Stellantis und LGES fordern höhere Fördersumme für kanadische Batteriefabrik

Stellantis und LG Energy Solution haben die Arbeiten an ihrer im vergangenen Jahr angekündigten Batteriefabrik in Windsor in der kanadischen Provinz Ontario unterbrochen. Die Unternehmen behaupten, Kanadas Bundesregierung sei ihren Verpflichtungen gegenüber dem Projekt nicht nachgekommen – indirekt spielt auch VW eine Rolle.

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Denn bei den „Verpflichtungen“ der kanadischen Regierung geht es um Subventionen. Die Zeitung „Toronto Star“ berichtet, Stellantis solle mit dem Ende des im März 2022 angekündigten Projekts gedroht haben, sollten die Subventionen der Regierung nicht auf das Niveau angehoben werden, die Volkswagen für seine Batteriefabrik in Ontario erhält.

Stellantis und LGES investieren mehr als fünf Milliarden kanadische Dollar (3,4 Milliarden Euro) in die Zellfabrik nahe des dortigen Fahrzeugwerks des Autobauers. Die Zellen im Umfang von bis zu 45 GWh pro Jahr sollen vor Ort zu Batteriemodulen weiterverarbeitet werden. Insgesamt sollen rund 2.500 Arbeitsplätze entstehen. „Mit sofortiger Wirkung wurden alle Bauarbeiten im Zusammenhang mit der Batteriemodulproduktion am Standort Windsor eingestellt“, sagte ein Sprecher und ergänzte, dass „einige Bauarbeiten“ im Zusammenhang mit der Zellproduktion fortgesetzt werden.

Die Investition, die auch mit Mitteln der kanadischen Bundesregierung und der Provinzregierung von Ontario gefördert wird, war bis zu der VW-Ankündigung die größte Summe in der kanadischen Automobilindustrie. Nur: Als Stellantis und LGES die Investitionsentscheidung getroffen (und auch die Verhandlungen mit der kanadischen Regierung geführt) hatten, gab es in den USA den Inflation Reduction Act noch nicht.

Die doppelt so große VW-Batteriefabrik in St. Thomas (bis zu 90 GWh) soll mit bis zu 13,7 Milliarden CAD gefördert werden, wie Reuters im April berichtet hat – davon 13 Milliarden CAD als Subventionen und 700 Millionen CAD als direkte Zuschüsse. Das sei in etwa die Höhe, die VW von der US-Regierung erhalten hätte, wenn die Batteriefabrik in den Vereinigten Staaten entstanden wäre.

Die genaue Summe, die Stellantis und LGES als Subvention erhalten sollen, wird in dem aktuellen Bericht nicht genannt, die Unternehmen wollen aber offenkundig mehr Unterstützung. Die kanadische Finanzministerin Chrystia Freeland gab an, dass man sich mit dem Management von Stellantis in Gesprächen befinde und die Probleme gelöst werden könnten. „Ich bin absolut zuversichtlich, dass wir eine Einigung erzielen werden. Ich möchte aber auch darauf hinweisen, dass die Ressourcen der Bundesregierung nicht unbegrenzt sind“, so Freeland. Sie ergänzte, dass die Provinzregierung von Ontario „ihren fairen Anteil“ tragen müsste.

Das sieht Ontarios Premierminister Doug Ford anders: Man habe bereits ein Vertrag mit Stellantis unterzeichnet (über die Förderung mit rund 500 Millionen CAD) und befinde sich derzeit nicht in weiteren Verhandlungen. „Es macht mir große Sorgen“, wird Ford zitiert. „Wir brauchen ein Engagement der Bundesregierung wie bei Volkswagen.“

Update 06.07.2023: Stellantis und LGES haben die Bauarbeiten an ihrer Batteriefabrik in Windsor wieder aufgenommen – nachdem sich die Unternehmen mit der kanadischen Regierung auf ein neues Förderpaket geeinigt hatten. Was zu der Einigung bekannt ist, haben wir in diesem Artikel aufbereitet.
reuters.com, bnnbloomberg.ca, ctvnews.ca

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