details zur Elektro-Transformation seines Werks in Zwickau. Künftig sollen dort bis zu 330.000 E-Modelle pro Jahr vom Band laufen. Die Investitionen in das Pilotwerk, dem national und international weitere folgen werden, beläuft sich auf rund 1,2 Milliarden Euro.

Zurzeit laufen in Zwickau noch der Golf und der Golf Variant vom Band. Die Umwandlung des Werks in einen reinen Elektro-Standort erfolgt schrittweise und wurde diesen Sommer eingeleitet. Volkswagen bestätigte nun vor Pressevertretern, dass der Umbau planmäßig vorankomme und die erste von zwei Fertigungslinien zum Bau von Stromern auf Basis des MEB-Baukastens zum voraussichtlichen Produktionsstart des ID. im November 2019 umgerüstet sein wird. Die zweite Linie soll bis Ende 2020 umgestellt werden und dann auch gleich in Betrieb gehen.

Die oben genannte Zahl von 330.000 angestrebten E-Modellen pro Jahr garnieren die Wolfsburger mit bereits bekannten Angaben: Demnach steigt die maximale Produktionskapazität in der finalen Ausbaustufe ab 2021 voraussichtlich von aktuell 1.350 auf 1.500 Fahrzeuge pro Tag, sechs E-Modelle dreier Konzernmarken (VW, Seat und Audi) sollen dann vom Band rollen. Konkret geht es um drei VW-Modelle (Kompaktmodell, SUV und ein Derivat) sowie zwei Audi- und ein Seat-Fahrzeug. Zwickau werde somit zum „größten und leistungsfähigsten Elektroauto-Werk des Konzerns“. In der Montage will Volkswagen den Automatisierungsgrad mit dem Einsatz von intelligenten Robotern und fahrerlosen Transportsystemen nahezu verdreifachen. „Mit dem Produktionsstart des ID. in gut zwölf Monaten bricht für Volkswagen eine neue Ära an – vergleichbar mit dem ersten Käfer oder dem ersten Golf“, frohlockt Thomas Ulbrich, Vorstand für E-Mobilität der Marke Volkswagen. Und: Der Umbau von Zwickau zum E-Standort Nummer 1 sei ein starkes Bekenntnis zu Deutschland. Wenn Volkswagen in die Massenproduktion von Elektroautos einsteigt, gibt man dem ganzen Thema einen gewaltigen Push, war der einhellige Tenor der VW-Verantwortlichen heute vor Ort.

Auch was die Umweltverträglichkeit angeht, soll das Zwickauer Werk Maßstäbe setzen. Volkswagen spricht vom ID. als erstem Fahrzeug, das „bilanziell über die gesamte Liefer- und Fertigungskette CO2-neutral produziert wird“. Die Rechnung geht freilich „nur“ mit Ausgleichsmaßnahmen für nicht vermeidbare Emissionen auf. Für die zurzeit 7.700 Mitarbeiter am Standort lautet die Devise, dass die Beschäftigung am Standort „weitgehend stabil“ bleiben soll. Allerdings müssten sich die Angestellten auf neue Aufgaben einstellen, da sich die Fertigung im Hinblick auf mehr Automatisierung und Vernetzung (Stichwort: Industrie 4.0) stark verändern werde. Ulbrich und die Standort-Leitung machten auch klar, dass es nun darauf ankomme, die Belegschaft mitzunehmen. Soll heißen: Das nötige Mindset für die Elektromobilität muss mitgegeben werden. Ein (sehr) groß angelegtes Informations- und Weiterbildungsprogramm soll dabei helfen.

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Zwickau ist Volkswagens erster Standort, der komplett vom Verbrennungsmotor auf Elektromobilität umgestellt wird. Um die von den Wolfsburgern angepeilte Marke von einer Million E-Autos pro Jahr ab 2025 zu erreichen, müssen etliche Werke im konzerneigenen weltweiten Produktionsverbund nachziehen – und zwar zügig. Gestern bestätigte das Unternehmen zuvor aufgekommene Gerüchte, wonach in Deutschland auch die Standorte in Emden und Hannover auf die Herstellung von Elektrofahrzeugen umgestellt werden. So sollen in Emden ab 2022 Elektroautos gefertigt werden und im Nutzfahrzeug-Werk Hannover neben der Fertigung konventionell angetriebener Fahrzeuge voraussichtlich ebenfalls ab 2022 die Produktion von Modellen der elektrisch angetriebenen ID. Buzz-Familie starten. Über die Details der Werksbelegung wird der Aufsichtsrat am morgigen Freitag entscheiden. Werke wie die in Wolfsburg, Kassel und Braunschweig tragen – wie von uns hier zusammengefasst – zudem Komponenten zu Volkswagens Elektroautobau bei.

Auch in Übersee reifen Transformationspläne bzw. sind bereits im Vollzug: So entstehen im chinesischen Anting/Shanghai und Foshan derzeit zwei MEB-Werke, die laut Volkswagen nur wenige Monate nach dem Pilotwerk Zwickau die Produktion aufnehmen werden. In Nordamerika sollen ebenfalls MEB-Fahrzeuge produziert werden, wobei über den genauen Standort noch nicht entschieden wurde. Elektroauto-Vorstand Ulbrich bezeichnete im heutigen Pressegespräch die Fabrik in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee als „erste Wahl“ und deutete eine Festlegung in sechs bis acht Wochen an. Weitere Fertigungsorte würden folgen. Volkswagen gab sich heute jedenfalls alle Mühe, jedwede Zweifel an der Ernsthaftigkeit seiner Elektro-Offensive zu zerstreuen. Und das durchaus erfolgreich.
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