01.03.2021 - 11:35

Zweirad-Hersteller planen Konsortium für Austausch-Akkus

Honda, Yamaha, KTM und Piaggio planen ein Konsortium für austauschbare Batterien von leichten Elektrofahrzeugen. Ziel des Konsortiums, das seine Aktivitäten im Mai 2021 aufnehmen wird, ist es, standardisierte technische Spezifikationen für austauschbare Batteriesysteme zum Einsatz in E-Fahrzeugen der Kategorie L festzulegen.

Die vier genannten Unternehmen haben nun eine Absichtserklärung unterschrieben. Die Gründungsmitglieder des Konsortiums – genau genommen haben die jeweiligen Mutterkonzerne Honda Motor Co. Ltd., die KTM AG, Piaggio & C SpA und die Yamaha Motor Co. Ltd. den Letter of Intent unterschrieben – seien der Ansicht, „dass die Verfügbarkeit eines standardisierten austauschbaren Batteriesystems sowohl den weit verbreiteten Einsatz von leichten Elektrofahrzeugen fördern als auch zu einem nachhaltigeren Lebenszyklusmanagement beitragen würde“.

Zudem wollen die Hersteller damit nach eigenen Angaben versuchen, „die Hauptbedenken der Kunden hinsichtlich der Zukunft der Elektromobilität zu beantworten“. Sprich: Mehr Reichweite, kürzere Ladezeiten und niedrigere Kosten für Fahrzeuge und Infrastruktur.

Technische Eckdaten gibt es angesichts des frühen Stadiums noch nicht. Laut der Mitteilung von Honda will das Konsortium eng mit „interessierten Interessengruppen und nationalen, europäischen und internationalen Normungsgremien“ zusammenarbeiten, um eine internationale technische Norm für die Fahrzeugklasse L festzulegen. Die vier Gründungsmitglieder ermutigen „alle interessierten Interessengruppen“, sich dem Konsortium anzuschließen.

Honda hatte bereits auf der CES 2018 eine Akku-Tausch-Lösung präsentiert – die Japaner verfügen also schon über entsprechendes Knowhow. Allerdings scheint gemeinsam mit den Konkurrenten die Erkenntnis gereift zu sein, dass eine proprietäre Lösung nur bedingt Chancen auf dem Markt hätte.

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Die Fahrzeugklasse L umfasst zweirädrige oder dreirädrige Kraftfahrzeuge sowie leichte bis schwere vierrädrige Kraftfahrzeuge – von E-Rollern oder S-Pedelecs bis 45 km/h und Trikes oder Quads mit selber Höchstgeschwindigkeit bis hin zu leichten Transportern der Klasse L7e. Diese Fahrzeuge dürfen bis zu 15 kW leisten und im Falle von Fahrzeugen für die Güterbeförderung auf bis zu 600 Kilogramm Leermasse kommen.

„Für die weit verbreitete Einführung von Elektromotorrädern müssen Probleme wie Fahrstrecke und Ladezeiten angegangen werden, und austauschbare Batterien sind eine vielversprechende Lösung“, sagt etwa Noriaki Abe, Motorrad-Geschäftsführer bei Honda. „Im Hinblick auf den Kundenkomfort ist die Standardisierung austauschbarer Batterien und die breite Akzeptanz von Batteriesystemen von entscheidender Bedeutung.“

Yamahas Motorrad-Chef Takuya Kinoshita ergänzt: „Ich bin zuversichtlich, dass durch diese Arbeit die technischen Spezifikationen und Standards, die sich derzeit durch regionale Merkmale oder den Zustand der Branche in verschiedenen Märkten unterscheiden, vereinheitlicht werden und in Zukunft dazu beitragen werden, die Vorzüge der elektrischen Energie für Kunden weltweit zu maximieren.“
global.honda, yamaha-motor.com




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4 Kommentare zu “Zweirad-Hersteller planen Konsortium für Austausch-Akkus

  1. Bethmann Richard

    Eine Normung und austauschbare Einzelteile (Modulherstellung) wäre sehr wichtig um Rohstoffverbrauch zu obtimieren und die wiederverwendbarkeit zu verbessern.

  2. Helmut_H

    Na endlich raffen sich die grossen Motorradhersteller auf, im E-Segment Fuss zu fassen….Hoffentlich gibt es dann auch einen gemeinsamen Ladestandard wie Typ 2 Stecker/Buchse bis 11 KW, um schneller einen grossen Akku ab 60 Ah laden zu können. Ob im Motorrad oder ausserhalb zum Tausch. Nicht wie am Anfang bei den E-PKW mit dem Chademo Standard, der sich nie durchsetzen konnte, weil schneller und höher geladen werden soll/kann (siehe CCS1 bis 350 KW)….

  3. Thorsten69

    Schaut doch bitte mal nach Taiwan! Dort hat der Rollerhersteller Gogoro ein flächendeckendes Batterie-Tauschsystem aufgebaut: Leerer Akku gegen voller Akku in 15 Sekunden.
    Es gibt deutsche YouTube Videos davon, einfach mal nach „Roller Taiwan“ suchen – genial

  4. Stefan

    Je größer bzw. teuerer ein Akku ist, desto unwahrscheinlicher ist ein Tausch.
    Bei Rollern kann es oft funktionieren, weil die Akkus eher klein und leicht sind.

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01.03.2021 11:16