Batteriespezialist Lion Smart bezieht Zellen von SVOLT

Bild: SVOLT

Der deutsche Batteriespezialist Lion Smart wird seine Akkupacks der zweiten Generation mit Zellen des chinesischen Herstellers SVOLT bestücken – und zwar sowohl mit Zellen auf NCM- als auch auf LFP-Basis. Eine entsprechende Vereinbarung haben beide Seiten frisch unterzeichnet.

Lion Smart kündigt an, in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 erstmals Packs mit SVOLT-Zellen an Kunden ausliefern zu wollen. Um so schnell am Markt zu sein, sollen die Zellen nach Angaben des Unternehmens zunächst aus einer SVOLT-Fabrik in China importieren werden. Ab 2025 sei eine Zellproduktion in Europa und somit der inner-europäische Bezug der Zellen möglich, heißt es in einer begleitenden Mitteilung. Die Zusammenarbeit zwischen Lion Smart und SVOLT beginnt den Partnern zufolge „sofort“ mit der Entwicklung einer auf die Lion-Smart-Bedürfnisse angepassten SVOLT-Zelle.

„Mit den neuen Zellen, die auf der neuesten Zellchemie basieren, können wir nun unser Portfolio diversifizieren, um unsere Marktsegmente Mobilität und Stationäre Speicher besser zu bedienen“, äußert Winfried Buss, CEO und Geschäftsführer der Lion Smart Gruppe. Kunden aus dem Mobilitätsbereich verspricht Buss dank der neuen Zellen „circa 20 % mehr Energie im gleichen Paket“, Kunden aus dem stationären Markt erhielten künftig Batteriepakete mit höheren Ladezyklen zu sehr wettbewerbsfähigen Preisen.

Die erste Generation seiner Batteriepacks baut Lion Smart zurzeit in seiner im Juni eingeweihten Serienproduktion im südthüringischen Hildburghausen. Dorthin hatte das Unternehmen die Fertigung vom niederbayerischen Dingolfing aus verlegt. In den neuen Standort investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben mehrere Millionen Euro. Jährlich können in der Fabrik Lion Smart zufolge rund 4,8 Millionen Batteriezellen zu Packs montiert werden. Dies entspricht einer Kapazität von 200 Batteriepacks am Tag beziehungsweise 50.000 Packs im Jahr, die im Dreischichtbetrieb montiert werden können. Bei Bekanntgabe des Umzugs im Oktober 2022 war noch von einem Zweischichtbetrieb mit bis zu 40.000 Packs pro Jahr die Rede. Die Planungen zum Output waren also binnen weniger Monate nach oben korrigiert worden.

Lion Smart ist eine Tochter der Schweizer Holding Lion E-Mobility AG. Kernprodukt des Unternehmens ist die Hochvolt-Batterie Lion SE09 – sowohl für mobile als auch stationäre Anwendungen. Die Montage läuft „nahezu vollständig automatisiert ab“, teilte Lion Smart kürzlich mit. Zu den Großkunden von Lion zählt unter anderem der kanadische Hersteller Vicinity Motor.

„Im Rahmen unserer Strategie, unser Unternehmen zu einem relevanten Hersteller von Batteriepacks zu entwickeln, sind wir den ersten Schritt mit der Übernahme der SE09-Batterie und dem erfolgreichen Start einer Lion Smart-eigenen Produktion gegangen. Im nächsten Schritt wird uns die Kooperation mit einem der weltweit führenden Zelllieferanten nun in die Lage versetzen, Lion Smart SE09 Batteriepacks mit modernster Batteriezellentechnologie aufzurüsten. Dies wird die zukünftige Basis darstellen, neue Kunden zu generieren und somit zum Wachstum des Unternehmens in den nächsten Jahren beizutragen“, äußert Alessio Basteri, Aufsichtsratspräsident der Lion E-Mobility AG.

SVOLT soll einem früheren Bericht von „Bloomberg“ zufolge fünf Batteriezellenfabriken in Europa planen. Zwei sind bisher für Deutschland bestätigt. Der aus dem chinesischen Autobauer Great Wall hervorgegangene Batteriehersteller strebe bis zum Ende des Jahrzehnts insgesamt eine Produktionskapazität von mindestens 50 Gigawattstunden in Europa an, hieß es im Frühjahr.
lionemobility.com

0 Kommentare

zu „Batteriespezialist Lion Smart bezieht Zellen von SVOLT“

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Lesen Sie auch