26.04.2022 - 13:14

Hyundai und We Drive Solar starten V2G-Projekt in Utrecht

Das im vergangenen Jahr angekündigte Projekt im niederländischen Utrecht für Elektro-Carsharing in Kombination mit bidirektionalem Laden wurde nun offiziell gestartet. Hyundai wird in Zusammenarbeit mit dem Konsortium We Drive Solar zunächst 25 mit V2G-Technik ausgerüstete Ioniq 5 einsetzen.

Wie Hyundai in seiner Mitteilung schreibt, soll die Ioniq-5-Flotte in Utrecht im Laufe dieses Jahres auf 150 Fahrzeuge aufgestockt werden. Das Projekt in Utrecht ist seit September 2021 bekannt, damals wurden aber noch 100 Sion von Sono Motor angekündigt. Hyundai war damals bereits als Partner an Bord, die Flottengröße war aber noch nicht bekannt.

Für das Projekt in den Niederlanden wurde nur die Software der eingesetzten Ioniq 5 modifiziert. Bei der Hardware handelt es sich um denselben On-Board-Charger wie beim Serienmodell – es kann also mit maximal 3,6 kW Energie aus dem Akku entnommen werden. In den Serienautos nutzt Hyundai diese Funktion für „Vehicle to Load“, also um strombetriebene Geräte zu laden oder zu betrieben.

Das ist zwar technisch eng verwandt mit „Vehicle to Grid“, benötigt aber eine andere Software. „Für den Austausch der Energie mit dem Stromnetz im Rahmen von V2G muss zunächst ein Kommunikationsprotokoll zwischen dem BEV und dem Netz definiert werden“, teilten die Koreaner bereits in einer anderen Mitteilung Mitte April mit.

Die Stadt Utrecht hat das Ziel, die erste bidirektionale Stadt und Region der Welt zu werden. Im Rahmen des Projekts geht es vor allem um das Viertel Cartesius. In dem Neubauprojekt planen die Gebietsentwickler MRP und Ballast Nedam Development den Bau von 2.530 Wohnungen. Wie in den Niederlanden üblich liegt der Fokus auf dem Radverkehr. Müssen die Bewohner dennoch auf ein Auto zurückgreifen, sollen sie nach Möglichkeit kein eigenes Auto anschaffen, sondern einen der Ioniq 5 aus der Elektro-Sharing-Flotte von We Drive Solar nutzen – und diesen anschließend wieder an einer bidirektionalen Ladestation abstellen.

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Die Batterien der Fahrzeuge sollen so als Speicher für nachhaltige Energie genutzt werden, die bei Bedarf auch wieder ins Netz eingespeist wird. Als Anbieter von Elektro-Sharing-Autos ist We Drive Solar an einer Vielzahl von Neubauprojekten in den Niederlanden beteiligt. So soll die optimale Zusammenarbeit von Solarmudulen auf den Gebäudedächern, den Ladestationen im Quartier und den Sharing-Autos erreicht werden.

„Wir sind sehr stolz darauf, dieses Projekt mit We Drive Solar zu starten. Wir bei Hyundai glauben, dass das bidirektionale Laden in Kombination mit der V2G-Technologie Batterie-elektrische Fahrzeuge in flexible Ressourcen verwandeln kann“, sagt Michael Cole, CEO von Hyundai Motor Europe. „Der Ioniq 5 und die V2G-Technologie bieten nicht nur eine alternative Lösung für Kunden, die sich von herkömmlichen Verbrennungsmotoren verabschieden möchten, sondern tragen auch dazu bei, die Rentabilität der erneuerbaren Energieerzeugung im Netz zu erhöhen.“

Im Falle des Ioniq 5 kann nicht nur Energie aus den Solarmodulen auf den Hausdächern genutzt werden, das Fahrzeug verfügt selbst optional über in das Dach integrierte Solarzellen. Hier kommt es allerdings stark auf die Sonneneinstrahlung an – wird das Auto im Schatten eines Hauses oder Baumes geparkt, sinkt der Nutzen des Solardachs stark.

Anfangs liegt der Fokus stark auf dem Viertel, wo die Sharing-Fahrzeuge stationiert werden sollen. Die Stadt Utrecht hat sich bereits für Größeres gerüstet: In den vergangenen drei Jahren wurden in der gesamten Region mehr als 1.000 bidirektionale Ladepunkte errichtet.
hyundai.news

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Ein Kommentar zu “Hyundai und We Drive Solar starten V2G-Projekt in Utrecht

  1. Sebastian Krebs

    Durch die Nutzung des AC-Pfades via OBC ist Hyundai von der Niedrigschwelligkeit dem Konzept von VW (mit externem DC-Ladern) voraus, weil sich so auch die günstigeren Wallboxen anbinden lassen, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass die Fahrzeuge möglichst viel an V2G-fähiger LIS angesteckt bleiben und somit Smart-Charging / ISO 15118-20 schneller und günstiger skalieren können.

    Stellt sich die Frage, wie lange sich Tesla aus diesem Thema heraushalten wird, zumal es in Bezug auf die Sichtweisen von Elon Musk und Jeff Dahn (einem der wichtigesten Batterieforscher in Bezug auf Tesla) deutliche Differenzen gibt – weshalb die Hoffnung sein muss, dass Dahn seinen Einfluss gelten machen und sich in dieser Fragestellung durchsetzen kann.

    Spätestens aber der Marktdruck durch ausreichend viele Mitbewerber wird hier die Kompassnadel bewegen.

    Insofern ist Hyundai zu beglückwünschen, dass sie das Thema promoten und als erste in dieser Praktikabilität und Alltäglichkeit in die Umsetzung bringen wollen/werden.

    Bleibt nur noch zu hoffen, dass die Umsetzung des Koalitionsvertrags ins EnWG und die Regularik im Hinblick auf das bidirektionale Laden nicht wieder halbe Ewigkeiten auf sich warten lässt und auch die Marktteilnehmer auf der Netzbetreiberseite proaktiv ihr Scherflein mit dazu beitragen.

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26.04.2022 13:23