ZF liefert das Bremsregelsystem für den MEB

Nach und nach werden weitere wichtige Zulieferer für den MEB von Volkswagen bekannt. Im ID.3 und ID.4 sowie den weiteren MEB-Modellen wird ein Bremsregelsystem von ZF verbaut. Über dieses System wird auch die Rückgewinnung von Bremsenergie geregelt.

Angaben zum finanziellen Volumen des Großauftrags von Volkswagen macht ZF nicht. Stattdessen dreht sich die Mitteilung vor allem um die Eigenschaften des Bremsregelsystems, das neben der Rekuperation auch „hohe Komfortansprüche und Sicherheitsstandards“ erfüllen soll. Zudem gibt ZF an, dass sich das Bremssystem dank einer optimierten Software-Schnittstelle einfacher in die Elektronik-Architektur der Fahrzeuge einbinden lassen soll.

Die Software-Anbindung ist wichtig, da das Bremssystem auch mit anderen Steuergeräten der Assistenzsysteme kommunizieren muss, um etwa Fahrassistenz-Funktionen wie die automatische Notbremsung durchführen zu können. Hier wurden die Sicherheitskriterien der europäischen Verkehrssicherheits-Gesellschaft EuroNCAP verschärft. „Neue Testprotokolle für Funktionen wie die automatische Notbremsung erfordern beispielsweise einen stärkeren Boost, um die Bremskraft noch schneller und dynamischer bereitzustellen“, so der Zulieferer.

ZF ist bei der Software des Bremsregelsystems aber einen Schritt weiter gegangen: „Vormals notwendige mechanische Komponenten“ seien durch Software-Funktionen ersetzt worden – das soll Gewicht und Kosten sparen. Details hierzu nennt der Konzern in der Mitteilung aber nicht.

Technisch basiert die ZF-Bremsregelung auf einer Kombination von elektronischem Bremskraftverstärker (EBB) und elektronischer Stabilitätskontrolle (ESC). EBB und ESC sollen laut ZF „eine breite Palette von Fahrzeugen“ abdecken, von Kleinwagen bis hin zu SUV und leichten Nutzfahrzeugen.

„Den Trend zur Elektromobilität decken wir mit unserer gesamten technologischen Breite ab – und das nicht nur in der Antriebstechnik“, sagt der ZF-Vorstandsvorsitzende Wolf-Henning Scheider. „Der aktuelle Lieferauftrag von Volkswagen zeigt, wie auch unsere Kompetenzen für Bremssysteme sowie für Systemvernetzung einen Beitrag leisten, die Reichweite der Elektrofahrzeuge unserer Kunden zu erhöhen.“

Mit ZF ist nun ein weiterer Systemlieferant für den MEB bekannt. Aber auch andere bekannte Zulieferer stellen Teile für den MEB her: Das MEB-Antriebssteuergerät kommt von der Continental-Antriebssparte Vitesco TechnologiesDer niederländische Halbleiterhersteller NXP ist der alleinige Lieferant für die Batteriemanagementsysteme der MEB-Plattform. TI Fluid Systems (TIFS) baut das Wärmepumpenmodul für den ID.3 und ID.4. Komponenten wie das Lenksystem, Vorder- und Hinterachse, Elektomotoren, das Ein-Gang-Getriebe und zahlreiche Gehäuse für diese Komponenten stellt VW in seiner hauseigenen Zulieferer-Sparte Volkswagen Group Components selbst her.
zf.com

7 Kommentare

zu „ZF liefert das Bremsregelsystem für den MEB“
Franz Bauer
26.01.2021 um 16:35
Was kommt eigentlich noch von VW? Endmontage?
Heiner
27.01.2021 um 17:03
Komponenten wie das Lenksystem, Vorder- und Hinterachse, Elektomotoren, das Ein-Gang-Getriebe und zahlreiche Gehäuse für diese Komponenten stellt VW in seiner hauseigenen Zulieferer-Sparte Volkswagen Group Components selbst her.
Eride
27.01.2021 um 07:27
Das ist doch bei allen anderen OEMs (incl. Tesla) nicht anders, dass ein Großteil der Technik im Auto von TIER1 entwickelt und geliefert wird.
Tom
27.01.2021 um 07:06
"Komponenten wie das Lenksystem, Vorder- und Hinterachse, Elektomotoren, das Ein-Gang-Getriebe und zahlreiche Gehäuse für diese Komponenten stellt VW in seiner hauseigenen Zulieferer-Sparte Volkswagen Group Components selbst her."
D-Tric
26.01.2021 um 19:09
Aber wo genau ist das Problem? Das sind doch alles renommierte Hersteller, die ihr Handwerk verstehen.
Franz Bauer
27.01.2021 um 17:18
Das Problem einer geringen Fertigungstiefe liegt zum einen am fehlenden eigenen Know How und an x Schnittstellen. Jedes System ein Steuergerät. Und je mehr eingekauft wird desto teurer wird es, denn nur an der eigenen Wertschöpfung kannst du Geld verdienen. Zudem kann das Zeug von Zulieferern jeder einbauen, wo ist hier dann noch das Alleinstellungsmerkmal?
Bernd Kohlstrunk
27.01.2021 um 08:54
Tesla hatte hier wohl einen zentralsistischeren Ansatz, weg von x-Steuermodulen mit proprietärer Software, hin zu einem Rechner der alles kann und weiss.

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