23.09.2019 - 14:32

ElectReon: Renault Zoe lädt induktiv während der Fahrt

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Das israelische Unternehmen ElectReon Wireless hat einen Renault Zoe erfolgreich während der Fahrt induktiv geladen. Hierfür wurde ein 20 Meter langer Streckenabschnitt in der israelischen Siedlung Beit Yanai am Mittelmeer mit in die Fahrbahn eingelassenen Spulen ausgestattet.

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Im Rahmen des Tests hat ElectReon eine Energieübertragung von 8,5 kW mit einem Wirkungsgrad von mehr als 91 Prozent nachgewiesen. Das Unternehmen erwartet im nächsten Schritt, die Übertragungsleistung innerhalb der kommenden Wochen auf über 15 kW steigern zu können.

Diese Resultate sind wichtig mit Blick auf ein groß angelegtes öffentlich-privates Testprojekt in Schweden. Dort soll mit der Technik von ElectReon Wireless eine 1,6 km lange Teststrecke für die induktive Ladung von Elektrofahrzeugen während der Fahrt realisiert werden – konkret zwischen dem Flughafen und dem Zentrum der Stadt Visby an der Westküste der schwedischen Ostseeinsel Gotland. Das Budget für das Projekt beläuft sich auf 116 Millionen Schwedische Kronen (gut 11 Millionen Euro), die Implementierung ist ab November vorgesehen. 

Im Bereich des dynamischen induktiven Ladens gehört ElectReon zu den Innovationstreibern. Die Israelis haben eine Lösung entwickelt, um E-Fahrzeuge über in die Fahrbahn eingelassene Spulen während der Fahrt zu laden. Die acht Zentimeter unter der Oberfläche befindlichen Spulen seien für die Verkehrsteilnehmer unsichtbar und werden nur in dem Moment aktiviert, in dem ein Fahrzeug über sie hinwegfährt, hieß es jüngst in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Die Lösung sei kompatibel mit allen Arten von E-Fahrzeugen, einschließlich Bussen, Lkw und Pkw, wobei Letztere maximal mit einem 12 kg-Rezeptor ausgestattet werden könnten, während Schwerfahrzeuge in der Lage seien, größere Einheiten zur Optimierung des Ladevorgangs mitzuführen.

Apropos: ElectReon hat nach eigenen Angaben damit begonnen, die selbst entwickelten Rezeptoren in zwei Elektrobusse und einen Schwerlaster einzubauen. Die Aufrüstung des Lkw soll im  Dezember vollendet werden, ehe im ersten Quartal 2020 Testläufe in Schweden geplant sind. Die Busse werden wohl im Februar 2020 fertig sein und im April 2020 auf präparierten Straßen in Schweden und Israel – auf der Klausnerstraße in der Nähe der Universität Tel Aviv – erprobt.

ElectReon Wireless ist mit seiner induktiven Ladetechnologie bereits in mehrere Kooperationen eingebunden. Im Sommer 2018 gaben die Israelis etwa eine Partnerschaft mit der Hersteller-Allianz Renault-Nissan-Mitsubishi bekannt. Außerdem bestehen Partnerschaften u.a. mit dem israelischen Busunternehmen Dan und der französischen Firma Hutchinson.

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Viscom

Update 03.06.2020: Das israelische Unternehmen ElectReon Wireless plant die nächste Evolutionsstufe seiner Technologie: Bis Mitte August soll eine zwei Kilometer lange Strecke in Tel Aviv mit entsprechenden Spulen ausgerüstet sein, auf der ein Elektrobus getestet wird. Laut dem CEO Oren Ezer befinde sich das Unternehmen „in der Endphase der Koordinierung der Ingenieurarbeiten mit verschiedenen Gruppen wie der Gemeinde, Versorgungsunternehmen und Internetanbietern“.

Laut den Berichten sollen die in Tel Aviv verbauten Spulen bis zu 600 Meter lang sein. Weitere technische Details zu der Lösung werden aber nicht genannt.

Update 22.09.2020: Das auf die induktive Ladung von E-Fahrzeugen spezialisierte Unternehmen ElectReon Wireless hat nun wie angekündigt sein nächstes Pilotprojekt in Israel gestartet: Auf einem entsprechend präparierten 600 Meter langen Streckenabschnitt in Tel Aviv werden in Kooperation mit der Dan Bus Company Elektrobusse kabellos geladen.

Die Strecke ist insgesamt zwei Kilometer lang und führt vom Bus-Terminal Universität Tel Aviv zur Klatzkin-Straße in Ramat Aviv – 600 Meter der Strecke sind mit den Spulen ausgestattet. Nun soll zwei Monate lang getestet werden, danach sollen die Busse regelmäßig auf der Strecke verkehren und die Induktions-Technologie nutzen.

Technische Daten zu der induktiven Ladelösung in Tel Aviv gehen aus den israelischen Medienberichten nicht hervor. Es ist nicht bekannt, wie viel Energie die E-Busse während der 600 Meter über den Induktionsspulen aufnehmen.

Update 27.01.2021: ElectReon gibt jetzt bekannt, auf der oben genannten Straße Asphaltabschnitte in einer Gesamtlänge von circa 700 Metern präpariert und am Bus-Terminal Universität Tel Aviv eine statische Ladestation installiert zu haben. Außerdem ist in der aktuellen Mitteilung der Israelis von einem Elektrobus der Firma Higer die Rede, der für Tests angeschafft und bereits erfolgreich in der Versuchsanlage von ElectReon in Beit Yanai getestet wurde. Das Unternehmen geht davon aus, dass dasElectric-Road-System in den kommenden Wochen an das Stromnetz angeschlossen wird und der Elektrobus dann seine Fahrten auf der öffentlichen Straße aufnehmen kann. Offenbar hat das Pilotprojekt also noch nicht begonnen.
xinhuanet.com, en.globes.co.il, bloombergquint.com, evbite.com (beide Update I), nocamels.com, globes.co.il, jewishpress.com (alle drei Update II), electreon.com (Update III)

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7 Kommentare zu “ElectReon: Renault Zoe lädt induktiv während der Fahrt

  1. Marc Gutt

    “Während der Fahrt” und die Strecke war 20m lang und dann sind da über 8 kW geflossen?! Wie langsam war denn das Auto?! 😀

    • Walter Hubschmid

      4 km/h

    • Simon Maier

      8 kW war in diesen Fall die übertragene Ladeleistung, nicht die Gesamtenergiemenge. Die Gesamtenergiemenge in kWh bekommen Sie, wenn Sie die 8 KW mit der Zeit multiplizieren, in der das Auto mit 8 kW geladen hat. kW = Ladeleistung, kWh = Gesamtenergiemenge. Ein Verbraucher mit 1 kW Aufnahmeleistung verbraucht in 1 Stunde insgesamt 1 kWh Strom.

  2. Northbuddy

    Gibt es hier mehr nachweisliche Details zum Verhältnis “Ladeleistung (kW) zur gefahrenen Geschwindigkeit (km/h)”?

    Den Rest kann man dann ja berechnen.

  3. Rene

    Super Idee gerade für die Standzeit vor Ampeln.

  4. Rene Bachmann

    Anfrage: Was braucht es auf Fahrzeugseite als Nachrüstung für Induktives Laden? Ist das kompatibel mit mehreren Systemen und was kostet das.
    Unser Auto: Renault Zoe 2020 52 KW

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