28.01.2020 - 10:10

Wirbel um Ionity-Preise geht weiter

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Das neue Preismodell von Ionity mit 79 Cent/kWh für Adhoc-Lader, aber deutlich günstigeren Ladetarifen für Kunden der deutschen Autohersteller, schlägt weiterhin hohe Wellen. Der Schweizer E-Mobilitäts-Pionier Marco Piffaretti nennt die Praxis von Ionity „auch deswegen fragwürdig, weil Ionity von der EU stark subventioniert ist“.

Zudem stellt Piffaretti die Frage: „Ist es legal und akzeptabel dass EU-Subventionen außerhalb der EU eingesetzt werden, und sich damit wenige Automarken einen preisverzehrenden Marktvorteil gegenüber den Schweizer Betreiber verschaffen?“ Er spielt damit auf die neue Preisstruktur von Ionity an, wonach Kunden ohne Vertrag ab dem 1. Februar 0,79 Euro/kWh zahlen sollen – über die Ladeangebote von Mobility Service Providern ist das weiterhin günstiger möglich.

Was Piffaratti entzürnt: Auch die Lade-Services der an Ionity beteiligten Hersteller bieten ihren Kunden Vorzugspreise, die teilweise nur bei 0,29 Euro/kWh liegen. Bei anderen Ladesäulen-Betreibern gibt es eine solche Unterscheidung zwischen vertragslosen Kunden (beziehungsweise Kunden von allgemein zugänglichen Ladeangeboten) und Kunden einzelner Autohersteller nicht.

Das nahm auch der niederländische Betreiber Allego zum Anlass, sein eigenes Ladenetz in einem Tweet, der klar als Anspielung auf das Ionity-Preismodell zu sehen ist, als diskriminierungsfrei zu bewerben: „Bei Allego werden alle Elektrofahrzeuge gleich behandelt. Sie sind an unseren Ladestationen immer willkommen und zahlen den gleichen Preis, egal welches Elektrofahrzeug Sie fahren.“

swiss-emobility.ch via blick.ch

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9 Kommentare zu “Wirbel um Ionity-Preise geht weiter

  1. ID.alist

    Die Aussage von Allego ist nicht richtig. Wenn man den Ladekarten-Kompass von Emobly zur rate zieht, sieht man , dass man bei Allego von 25Ct – 65Ct, je nach Karte,bezahlen muss.
    Nicht viel anders als bei IONITY.

  2. TL431

    „fragwürdig“ ist eher wie man darauf kommt die Preismodelle der Hersteller als „preisverzehrenden Marktvorteil“ zu bezeichnen.
    Ist wirklich keinem dieser Kritiker aufgefallen das diese Preise nur im Zusammenhang mit einer Grundgebühr einher gehen?

    • Werner Thiemann

      Als häufiger Nutzer der Maingau-Ladekarte „EinfachStromLaden“ kann ich das nicht bestätigen. Hier zahle ich jeweils 0,35 € Cent je kWh ohne Grundpreis.

      Fragwürdig ist für mich auch ein anderer, aus meiner Sicht Diskriminierungsaspekt, warum gibt es bei IONITY wohl keine ChaDeMo – Lademöglichkeit. Das geht doch klar in Richtung der Japanischen Anbieter wie Mitsubishi, Nissan und andere asiatische Hersteller!

      Eine Schande, für diesen Verbund, eine Schande für die eigentlich gute Absicht, die E-Mobilität in D zu fördern !

  3. Nashorn

    Wenn Elektroautofahrer Ionity-Lader meiden, dann wird der Umsatz stark zurückgehen. So viele E-Autos von Audi, VW, Daimler und BMW gibt es doch noch gar nicht auf den Straßen.
    Möglicherweise schadet Ionity sich selber mehr damit.

    • ID.alist

      Wenn ein M3 Fahrer bei IONITY sein Auto lädt, aus welchem Grund auch immer, kann er laut Emobly unterschiedliche Karten nutzen um nicht die ad-hoc Preise von IONITY zahlen zu müssen.
      Ja wir müssen sehen wie diese Preise sich entwickeln, aber ich glaube die IONITY Nutzer werden sich intelligent verhalten.

  4. notting

    „Was Piffaratti entzürnt: Auch die Lade-Services der an Ionity beteiligten Hersteller bieten ihren Kunden Vorzugspreise, die teilweise nur bei 0,29 Euro/kWh liegen. Bei anderen Ladesäulen-Betreibern gibt es eine solche Unterscheidung zwischen vertragslosen Kunden (beziehungsweise Kunden von allgemein zugänglichen Ladeangeboten) und Kunden einzelner Autohersteller nicht.“
    Falsch, die Tesla-Supercharger sind für Hersteller anderer Marken nicht nutzbar. Bzw. es könnten sich auch einfach alle Autohersteller bei Ionity einbringen…

    notting

    • Zocker2801

      @Notting
      Bei Deiner Behauptungen mit dem Tesla eigenen Netz
      unterschlägst Du einen wichtigen Fakt!
      Tesla hat bei der Errichtung des Superchargernetz
      Keine Subventionen in 3stelliger Millionenbeträge
      abgegriffen. Und sich dann ein Ladenetz exklusiv mit vergünstigten Preisen für die Beteiligten Hersteller
      zu sichern, wird keiner Klage standhalten

      • TL431

        „vergünstigten Preisen“
        18€ Grundgebühr sind eher weniger ein günstiger Preis.

        Subventionen wurden im übrigen für den Aufbau der Infrastruktur bezahlt, nicht dafür das später alle günstig laden können.

    • Model 3 driver

      Meines Wissens nach wollte Tesla ursprünglich mit der deutschen Wirtschaft kooperieren die hat aber Dankend abgelehnt. Stimmt es nicht?

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Gefunden bei electrive.net
https://www.electrive.net/2020/01/28/wirbel-um-ionity-preise-geht-weiter/
28.01.2020 10:45