11.02.2020 - 22:42

Hyundai und Canoo kündigen gemeinsame E-Plattform an

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Die Hyundai Motor Group und Canoo entwickeln zusammen eine Elektro-Plattform auf Basis des Skateboard-Designs von Canoo für künftige Fahrzeuge von Hyundai und Kia. Für Canoo ist es der erste große externe Auftrag, Hyundai-Kia unterhält in diesem Bereich bereits andere Kooperationen.

Im Rahmen der Zusammenarbeit werde Canoo die Entwicklung einer vollständig skalierbaren vollelektrischen Plattform unterstützen, „die den Hyundai- und Kia-Spezifikationen entspricht“, wie es in der Mitteilung der drei Unternehmen heißt. Die Hyundai Motor Group gehe davon aus, dass die Plattform dazu beitragen werd, „das Engagement bei der Lieferung von kostengünstigen Elektrofahrzeugen – von kleinen Elektrofahrzeugen bis hin zu Spezialfahrzeugen (Purpose Built Vehicles, PBV) – zu unterstützen“.

Canoo (zuvor als Evelozcity aktiv) hatte im Januar die Warteliste für sein erstes Modell geöffnet. Das Fahrzeug selbst – ebenfalls Canoo genannt – ist als geräumiger People Carrier konzipiert und baut auf der eigens entwickelten Skateboad-Plattform auf – die ganze wichtige Antriebstechnik ist also in der flachen Plattform integriert, auf die verschiedene Aufbauten gesetzt werden können. Nach bisherigen Angaben soll der Canoo auf eine EPA-Reichweite von rund 250 Meilen (etwa 400 km) kommen und eine 80-Prozent-Ladung des Akkus in unter 30 Minuten gewährleisten. Der Elektromotor an Bord liefert laut Canoo 220 kW, die Höchstgeschwindigkeit betrage 200 km/h. Was autonome Fahrfunktionen angeht, wird der Canoo mit dem Niveau „Level 2 plus“ aufwarten.

Diese Plattform will nun also auch Hyundai-Kia nutzen. Zu den technischen Daten machen die Unternehmen in der aktuellen Mitteilung noch keine Angaben. „Wir waren sehr beeindruckt von der Geschwindigkeit und Effizienz, mit der Canoo seine innovative EV-Architektur entwickelt hat“, sagt Albert Biermann, Leiter Forschung und Entwicklung bei der Hyundai Motor Group. “Damit sind sie der perfekte technische Partner für uns, als wir uns zu einem Vorreiter in der zukünftigen Mobilitätsbranche entwickeln.“ Man werde mit den Ingenieuren von Canoo zusammenarbeiten, „um ein kostengünstiges Hyundai-Plattformkonzept zu entwickeln, das autonom einsatzbereit und für die Masseneinführung geeignet ist“.

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Zum Hintergrund: Die beiden koreanischen Autobauer hatten kürzlich in ihren jeweiligen Strategien bis 2025 namens „Plan S“ (Kia) und „Strategy 2025“ (Hyundai) nicht nur den sukzessiven Wandel des Kerngeschäfts im Autobau von Verbrenner- zu Elektroautos angekündigt, sondern auch den Fokus auf Mobilitätsdienste. Im Falle von Hyundai wurde sogar angekündigt, dass die Sparte „Smart Mobility Devices“ (also die Hardware-Sparte mit dem Autobau) auch spezielle Produkte für die „Smart Mobility Services“ liefern soll, die damit Mobilitätsdienste auf einer eigenen Software-Plattform anbieten sollen.

Dass es die Koreaner mit der Einführung solcher „Smart Mobility Devices“ ernst meinen, zeigt eine Meldung aus dem Januar: Damals hatte der Hyundai-Kia-Konzern eine Investition von 100 Millionen Euro in den Fahrzeug-Entwickler Arrival angekündigt. Auf der Skateboard-Plattform des britischen Unternehmens sollen „kleine und mittlere Elektrofahrzeuge und andere Produkte für Logistik-, On-Demand-Ride-Hailing- und Shuttle-Service-Unternehmen zu wettbewerbsfähigen Preisen“ eingeführt werden.

Ähnliches soll nun wohl auch mit den Fahrzeugen auf Canoo-Basis geschehen. Das US-Unternehmen gibt an, dass mit seiner Technik ein Auto „mit dem Innenraum eines großen SUV und der äußeren Grundfläche eines Kompaktautos“ möglich sei. Der Canoo ist 4,40 Meter lang, soll aber bis zu sieben Personen Platz bieten.

Ein konkreter Zeitplan für die Fahrzeuge aus der Hyundai-Kia-Canoo-Kooperation wird in der Mitteilung nicht genannt – angesichts der Strategien der beiden koreanischen Autobauer ist aber davon auszugehen, dass sie bis 2025 nennenswerte Stückzahlen gebaut haben wollen. Zur Produktion sind noch keine Details bekannt. Hyundai erhofft sich aber, die Komplexität seiner EV-Montagelinie reduzieren zu können, „ um schnell auf veränderte Marktanforderungen und Kundenpräferenzen reagieren zu können“.
Quelle: Info per E-Mail

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11.02.2020 22:16