S.A.F.E. reicht überarbeitete Transparenzsoftware zur Zertifizierung ein

Der Verein S.A.F.E. hat der Physikalisch Technischen Prüfanstalt (PTB) eine neue erweiterte Version 1.3 der Transparenzsoftware zur Zertifizierung vorgelegt. Diese soll ohne Verletzung der Patente von Compleo Charging Solutions auskommen.

Konkret erlaubt die erweiterte Version neben der bisherigen Signierung der Daten im Zähler auch die Integritätssicherung der Daten ohne Verwendung einer digitalen Signatur. Im Fachjargon ist vom sogenannten Sealing-Verfahren die Rede. „Diese Erweiterung der bisherigen Transparenzsoftware um das Sealing-Verfahren ist ein wichtiger Meilenstein unserer Strategie, um dem Markt eine lastenfreie Lösung für die Umsetzung des eichrechtskonformen Ladens anzubieten“, äußert Hauke Hinrichs, CEO von Smatrics und Vorsitzender von S.A.F.E.

Großer Vorteil dieses Verfahrens ist nach Aussage der Patentanwälte des S.A.F.E.-Vereins, dass sie keine Verletzung der Patente EP 2 531 368 B1 und EP 2 755 846 B1 von Compleo Charging Solutions sehen. Zu diesen Patenten hatte der S.A.F.E. e.V. im Dezember 2022 und im Januar 2023 bekanntlich Klagen zur Klärung der Rechtsbeständigkeit eingereicht. Bereits vor wenigen Wochen – anlässlich der geknackten 100er-Marke bei der Mitgliederzahl des Vereins – hatte S.A.F.E. die neue Version seiner Transparenzsoftware als „einen wichtigen Meilenstein zur Schaffung von Rechtsicherheit gegenüber Patenrechtsforderungen der Compleo Charging Solutions AG“ angekündigt. Alle Details zu dem Konflikt in der Branche können Sie hier nachlesen.

Vereinfacht ausgedrückt wird beim Sealing-Verfahren dem eigentlichen Datensatz („Datenbits“) zur Sicherstellung der Integrität eine zufällige Datenreihenfolge („Schutzbits“) vor- und nachgestellt, bevor die Daten verschlüsselt werden. Durch die Diffusion der gewählten Verschlüsselung werden bei Änderungen an Datenbits zugleich Änderungen an den Integritäts-Schutzbits verursacht. Bei der Entschlüsselung müssen die beiden Zufallszahlen also  wieder identisch sein, womit gewährleistet ist, dass auch die eigentlich transportierte Information zum Ladevorgang unverändert geblieben ist.

Die neue, bislang noch nicht zertifizierte Version der Transparenzsoftware kann nach Angaben des Vereins auf der Website des S.A.F.E. e.V. zu Testzwecken heruntergeladen werden. S.A.F.E. steht übrigens für Software Alliance for E-mobility und wurde vor knapp fünf Jahren gegründet. Der Verein entstand seinerzeit aus einer Initiative von mehreren Unternehmen heraus, die eine gemeinsame Transparenzsoftware für das Eichrecht vertreiben und stetig weiterentwickeln wollten.

Laut Hauke Hinrichs soll der Mitgliederkreis weiter wachsen, gerade im internationalen Umfeld. „Das Interesse an unserer Lösung zum Verbraucherschutz ist auch in anderen Ländern gefragt, wenn auch nicht mit allen Anforderungen des Eichrechts. Jeder Mitstreiter, der sich für eine praktikable Umsetzung des Eichrechts einsetzen möchte, ist herzlich willkommen.“
safe-ev.de

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