07.01.2022 - 12:10

Ree beginnt Erprobung von Plattform für E-Lieferfahrzeuge

Das israelische Unternehmen Ree Automotive hat in den USA mit der Erprobung seiner neuen modularen Plattform P7 für elektrische Lieferfahrzeuge und begehbare Transporter begonnen. P7 wurde auf Basis der Spezifikationen eines der weltweit größten Lieferunternehmen entwickelt, dessen Namen Ree Automotive allerdings nicht preisgibt.

Wie Ree im Rahmen der CES in Las Vegas mitteilt, soll die P7 für die US-Klassen 3 bis 5 ausgelegt sein. Die Klassen 3 bis 5 fallen unter die mittelschweren Nutzfahrzeuge von 4,5 bis maximal 8,8 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht. Einige US-Pickups sind ebenfalls in diesen Gewichtsklassen angesiedelt, aber eben auch viele Zustell-Fahrzeuge von Lieferdiensten und Logistikern.

Die P7 ist die größte Auslegung der modularen E-Plattform, die auf eigens entwickelte Antriebsmodule namens „Ree Corner“ basiert. Dabei handelt es sich im Grunde genommen um eine Plattform, bei der alle kritischen Fahrzeugkomponenten zwischen Fahrgestell und Rad in den Ecken des Fahrzeugs verbaut werden. Diese vier kompakten Einzelmodule – bestehend aus Aufhängung und Antrieb – sorgt für einen flachen Innenraumboden, selbst zwischen den Achsen. Mit dem Niederflur-Design der Plattform soll der Laderaum bei gleicher Grundfläche maximiert werden. Mit der „höheren volumetrischen Effizienz“ verspricht Ree seinen Kunden höhere Betriebsmargen.

Die kleinste Ausführung (P1 genannt) kann bis zu 1,8 Tonnen wiegen und ist für innerstädtische Zustellfahrzeuge für die letzte Meile gedacht. Bei den Varianten P2, P4, P6 und P7 entspricht die Ziffer dem jeweiligen Maximalgewicht in Tonnen. P4 soll ein LCV, E-Shuttle oder SUV ermöglichen, P7 war bisher für einen mittelschweren Liefer-Lkw mit sieben Tonnen Gesamtgewicht angekündigt. Laut den aktuellen Angaben wird Ree die bis zu 8,8 Tonnen der US-Klasse 5 nicht ganz ausreizen, hat das zulässige Gesamtgewicht aber auf 7,5 Tonnen erhöht.

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Nähere Angaben zu den Fahrzeugen, die auf der P7 aufgebaut werden sollen, nennt Ree noch nicht. Die auf den Fotos abgebildete Plattform ist 7,6 Meter lang und 2,4 Meter breit – dabei handelt es sich um die Maximal-Konfiguration. Bei der Länge sind zwischen 6,2 und 7,6 Metern möglich, in der Breite zwischen 1,6 und 2,4 Metern, bei der Höhe des Fahrzeugs gibt Ree 2,0 bis 3,0 Meter an.

Von der Fahrzeuggröße hängt auch die Batteriegröße ab, maximal sollen 120 kWh möglich sein. Jedes „Ree Corner“-Modul kann bis zu 100 kW leisten – es sind aber Front- Heck- und Allradantrieb möglich. Zudem kann entweder nur die Vorderachse gelenkt werden – da die vier Module identisch sind, ist auch eine Allrad-Lenkung möglich. Die Höchstgeschwindigkeit soll bei 130 km/h liegen, die maximale Reichweite bei 370 Meilen oder knapp 600 Kilometern.

Für Logistik-Kunden wichtig: Die maximale Nutzlast beträgt 8.800 Pfund oder vier Tonnen, das maximale Laderaumvolumen liegt laut dem Unternehmen bei 39,6 Kubikmetern. Der Ladeboden liegt mindestens 50,8 Zentimeter über der Straße. Die Plattform bietet auch Data-as-a-Service und soll Flottenmanagern so „vollständige Transparenz und Einblicke in ihren Flottenbetrieb bieten“.

Auf dem Weg zur Produktion hatte Ree im vergangenen Jahr eine Entwicklungskooperation mit dem US-Zulieferer American Axle & Manufacturing (AAM) geschlossen. Auch mit Magna gibt es eine Kooperation.
prnewswire.com

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