Batterie-Innovationen: Varta bündelt F&E-Aktivitäten in Graz

Der deutsche Batteriehersteller Varta forciert den Aufbau einer großen Forschungseinrichtung für Batterietechnologie in Graz. Schwerpunkte der Arbeit sollen dort die Optimierung bestehender Batterietechnologien sowie die Entwicklung von „Post-Lithium-Technologien“ bilden. Explizit auch für den Automotive-Sektor.

Bild: VARTA AG

Der deutsche Batteriehersteller Varta hatte seine E-Auto-Pläne 2022 eigentlich auf Eis gelegt, plant inzwischen aber offenbar wieder mit einer Produktion von Batteriezellen für Elektroautos in größerem Maßstab. Dafür spricht nun auch die F&E-Offensive, denn auf einer Fläche von etwa 3.500 Quadratmetern sollen in dem neuen Zentrum in Graz neueste Technologien für ein breites Anwendungsfeld entwickelt werden – und ausdrücklich auch für den Einsatz im Automotive-Bereich.

Die Arbeiten an der Einrichtung stehen laut Varta kurz vor dem Abschluss. Konkret erfolgt der Vorstoß durch „die Erweiterung der Varta Innovation“, wie es in einer begleitenden Mitteilung heißt. Bei der Varta Innovation GmbH handelt es sich um ein Forschungs-Spinoff der Varta Microbattery GmbH und der Technischen Universität Graz. Ziel sei der Betrieb einer der modernsten Forschungseinrichtungen für Batterietechnologie in Europa.

Den Vollbetrieb der Einrichtung peilt Varta zu Beginn des zweiten Quartals 2024 an. Bis Ende des vierten Quartals soll die Zahl der aktuell etwa 30 internationalen Forscherinnen und Forscher bereits auf 50 wachsen. Schwerpunkte der Forschungsarbeit sind „die Optimierung bestehender Batterietechnologien sowie die Entwicklung von Post-Lithium-Technologien“. Ebenfalls im Fokus stehen die Themen Nachhaltigkeit, die Verringerung des Energieeinsatzes in der Produktion sowie die Verwendung von Recyclingmaterialien.

„Der Ausbau unserer Material- und Grundlagenforschung in Graz ist eine logische Konsequenz. Wir wollen unsere Position als einer der Technologie- und Innovationsführer im Bereich Batterietechnologie festigen. Gerade bei den Post-Lithium-Technologien gibt es vielversprechende Entwicklungen, etwa für den immer wichtiger werdenden Bereich der dezentralen Energiespeicher, die auf günstigen, nachhaltigen und unproblematisch gewonnenen Materialien wie etwa Natrium aufbauen“, äußert Varta-CTO Rainer Hald.

Aber auch in der Lithium-Ionen-Technologie steckt dem Varta-Manager zufolge noch viel Potenzial. Der Technologie-Hub in Graz sei ein entscheidender Baustein der eigenen Zukunftsfähigkeit und erlaube, sehr schnell belastbare Ergebnisse in der Vorentwicklung zu erzielen, die dann zügig in die Serienfertigung innovativer Technologien übernommen werden könne, so Hald. „Aber nicht nur das: Der neue Forschungsstandort ist perspektivisch auch ein sehr interessanter Entwicklungspartner für Unternehmen aus dem Automotive- und Non-Automotive-Bereich.“

Varta hat seine Strategie zuletzt mehrfach überarbeitet: 2022 legte das Unternehmen den Bau einer Fabrik für Automotive-Batterien aus Kostengründen vorerst auf Eis. Eine im August 2023 getroffene Abnahmevereinbarung sprach jedoch bereits dafür, dass der deutsche Batteriehersteller weiter an der Serienproduktion von Batteriezellen für Elektroautos arbeitet. Laut übereinstimmenden Medienberichten aus Südkorea ernannte Varta seinerzeit das Unternehmen SK Nexilis zum exklusiven Lieferanten von Anoden-Kupferfolie.

Technologie und Know-how hat Varta jedenfalls parat: Im April 2021 stellte die Unternehmen seine Rundzelle V4Drive im Format 21700 als Booster-Batterie vor und kündigte ein halbes Jahr später größere Rundzellen für BEV an. Die Pilotproduktion der V4Drive-Zellen im 21700-Format startete Ende 2021. Die Massenproduktion sollte eigentlich 2023 mit einer Produktionskapazität von mindestens 2 GWh beginnen – bis dieser Plan pausiert wurde.

varta-ag.com

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