15.07.2021 - 10:07

LG Chem: 6 Billionen Won für Batteriematerial-Geschäft

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LG Chem strebt bis zum Jahr 2025 Investitionen in Höhe von 6 Billionen Won (4,4 Milliarden Euro) in den Ausbau seines Geschäfts mit Batteriematerialien für E-Autos an. In diesem Zusammenhang haben die Südkoreaner angekündigt, unter anderem eine neue Fabrik für Kathodenmaterial in Südkoreas Gumi errichten zu wollen.

Die 6 Billionen Won sind Teil einer breiteren Investitions-Offensive mit einer Gesamtsumme in Höhe von 10 Billionen Won, die LG Chem in verschiedene Geschäftsfelder pumpen will. Das Hauptaugenmerk der Südkoreaner liegt aber auf Investitionen im Bereich von sekundären Batteriematerialien, also etwa in Kathodenmaterialien und Separatoren. Die Nachricht folgt nur wenige Tage auf die Ankündigung der südkoreanische Regierung, ihre heimischen Batteriehersteller mit Milliardeninvestitionen unterstützen zu wollen.

Mit Blick auf die Fertigung von Kathodenmaterial will LG Chem im Dezember 2021 den ersten Spatenstich für eine neue Anlage in Gumi mit einer jährlichen Produktionskapazität von 60.000 Tonnen setzen. Grundsätzlich strebt der Konzern an, seinen Output von 40.000 Tonnen Kathodenmaterial im Jahr 2020 auf 260.000 Tonnen im Jahr 2026 zu steigern. Vor diesem Hintergrund soll auch die Unterzeichnung eines Joint-Venture-Vertrags mit einem Bergbauunternehmen bevorstehen. Laut Medien handelt es sich dabei um Korea Zinc. Bestätigt ist dies nicht. LG Chem teilt lediglich mit, dass man durch das Joint Venture „eine stabile Versorgung mit Metallen für Kathodenmaterialien sicherstellen“ wolle. Auch die Zusammenarbeit mit Unternehmen, die über Bergbau- und Veredelungstechnologien verfügen, sei geplant.

Das Portal „The Elec“ schreibt, dass LG Chem speziell seine Kapazität für NCMA-Kathoden (Nickel-, Kobalt-, Mangan- und Aluminiumoxid) erweitern will, die in Batterien für Autos mit mehr als 600 Kilometer Reichweite Verwendung finden sollen. Eine Quelle für diese Information wird allerdings nicht genannt.

Für das Separatorengeschäft erwägt LG Chem nach eigenen Angaben ebenfalls Bündnisse mit Unternehmen, die bereits über vielversprechende Technologien und Kunden verfügen – entweder per Übernahme oder Gründung von Gemeinschaftsunternehmen. Laut dem stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden Shin Hak-chul plant LG Chem zudem, zeitnah Präsenzen in Übersee zu schaffen. Man prüfe aktuell mehr als 30 Optionen – darunter M&A-Deals („Mergers & Acquisition“, also Übernahmen und Fusionen), Joint Ventures und strategische Investitionen.

ZF

Interessant ist auch die künftige Aufgabenteilung zwischen Mutterkonzern LG Chem und der Ende 2020 abgespaltenen Batterie-Tochter LG Energy Solution. Laut „Business Korea“ dürften beide Unternehmen an Synergien arbeiten. Angesichts der Investition von LG Chem in das Geschäft mit Batteriematerialien dürfte LG Energy Solution erster Bezieher dieser Materialien sein, heißt es. Kapital dafür solle sich die Tochter an der Börse beschaffen, wobei LG Chem auch nach dem geplanten Börsengang einen Anteil von 70 bis 80 % an LG Energy Solution behalten werde. LG Energy Solution hatte bekanntlich bereits im Juni die vorläufige Genehmigung für einen Börsengang beantragt.

Konkurrent SK Innovation – Batterietochter des südkoreanischen Mischkonzerns SK – hatte erst vor wenigen Tagen ebenfalls Ausbaupläne verkündet. Geplant ist die Erweiterung der Produktionskapazität bis 2030 auf über 500 GWh und mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls der Gang an die Börse. Sowohl SKI als auch LG Energy Solution wetteifern zudem bei der Entwicklung von Mustern der größeren 4680er Batteriezellen. Diese favorisiert Tesla für seine künftig produzierten Fahrzeuge.

Die beiden koreanischen Hersteller hoffen jeweils, einen Auftrag für die neuen 4680er Zellen von dem kalifornischen Elektroautobauer zu ergattern. Tesla plant zwar eine eigene Fertigung von 4680er-Zellen in seinen Fabriken in Texas und Grünheide, wird solche Zellen aber vermutlich auch extern zukaufen. Teslas Batteriepartner Panasonic hatte im Januar angekündigt, noch 2021 die Fertigung von Prototypen der 4680er-Zellen für Tesla starten zu wollen. Für Konkurrenz ist also gesorgt.
techcrunch.com, businesskorea.co.kr, thelec.net, lgchem.com

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15.07.2021 10:50