25.03.2019 - 13:39

Entscheidung zu Zukunft von Smart soll noch 2019 fallen

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Daimler will offenbar noch in diesem Jahr über die Zukunft seiner Kleinwagenmarke Smart entscheiden. Sie könnte unter dem neuen Daimler-Chef Ola Källenius dem Spardruck bei Daimler zum Opfer fallen, wird kolportiert. Derweil sucht Smart-Chefin Katrin Adt nach einem Partner in China.

Dies geht aus Informationen hervor, die dem „Handelsblatt“ vorliegen. „Ola hat keine Historie mit dem Smart“, sagte ein Insider der Wirtschaftszeitung. Und somit auch keine Skrupel, den Stadtflitzer bei Bedarf zu beerdigen.

Seit Herbst ist Katrin Adt als neue Smart-Chefin im Amt. Sie soll nach zwei Jahrzehnten dauerhafter Verluste schwarze Zahlen mit der Kleinwagenmarke schreiben. Doch nach einem halben Jahr im Amt habe sie dem „Handelsblatt“ zufolge noch keine konkrete Strategie zur Hand. Bereits 20 Jahre lang hadere der Daimler-Konzern mit der Kleinwagenmarke. Um die Kosten des Elektro-Smarts zu senken, sucht Katrin Adt offenbar nach einem Partner in China.

Dass der Gewinn des Stuttgarter Mutter-Konzerns im vergangenen Jahr um 30 Prozent eingebrochen ist, mache eine positive Entscheidung für die Zukunft von Smart nicht leichter. „Wir haben noch andere Themen“, wird ein hochrangiger Daimler-Manager zitiert. Und zu allem Übel geht mit noch Daimler-Chef Dieter Zetsche der wichtigste Fürsprecher der Marke alsbald in den Ruhestand. Erst im Oktober hatte Brancheninsider Georg Kacher darauf verwiesen, dass die Zukunft der Daimler-Marke auf wackeligen Beinen steht – und mit ihr die angestrebte Elektrifizierung der Marke.

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Der letzte Smart mit Verbrennungsmotor soll eigentlich zur Jahresmitte vom Band rollen. Bestellt werden können die Modelle mit konventionellen Antrieben deshalb nur noch bis zum 31. März. Bekanntlich wird es bei Smart in Europa und Nordamerika anschließend nur noch Modelle mit reinem Elektroantrieb zu kaufen geben. Allerdings ist der günstigste E-Smart mit rund 22.000 Euro aktuell kein Schnäppchen. Um die Kosten zu senken, sucht Katrin Adt nach einem Partner. Und dieser könnte sich im Reich der Mitte finden lassen. In Branchenkreisen heißt es, Daimler würde mit seinem langjährigen Joint-Venture-Partner BAIC über eine mögliche Kooperation verhandeln. Auch mit Geely gebe es Gespräche.

„Die Zukunft des Smarts liegt in Fernost, ganz klar“, bestätigt eine Führungskraft. Daimler bleibt jedoch auch keine andere Wahl, denn die nächste Generation des Zweisitzers soll nicht mehr im französischen Hambach, sondern in China produziert werden. Auch beim Forfour kooperieren beide Unternehmen. Jedoch steht auch diese Kooperation auf der Kippe. Angeblich habe die derzeitige Partnerschaft mit Renault „keine echte Zukunft“.
handelsblatt.com

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5 Kommentare zu “Entscheidung zu Zukunft von Smart soll noch 2019 fallen

  1. Der Smart sollte dazu dienen, die CO²-Bilanz der Daimler-Flotte nach unten zu drücken. Leider hat man versäumt, die Elektrifizierung früher voranzutreiben. Als Verbrenner ist der Werbeträger dagegen ein „schwarzes Schaf“. Und er muss auf eine breitere Plattform von kleinen Cityfahrzeugen gestellt werden (z.B. Minitransporter für die letzte Meile, Zubringer zu Umsteigeterminals mit Bus & Bahn etc.), um auf kostenreduzierende Stückzahlen zu kommen.

  2. Swissli

    Der e-Smart wäre das ideale Auto, um es ausschließlich online zu verkaufen. Alle Smart Center schließen, minimales Marketingbudget. Service/Reparatur übernimmt ein Partner. In China hergestellt, Verkaufspreis 10’000-15’000 €.

  3. autarc

    Ich denke, das sind die allseits bekannten Irrwege: Ein Investor wird gesucht (für die Schulden), kommt jetzt meist aus China. Was kann der besser? Der leiht nur Geld, wenn er Sicherheiten bekommt, am liebsten Immobilien oder Staatsgarantien.

    Das Auto selbst ist es nicht, wird wohl zu teuer produziert (ich denke nicht an die Schrauber, sondern eher an Verwaltung, Werbung + Material)
    Das kleine Team vom e.Go Life zeigt einen möglichen Weg: Alu-Rahmen und Polymerkarosse sparen schon mal das teure Lackieren. Wäre das Werkstattbuch, Diagnose und Ersatzteilkatalog frei, hätten die Kunden ein größeres kostengünstigers Servicenetz.
    (freie Werkstätten arbeiten für kleines Geld, müssen nicht noch Verwaltung, Aktionäre etc. mitfinanzieren)

    Und dann würde ich noch das beworbene Spassauto (E-Auto zu fahren, macht eh Spass) um die Faktoren praktisch (AHK), zuverlässig (qualifizierte Endprüfung) und sparsam (max 10 kWh / 100 km) erweitern.
    Das alles läßt man dann kostengünstig von einem der drei exzellenten Auftragsfertiger in Österreich, Holland oder Finnland bauen, für VK 15.000,- €

    P.S. Ich würde auch mal bei VW anklopfen, der Chef dort hat verstanden, und der smart würde gut ins Sortiment passen.

  4. Manfred Stummer

    „Dass der Gewinn des Stuttgarter Mutter-Konzerns im vergangenen Jahr um 30 Prozent eingebrochen ist….“
    Das ist wohl noch nicht das Ende der Fahnenstange wenn die so weitermachen!
    Absolut nicht lernfähig und unwillig die Realität zu erkennen in der Hoffnung der Scheuer wird das schon richten.
    Persönlich hoffe ich ja dass es den Scheuer in der Politik bald nicht mehr gibt…
    Die Eigentümerstruktur bei Daimler wird sich möglicherweise noch einmal zu Gunsten der Chinesen verändern.
    Die Mitarbeiter müssen das irgendwann massiv ausbaden, aber das ist eine andere Geschichte.

  5. Olli

    Der Fehler entstand schon viel früher, vor ca. 25 Jahren. Der Ur-Smart war anfangs als reines Elektroauto geplant und hätte auch bestenfalls gleich so gebaut werden sollen. Nur daran glaubte bei Daimler damals niemand, (was sicher auch an den damaligen Benzinpreisen von unter 90 Cent/L Super lag) und deshalb wurde er mit Gewalt und hohen Entwicklungskosten zum Verbrenner umgebaut, und leider mit dem ersten sequenziellen Katastrophengetriebe zu einem wirklich fürchterlichen Vehikel. E-Autos aus dieser Zeit wie der Hotzenblitz, das Twike und das CityEl zeigen, dass der Ur-E-Smart schon damals durchaus eine, wenn auch kleine Chance gehabt hätte. Leider ist man erst vor 10 Jahren aufgewacht. Zu spät.

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