BYD kündigt neue „Blade-Batterie“ mit LFP-Technologie an

BYD hat die Einführung der sogenannten „Blade-Batterie“ angekündigt, die das Unternehmen in den vergangenen Jahren entwickelt hat. Die neuartige LFP-Batterie soll eine höhere Energiedichte aufweisen und vor allem sicherer sein.

Elektroautos, die mit dem neuen Batteriepaket ausgestattet sind, sollen weitaus weniger anfällig für Brände sein, selbst wenn sie schwer beschädigt sind. Zudem konnte die Raumnutzung im neuen Batteriepack laut BYD im Vergleich zu herkömmlichen Lithium-Eisenphosphat-Batteriepaketen um über 50 Prozent erhöht werden, wie das Unternehmen in einer Mitteilung schreibt.

Dennoch sei das primäre Ziel bei der Entwicklung die Sicherheit gewesen. „Wenn die Reichweite zum wichtigsten Faktor wird, wird dieser Fokus von den Autobauern auf die Batteriehersteller übertragen, was zu unangemessenen Bestrebungen nach einer möglichst hohen Energiedichte führt“, so BYD.

In der Mitteilung führt der Konzern mehrere Beispiele an, bei denen die Blade-Batterie besser abgeschnitten habe als eine LFP-Blockbatterie. So habe die neue Batterie bei einem Nageldurchdringungstest nur Oberflächentemperaturen von 30 bis 60 Grad erreicht, während die Lithium-Ionen-Vergleichsbatterie 500 Grad und eine LFP-Blockbatterie noch 200 bis 400 erreicht haben sollen. Auch eine Überladung um 260 Prozent habe bei der Blade-Batterie nicht zu einem Brand oder einer Explosion geführt.

Auf die technischen Details geht BYD nicht ein. Es heißt lediglich, dass „die einzelnen Zellen zusammen in einem Array angeordnet und dann in einen Akkupack eingesetzt“ werden. Angaben zur volumetrischen oder gravimetrischen Energiedichte machte BYD nicht, auch zur Kühlung gibt es derzeit keine Details.

Fest steht aber, wann das erste Modell mit der Technologie auf die Straßen kommt: Die Elektro-Limousine BYD Han EV, die im Juni auf den Markt kommen soll, wird mit der neuen Blade-Batterie ausgestattet sein. Die Technologie wird aber nicht exklusiv für BYD-Fahrzeuge sein, sondern soll über die neue Komponenten-Marke FinDreams auch anderen Autobauern angeboten werden. „Heute diskutieren viele Fahrzeugmarken mit uns über Partnerschaften, die auf der Technologie der Blade-Batterie basieren“, sagte He Long, Vice President bei BYD und Vorsitzender der FinDreams-Submarke FinDreams Battery Co. Ltd.

Update 16.04.2020: BYD plant chinesischen Medien zufolge im laufenden Jahr mit einem Produktionsumfang von 10 GWh für die Blade-Batterien – angeblich genug für 130.000 Akkupakete. Zum Einsatz kommen diese in der Elektro-Limousine BYD Han EV, die im Juni als erstes Modell mit der neuen Batterietechnologie auf den Markt kommen soll. Produziert werden die Blade-Batterien offenbar in der BYD-Fabrik in Chongqing, die im März in Betrieb ging und über eine Jahreskapazität von 20 GWh verfügt. Seitens BYD sind diese Informationen jedoch nicht bestätigt.
byd.com, twitter.com (Update), insideevs.com (Update)

5 Kommentare

zu „BYD kündigt neue „Blade-Batterie“ mit LFP-Technologie an“
Michael
30.03.2020 um 12:11
Die Frage wie groß die Kapazität und wie schwer der Accu ist bleibt
Philipp
31.03.2020 um 11:03
Mir scheint es, als sei der Trick einfach riesigen Zellen in Fahrzeugbreite zu nutzen, die dann alle in Reihe verschaltet werden. Kann man so machen, mehr Details wären schon interessant.
Christoph
31.03.2020 um 15:38
Die Online-Recherche dazu sagt "Die neue Flaggschiff-Limousine von BYD soll auf 605 Kilometer Reichweite kommen."Grob über den Daumen: Bei 15 kWh/100km @ NEFZ-Zyklus (geschätzt) wären das für 605km dann ca. 91kWh.
Rupert Kainhofer
02.04.2020 um 20:25
BYD Elektroautos sind in Deutschland und Österreich nicht zu bekommen, oder????? Wäre über Link sehr dankbar.
Martin
23.05.2020 um 16:51
Steht doch drin ist wir eine Textaufgaben im Mathe 10GWh ergeben 130 000 Fahrzeuge also 77 kWh. Perfekte Größe würde ich sagen, wenn das Fahrzeug so groß wie ein model 3 ist ;-)

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