Baden-Württemberg schreibt Lade-Flächen an Bundes- und Landesstraßen aus

In Baden-Württemberg können sich private Investoren ab sofort um Parkplatzflächen entlang von Bundes- und Landesstraßen bewerben, um dort öffentlich zugängliche Ladepunkte zu errichten.

Quelle EnBW, Fotograf Endre Dulic

Wie das Verkehrsministerium des Bundeslandes mitteilt, sind über das FlächenTOOL der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur ab sofort 130 bundes- und landeseigene Parkplatzflächen entlang von Bundes- und Landesstraßen in Baden-Württemberg abrufbar. Private Investoren können sich formlos auf die online gestellten Parkplatzflächen bewerben.

Nach der Bewerbung sichten die Regierungspräsidien in Stuttgart, Tübingen, Karlsruhe und Freiburg mit Unterstützung der unteren Verwaltungsbehörden die eingegangenen Anfragen und nehmen anschließend Kontakt mit den privaten Interessenten auf, wie in der Mitteilung erklärt wird. Bei einer Übereinkunft wird eine Sondernutzungserlaubnis zur Errichtung öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur ausgestellt.

Die Qualität der Standorte variiert aber – wie zu erwarten. Laut einer Stichprobe der electrive-Redaktion im FlächenTOOL hat das Bundesland zum Beispiel Parkplätze an der Universität Tübingen oder auch an der Pädagogischen Hochschule Weingarten in das Tool eingetragen – mehrere Hundert Quadratmeter mit verfügbarem Niederspannungsanschluss, also etwa für AC-Parks geeignet. Andere Standorte sind zum Beispiel unbewirtschaftete Rastplätze an Bundesstraßen oder Park&Ride-Parkplätze direkt an Ausfahrten von Bundesstraßen und Autobahnen – diese sind zwar für den Durchgangsverkehr deutlich attraktiver, sind aber noch nicht einmal ans Stromnetz angeschlossen.

„Das Land kann die Ladeinfrastruktur nicht selbst zur Verfügung stellen, aber für den Platz sorgen, damit private oder öffentliche Unternehmen die Flächen nutzen können“, schreibt das Stuttgarter Verkehrsministerium. Es ist ein oft genannter Kritikpunkt aus der Lade-Branche, dass die öffentliche Hand selbst zu wenige Flächen in ihrem eigenen FlächenTOOL zur Verfügung stellt. Tatsächlich ist es auch einer der Punkte des Masterplans Ladeinfrastruktur 2 von Bundesverkehrsminister Volker Wissing, dass geprüft werden soll, welche Flächen der Bund zur Verfügung stellen könne – an dieser Front ist aber lange wenig passiert.

„Die Bereitstellung von geeigneten Flächen ist entscheidend für den weiteren Ausbau der Ladeinfrastruktur“, sagt nun auch der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne). „Und das ist entscheidend für die Elektrifizierung des Verkehrs und für den Klimaschutz. Wir möchten mit der nun gestarteten Landesinitiative hierzu einen Beitrag leisten.“

„Wir freuen uns, dass das Land Baden-Württemberg mehr als 100 Flächen zur Errichtung öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur im FlächenTOOL zur Verfügung stellt und so ein Zeichen für die Elektromobilität setzt. Durch die Nutzung des TOOLs wird der Prozess zwischen privaten Investoren und Behörden erleichtert und so der Ausbau vor Ort beschleunigt. Jede neu eingetragene Fläche bringt den Ladeinfrastrukturausbau in Deutschland voran“, so Johannes Pallasch, Sprecher der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur und Bereichsleiter der NOW GmbH.

Es ist möglich, dass Hermann und Pallasch künftig weitere Landesflächen in Baden-Württemberg im FlächenTOOL verkünden können. Das Land kündigt in der Mitteilung an, dass „schrittweise weitere Landesflächen aus dem Bereich der Staatlichen Vermögens- und Hochbauverwaltung Baden-Württemberg in das FlächenTOOL eingetragen“ werden sollen – eine grobe Anzahl oder ein Zeithorizont hierfür werden aber nicht genannt.

baden-wueerttemberg.de, flaechentool.de (Karte)

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