Jesse Schneider verlässt Nikola

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Das auf Brennstoffzellen- und Batterie-Trucks spezialisierte US-Startup Nikola verliert mit Jesse Schneider den bisherigen Chef seiner Brennstoffzellen-Entwicklung. Schneider hat ein eigenes Unternehmen gegründet.

Schneider galt als wichtiger Kopf hinter den Brennstoffzellen-Plänen von Nikola. Der Ingenieur arbeitet seit 2001 an Brennstoffzellen-Fahrzeugen, zunächst für Mercedes-Benz North America, später für DaimlerChrysler. Über eine Station bei Proton Motor Fuel Cell im Bayerischen Puchheim kam er zu BMW, wo er zunächst weiter an FCEV-Projekten arbeitete. Vor seinem Wechsel zu Nikola im März 2018 hat Schneider bei BMW im Bereich Plug-in-Hybride und das kabellose Laden des 530e gearbeitet.

Laut seinem LinkedIn-Profil hat Schneider das Unternehmen „ZEV Station“ gegründet, wo er als CEO und CTO tätig ist. Das Startup will eine Lade- und Betankungslösung für „Zero Emission Vehicles“ bieten – für Wasserstoff-basierte und Batterie-elektrische Mobilität. Der Sitz von ZEV Station ist in Los Angeles.

„Es war mir eine Ehre, die Entwicklungsteams für Wasserstoff und Brennstoffzellen der Nikola Two und der bald erscheinenden Tre Fuel Cell-Prototypen mit Iveco und Bosch zu leiten“, sagt Schneider in einer Mitteilung, die per Mail an US-Medien versendet wurde. Nikola-CEO Mark Russell betont, dass Schneider das Unternehmen im Guten verlassen habe. „Jesse hat in den letzten drei Jahren Nikola beim Aufbau von erstklassigen Brennstoffzellen- und Wasserstoffteams unterstützt“, so Russell.

Nikola wird Schneiders Position als Vice President offenbar nicht direkt nachbesetzen. Laut Bloomberg sagte ein Sprecher, dass man diese Position nicht mehr benötige, da das Unternehmen von der Phase der Entwicklung zur Bereitstellung übergehe.

Teilweise wird Schneider wohl künftig mit seinem alten Arbeitgeber konkurrieren: Nikola will bekanntlich nicht nur Wasserstoff-Lkw bauen, sondern auch die notwendige Infrastruktur errichten – wie etwa Tesla mit seinen Superchargern. Hierfür hat Nikola bereits Elektrolyseure geordert. Baut jedoch auch ZEV Station weitere H2-Tankstellen, könnte das auch der Verbreitung von Brennstoffzellen-Lkw helfen.

Im vergangenen Jahr war nach Betrugsvorwürfen bereits Nikola-Gründer Trevor Milton zurückgetreten. Danach hatten sich General Motors, Bosch und zuletzt Hanwha teilweise von dem einstigen Börsenliebling distanziert.
insideevs.com, bloomberg.com, linkedin.com

2 Kommentare

zu „Jesse Schneider verlässt Nikola“
mike
12.04.2021 um 17:07
typische Wasserstoffkarierre: nach 20 Jahren immer noch keine Produkte aber neue Firmen zum Fördergeldeinstreichen. ...
gerd
13.04.2021 um 10:01
typische Wasserstoff-Karriere: 20 Jahre kein Produkt aber immer eue Firmen je nach Subventionslage.

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