10.04.2021 - 17:08

Nidec investiert Milliarden & baut zwei Fabriken in Serbien

Nidec hat am Freitag ein neues Büro in der serbischen Stadt Novi Sad eröffnet und baut zwei neue Fabriken. Diese werden Teil eines größeren Netzwerks, das Nidec an die Spitze des globalen Elektroauto-Marktes bringen soll.

Bis zu zehn Milliarden US-Dollar will der japanische Zulieferer bis 2025 in das Geschäft mit E-Motoren investieren. Damit will das Unternehmen laut Aussagen des CEO Shigenobu Nagamori „den Markt für Elektrofahrzeug-Motoren dominieren“.

Die Wachstums-Ambitionen von Nidec sind im Kern nicht neu, bereits im Februar letzten Jahres gab ein ranghoher Manager an, dass man Absatz und Produktion der E-Maschinen von 300.000 auf zwölf Millionen Einheiten erhöhen wolle. Zudem wurde neben dem PSA-Joint-Venture auch ein Gemeinschaftsunternehmen mit GAC für China gegründet. Parallel dazu hat Nidec immer wieder das Angebot an eigenen Elektromotoren und E-Achsen ausgebaut. Und: Bereits im November 2020 teilte Nagamori Investitionen von bis zu zehn Milliarden US-Dollar mit. Der Plan soll dem Unternehmen helfen, bis zum Jahr 2025 ein Viertel des Marktes und bis 2030 zwischen 40 und 45 Prozent des Marktes zu erobern.

Hierfür baut Nidec Kapazitäten auf, um bis 2025 fünf Millionen Elektromotoren global an die Automobilindustrie liefern zu können. Rund zwei Millionen Einheiten sollen für chinesisches Hersteller und eine weitere Million für europäische Hersteller produziert werden. Für den europäischen Markt hat Nidec jetzt in Novi Sad ein Büro eröffnet, um von dort aus u.a. den Bau zweier Fabriken in der serbischen Stadt koordinieren zu können.

Der Spatenstich fiel bereits im Januar dieses Jahres. Der Baubeginn für beide Werke ist für September 2021 avisiert. Die Fertigstellung hingegen für Mitte 2022. Die zu diesem Zwecke gegründete Nidec Elektromotor Serbien LLC wird sich auf einer Fläche von rund 60.000 Quadratmeter der Herstellung und dem Vertrieb von Motoren und „verwandten Produkten“ widmen. Rund 1.000 Menschen sollen dort eine Arbeit finden. Die Nidec Elesys Europe LLC hingegen wird auf einer Fläche von 36.000 Quadratmetern Kfz-Wechselrichter und Steuergeräte produzieren. Und auch den Vertrieb übernehmen. Hier sollen 200 Menschen arbeiten können.

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Mit der Eröffnung der neuen Büros ging Nidec auch eine strategische Partnerschaft mit der Universität von Novi Sad ein, um „über Partnerschaften zwischen Industrie und Wissenschaft aktiv am Technologieaustausch teilzunehmen“. Mit den neuen Einrichtungen sollen nicht nur die Produktionsaktivitäten von Nidec in der osteuropäischen Region konsolidiert werden, sondern der Nidec-Geschäftseinheit Automotive Motor & Electronic Control die Möglichkeit geben, in Zukunft mehrere Geschäftsbereiche zu gründen.

Dies sei eine Strategie, die für Nidec bereits in China erfolgreich war. Jun Seki, President und Chief Operating Officer der Nidec Corporation, nannte das Beispiel der Region Kudong, in der Nidec zwölf Unternehmen gründete, eine Strategie, die das Unternehmen nun auch in Europa verfolgt. Der Betrieb mehrerer Unternehmen am selben Standort schaffe Synergien, „indem dieselbe Produktionsinfrastruktur und dasselbe Backoffice gemeinsam genutzt werden“, sagt Nidec.

Der Innovationsdruck, nach Jahren des Zögerns nun schnell entsprechende Elektroautos auf den Markt zu bringen, hat bei Nidec zu einem starken Wachstum geführt. Alleine in den vergangenen fünf Jahren stieg der Absatz um 50 Prozent. Mehr und mehr Autobauer hätten laut Nagamori Zulieferer wie Nidec kontaktiert, um sich auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren zu können. Erst Ende März hatte sich der für Apple tätige taiwanesische Auftragsfertiger Foxconn über seinen Automotive-Ableger Foxtron mit dem japanischen Elektromotoren-Hersteller Nidec zusammengeschlossen. Ziel des Duos ist die Entwicklung von Elektroantrieben für die von Foxconn im Herbst 2020 vorgestellte E-Auto-Plattform MIH. Der einst wichtige Antrieb wird nun ein Zuliefererteil.
nidec.com, electrive.com

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Ein Kommentar zu “Nidec investiert Milliarden & baut zwei Fabriken in Serbien

  1. Uwe

    „Der einst wichtige Antrieb wird nun ein Zuliefererteil.“
    Das sehen viele etablierte OEMs hier in Deutschland zum Glück etwas anders.

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10.04.2021 17:43