Britishvolt will Mehrheit seiner Anteile an Investoren abtreten

Für das von der Insolvenz bedrohte Unternehmen Britishvolt gibt es offenbar Hoffnung, seine Pläne für eine Batteriezellenfabrik in Blyth im Nordosten Englands doch noch umsetzen zu können – aber nicht mehr in Eigenregie. 

Britishvolt erklärte nun, dass es Gespräche mit einem Investorenkonsortium über den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen gibt. Dies soll „die langfristige Nachhaltigkeit und Finanzierung gewährleisten, die notwendig ist, um die Entwicklung und Herstellung von Batterien in Großbritannien fortzusetzen“. Namen der potenziellen Investoren werden nicht genannt. „Die beiden Parteien werden zu gegebener Zeit weitere Einzelheiten bekannt geben und haben in diesem Stadium nichts weiter hinzuzufügen“, so Britishvolt.

Anfang November berichteten Medien erst über eine drohende Insolvenz des Unternehmens, dann über eine geebnete finanzielle Überbrückungshilfe. Britishvolt selbst gab am 3. November 2022 an, „die notwendigen kurzfristigen Investitionen gesichert zu haben, die es uns unserer Meinung nach ermöglichen, die kommenden Wochen bis zu einer sichereren Finanzierungsposition für die Zukunft zu überbrücken“.

Britishvolt hat sich schwer getan, Investoren zu finden, die den Bau der geplanten Zellenfabrik in Blyth finanzieren. Mehrfach mussten die Pläne verschoben werden. Ursprünglich sollte die Anlage Ende 2023 in Betrieb genommen werden. Im Anschluss wurde die Inbetriebnahme erst auf Ende 2024 und dann auf Mitte 2025 verlegt. Als Gründe wurden bei der jüngsten Verschiebung „schwierige externe wirtschaftliche Gegenwinde, einschließlich der galoppierenden Inflation und der steigenden Zinssätze“ angegeben.

Im August 2022 hatte Britishvolt bereits den Rücktritt seines Gründers und CEO Orral Nadjari bekannt gegeben. Schon zu diesem Zeitpunkt gab es Berichte über Finanzierungsprobleme. Angekündigt wurde das Werkprojekt erstmals Mitte 2020im Dezember desselben Jahres wurde Blyth als Standort der Batteriefabrik bestätigt. Seitdem hat das Unternehmen zahlreiche Rohstoff- und Entwicklungs-Partnerschaften geschlossen, auch mit deutschen Unternehmen wie Siemens und ManzSeit dem Herbst 2021 laufen die Bauarbeiten.
reuters.com, theguardian.com, bbc.com

Lesen Sie auch