16.09.2021 - 10:12

Xiaomi soll seinen Debütstromer für 2024 planen

Nachdem Xiaomi kürzlich die Handelsregistrierung seiner neuen Automobiltochter abgeschlossen und das Unternehmen mit einem Grundkapital von 10 Milliarden Yuan ausgestattet hat, sind nun nähere Details zu den E-Auto-Plänen des chinesischen Smartphone-Herstellers bekannt geworden.

Das erste Modell des Unternehmens wird chinesischen Medienberichten zufolge im ersten Halbjahr 2024 auf den Markt kommen. In den drei darauffolgenden Jahren soll je ein weiteres Modell folgen. Außerdem heißt es, dass Xiaomi binnen der ersten drei Jahre einen Absatz von 900.000 Fahrzeugen avisiere. Bei diesen Informationen berufen sich die Medienberichte auf „mit der Angelegenheit vertrauten Personen“. Offizielle Statements gibt es dazu nicht.

Der chinesische Branchendienst CINNOResearch ergänzt ebenfalls unter Berufung auf anonyme Quellen, dass Xiaomi beim Produktionshochlauf zweigleisig fahren will, indem der Konzern ein bestehendes Werk kauft und ein weiteres in Eigenregie baut. Als bestehende Produktionsstätte mit einer relativ kurzen Vorlaufzeit zur Fertigungsaufnahme soll Xiaomi ein Werk von Borgward im Miyun Park in Peking im Auge haben. Die dortige Produktionskapazität soll 180.000 Einheiten pro Jahr umfassen. Das in Eigenregie gebaute Werk könnte nach Informationen von CINNOResearch in Wuhans Stadtbezirk Hannan entstehen.

Kurz zur Einordnung: Ende März hatte Xiaomi nach langer Abwägung die Entscheidung gefällt, eine Tochtergesellschaft ins Leben zu rufen, die das künftige „Smart Electric Vehicle Business“ des Konzerns betreiben wird. Damals kündigte Xiaomi an, in den nächsten zehn Jahren insgesamt zehn Milliarden US-Dollar (rund 8,5 Milliarden Euro) in das E-Auto-Geschäft investieren zu wollen. Das Anfangsinvestment in das Autosegment beträgt umgerechnet 1,3 Milliarden Euro. CEO des neuen Unternehmens wird Lei Jun, der Firmengründer und Gesamt-CEO von Xiaomi.

Seit März führt Xiaomi laut Medienberichten Gespräche mit zahlreichen Unternehmen, darunter Automobilherstellern und Zulieferern, und tätigt Investitionen in andere Firmen. Vor wenigen Wochen gab das Unternehmen etwa die Übernahme von Deepmotion Tech bekannt, ein in Peking ansässiges Startup. Für die Übernahme soll Xiaomi 77 Millionen Dollar hingeblättert haben. Auch mit einem Einstieg bei Evergrande wird der Konzern in Verbindung gebracht.

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Der Hintergrund: Verschiedene Medien berichteten im August, dass Evergrande sein Autogeschäft im Zuge der Schuldenkrise abstoßen könnte und deshalb Gespräche zur Übernahme mit mehreren Unternehmen führe, „darunter Nio, Xpeng und Xiaomi“, hieß es etwa auf dem Portal „ChinaStarMarket“. Dass Xiaomi zu den engsten Einstiegskandidaten zählt, schrieben zudem auch die Nachrichtenagentur Reuters und der „Spiegel“.

Laut einem früheren Bericht von Reuters wird Xiaomi alternativ ein Deal mit Great Wall Motor nachgesagt. Great Wall ist bisher noch nicht als Auftragsfertiger aktiv, hat aber laut den Reuters-Quellen in diesem Fall seine Dienste angeboten. Offizielle Infos hierzu gibt es weiterhin nicht. Im Smartphone-Bereich arbeitet Xiaomi auch eng mit dem iPhone-Produzenten Foxconn zusammen, der selbst eine Elektroauto-Plattform namens MIH vorgestellt hat und auch mit Geely einen eMobility-Auftragsfertiger gegründet hat.

Xiaomi selbst hat sich als Smartphone-Hersteller einen Namen gemacht und gehört zu den beliebtesten Smartphone-Marken Chinas. Über die Jahre hat das Unternehmen auch Produkte aus dem Bereich Haushaltselektronik erfolgreich etabliert, etwa Akku-Staubsauger oder Luftreiniger. Finanziert werden soll der Einstieg in den Automobilmarkt nun primär aus Eigenmitteln: Laut dem Geschäftsbericht für 2020 verfügt der Konzern über Barmittel von 100 Milliarden Yuan, rund 13 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal 2021 erreichten Umsatz und Nettogewinn der Gruppe zudem einen neuen Höchststand: Der Quartalsumsatz stieg im Jahresvergleich um 64 % auf 87,8 Milliarden RMB (rund 11,5 Milliarden Euro), während der bereinigte Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um 87,4 % auf 6,3 Milliarden RMB (rund 820 Millionen Euro) kletterte.
cnevpost.com, eet-china.com (auf Chinesisch)

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