28.04.2022 - 09:14

Pakete grün liefern: Liefergrün setzt auf gemietete E-Fahrzeuge

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Liefergrün stellt Pakete ausschließlich mit lokal emissionsfreien Fahrzeugen zu. Darunter aktuell 25 eVito – so weit, so gewöhnlich. Warum das junge Unternehmen die E-Transporter nicht kauft oder least, sondern von Mercedes-Benz Automotive Mobility GmbH mietet, hat zwei Gründe.

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Der Name Liefergrün ist Programm. Das Startup, welches sich im Februar in einer Finanzierungsrunde drei Millionen Euro sichern konnte, fokussiert sich auf nachhaltigeren Paketversand.

„Wir sind ausschließlich mit lokal emissionsfreien Fahrzeugen unterwegs“, sagt Geschäftsführer Niklas Tauch. Gemeinsam mit seinen Studienkollegen Robin Wingenbach und Maximilian Schleper hatte er die Idee, die letzte Meile des E-Commerce klima- und kundenfreundlicher zu machen. Das Unternehmen mit Büros in Münster, Hamburg und Berlin liefert alle Pakete am selben oder nächsten Tag mit Kurieren aus, die ausschließlich Fahrräder, Lastenräder oder E-Autos benutzen. Zu den Auftraggebern von Liefergrün gehören beispielsweise der Sportartikelhersteller Adidas und Dyson, der unter anderem Staubsauger und Luftfilter produziert, sowie einer der größten europäischen Modeversandhändler.

Die Liefergrün-Flotte besteht aus Lastenrädern, Elektroautos und E-Transportern. „Wir berechnen für jedes Paket basierend auf Paketvolumen, Zustellort und Verkehrsaufkommen welches Fahrzeug wir für die effizienteste Auslieferung einsetzen“, erklärt Tauch. Damit will das junge Unternehmen vermeiden, große Zustelltouren zu fahren. Ziel ist vielmehr, auf möglichst kurzen Routen möglichst viele Pakete ausliefern zu können. „Wir verursachen weniger als ein Siebtel an Emissionen als herkömmliche Paketdienstleister“, sagt er. So würden bei Liefergrün pro Lieferung 86 Gramm CO₂-Äquivalente (CO₂e) entstehen, die traditionellen Paketdienstleister verursachen seiner Aussage zufolge rund 600 Gramm CO₂e pro Zustellung. CO₂e gilt als eine Maßeinheit zur Vereinheitlichung der Klimawirkung der unterschiedlichen Treibhausgase.

40 Prozent des Liefergrün-Fuhrparks besteht aus Lastenrädern, die u.a. von Onomotion oder auch Urban Mobility stammen. E-Autos von Renault oder auch Opel sowie E-Vans machen jeweils 30 Prozent der Flotte aus. Genaue Zahlen will Tauch nicht nennen. Die Vans sind bis dato ausschließlich eVito von Mercedes-Benz – aktuell 25 Stück –, die das Startup ausführlich getestet hat und mit denen es auch längere Zustelltouren abbilden kann. „Wir liefern ausschließlich an Endkundinnen und Endkunden aus, bei denen die Paketgröße geringer ist als beispielsweise bei klassischen B2B-Sendungen“, erläutert er.

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Liefergrün mietet diese über die Mercedes-Benz Automotive Mobility GmbH. Doch warum mieten? „Flexibilität und Schnelligkeit haben uns überzeugt“, erzählt der Geschäftsführer. Ob Wartung, Instandsetzung, Steuern oder Haftpflichtversicherung, darum muss sich das Unternehmen nicht kümmern. Hat ein Fahrzeug einen Schaden, ersetzt Mercedes-Benz es schnell. Dadurch, dass Liefergrün stark wächst, benötigt es mitunter kurzfristig weitere Fahrzeuge. Auch hier ist der Fahrzeughersteller schnell: Die Mercedes-Benz Automotive Mobility GmbH kann dies in kürzester Zeit. Pro Fahrzeug vereinbaren die Partner eine Mindestvertragsdauer von wenigen Monaten bis zu einem Jahr.

Da Liefergrün noch nicht genügend eigene Lademöglichkeiten hat, nutzt das Unternehmen nach Ende der täglichen Touren auch öffentliche Ladestellen in der Nähe seiner zehn in Deutschland verteilten Hubs. In naher Zukunft will Liefergrün jedoch die eigene Ladeinfrastruktur ausbauen. „Wir sind derzeit im Gespräch mit den großen Anbietern. Einer von ihnen soll uns dann die benötigten Ladepunkte aufbauen und das komplette System managen“, sagt Tauch.

Bislang verfügt vor allem das Hub in Berlin über AC-Ladepunkte, die jeweils über 11 Kilowatt (kW) Ladekapazität verfügen. Da die eVito über Nacht geladen werden können, sind Schnelllader nicht erforderlich. Jedes Hub, die Standorte befinden sich nebst Berlin in Hamburg, München, Nürnberg, Leipzig, Ruhrgebiet, Stuttgart, Frankfurt, Köln und Düsseldorf, soll später jeweils 20 Ladepunkte bekommen. Auch die Lastenräder sind elektrisch angetrieben. Ihre Akkus lassen sich abends an herkömmlichen Haushaltssteckdosen aufladen.

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