USA: Toyota gewährt offenbar 40.000-Dollar-Rabatt auf H2-Pkw Mirai

Der schwache Absatz von Wasserstoffautos in den USA veranlasst Toyota offenbar zu massiven Rabatten. Laut einem Medienbericht bietet der japanische Hersteller für sein H2-Modell Mirai jetzt bis zu 40.000 US-Dollar Nachlass auf den Listenpreis.

Bild: Toyota

Das berichtet das Portal CarsDirect unter Berufung auf eine Mitteilung, die Toyota Mitte des Monats an die Händler verschickt haben soll. Der Listenpreis des Mirai beträgt in Kalifornien – dem einzigen Bundesstaat der USA, in dem der Mirai angeboten wird – regulär 67.095 Dollar. Die genannten 40.000 Dollar Nachlass machen also 60 Prozent des Gesamtpreises aus und münden in einem rabattierten Preis von nur noch 27.095 Dollar. Toyota bietet für den Mirai zudem schon länger eine Null-Prozent-Finanzierung und eine Wasserstoff-Tankkarte im Wert von 15.000 Dollar.

Fakt ist: In den USA sind und bleiben Wasserstoffautos ein kleines Nischensegment. Zwei Pkw-Modelle werden dort verkauft – aber beide aufgrund der mangelnden Infrastruktur nur in Kalifornien. 2023 verkauften sich in dem Bundesstaat alles in allem 2.737 Toyota Mirai und 241 Hyundai Nexo. Insgesamt wurden 2023 in den USA also 2.968 H2-Pkw abgesetzt. Das sind zwar zehn Prozent mehr als 2022, doch der BEV-Markt legte 2023 in den USA um 48 Prozent auf rund 1,1 Millionen verkaufte Einheiten zu.

Auch wenn beide Modelle – angesichts der rasanten Entwicklung bei elektrisch angetriebenen Autos – schon etwas in die Jahre gekommen sind, sind die geringen Verkaufszahlen nicht nur auf die Fahrzeuge selbst zurückzuführen, sondern auch auf die Infrastruktur. Aktuellen Zahlen von H2stations.org zeigen, dass es in ganz Nordamerika nur knapp 100 H2-Tankstellen gibt, größtenteils in Kalifornien. Allerdings gibt es aus den USA Berichte, wonach mehrere dieser Tankstellen „aufgrund technischer Probleme oder wegen Treibstoffmangels außer Betrieb“ waren, wie „InsideEVs“ im Dezember berichtete. Und: Shell kündigte Mitte Februar an, alle seine sieben Wasserstofftankstellen für Pkw in Kalifornien dauerhaft zu schließen. Der Grund: „Versorgungsprobleme und andere externe Marktfaktoren“.

Das sorgt im Pkw-Bereich zum Teil für lange Umwege für das Tanken, wenn man auf den regelmäßigen Strecken nicht an einer der Stationen vorbeikommt. Für Lkw mit planbaren und sich wiederholenden Routen kein Problem, für (private) Pkw hingegen schon eher.

Bei den US-Zahlen des Hydrogen Fuel Cell Partnership fiel jüngst auf, dass vor allem im vierten Quartal 2023 der Absatz der FCEV eingebrochen ist – ohne den Rückgang um 72 Prozent zum Q4 2022 hätte es vielleicht ein neues Rekordjahr gegeben. In Kalifornien sind aber die Wasserstoff-Preise zuletzt enorm gestiegen, an den Tankstellen zum Teil auf bis zu 36 Dollar pro Kilogramm. Das hat das Verbraucherinteresse rapide gebremst – bei Toyota gab es ein Minus von 80 Prozent auf gerade einmal noch 133 Mirai im vierten Quartal.

In Japan ging der Absatz von Wasserstoff-Pkw wie berichtet in den vergangenen zwei Jahren um 83 Prozent zurück – auf gerade einmal 422 Stück in 2023.

carsdirect.com

9 Kommentare

zu „USA: Toyota gewährt offenbar 40.000-Dollar-Rabatt auf H2-Pkw Mirai“
Gregor
27.02.2024 um 15:39
Wir wissen ja das EFuel ja ehe viel besser sind :D... Achja, schon doof wenn man H2 nicht Zuhause nachladen kann.
sebastian
27.02.2024 um 23:13
Normale E-Fuels (Kohlenwasserstoffe, also Benzin/Diesel) sind auch gut und brauchbar und vorallem in der Bestandsflotte von teuren Neuwagen bis zu fast schrottreifen Gebrauchtwagen einsetzbar. Bei Wasserstoffautos wie dem Toyota Mirai haste halt das große Problem, dass du fast nirgendwo tanken kannst und dass die Dinger (trotz jetzigen Rabatt) unglaublich teuer sind. Selbst wenn man die Dinger verschenken würde, würde es keiner haben wollen, da fast niemand eine öffentliche H2-Tankstelle in der Nähe hat.
Michael Louis
28.02.2024 um 20:35
Ich habe einmal eine Probefahrt mit einem Mirai gemacht. Objektiv ist es vielleicht das beste umweltneutrale Auto, das es gibt. Es gab bei mir immer nur so ein mulmiges Gefühl zu der Frage, wie sich der Tank bei einem schweren Unfall verhalten würde. Der Verkäufer entkräftete allerdings diese meine Ängste bzgl. einer 'Bombe auf Rädern' mit Hinweisen aus Schulungen und Datenblättern. Der Preis ist unfassbar. Am Anfang kostete der Mirai glaube ich über 100'000.-- Franken in der Premiumausführung.
Frank
28.02.2024 um 09:33
27000 Dollar sind teuer? Zeige mir ein Batterie in der Größe, was man für den Preis bekommt. Allerdings sind 38 €/kg H2 teuer und zumindest durch die Herstellungskosten nicht zu rechtfertigen. So kriegt man eine Technolgie auch kaputt. Mal schauen, wie es mit H2 LKW in den USA weitergeht. Bei den Entfernungen wäre das eine sehr interessante Option. Allerdings braucht es auch dafür an den Hauptrouten ein Tankstellennetz. Kein Wunder, dass die Hersteller das schon selbst in die Hand nehmen.
Mark Müller
27.02.2024 um 21:14
Ein modernes FCEV (Honda, Stellantis, Renault) hat für den Lokalverkehr (100 - 150 km) eine Batterie, die man zuhause nachladen kann. Das beste aus beiden Welten.
Gregor
28.02.2024 um 08:23
eine paradoxe Beschreibung. Derzeit gibt es keine eFuels aber teure Neuwagen In Zukunft gibt s dann ab 2030 immernoch keine eFuels, aber weniger teure Neuwagen (wenn überhaupt). und mit denn schrottreifen Gebrauchtwagen, wird niemand mehr in Städte fahren dürfen. in Frankreich und Belgien/Antwerpen etc. scheint es ja schon so zu sein, das Verbrenner bis 2030 nicht mehr die Stadtzonen befahren dürfen. Schon heute bekommen viele 150€ Strafe, da sie unangemeldet in die belgischen Zonen waren. Ich denke auch mehr und mehr solche lokalen Zonen werden das Verbrennerfahren nutzlos machen. Daher denke ich auch, das es kein Verbrennerverbot braucht, da der Markt automatisch schrumpfen wird. Daher werden auch eFuels nie existieren, da sie die gleichen Dreckschleudern sind und die Low Emission Zones sie nicht reinlassen werden.
erFahrer
28.02.2024 um 08:37
Danke - der einstige Weltmarktführer und Innovationstreiber (hybrid) hat sich arg verrannt- wie manche ÖPNV-Entscheider es heute in D immer noch tun und sich damit in eine Gesellschaft mit „besonderen“ Regeln einreihen. Beide verlieren damit Jahre für Ihre Unternehmen und den Klimaschutz.
Peter
28.02.2024 um 09:10
Vielleicht sollte man sich von H2 im PKW Bereich trennen Es bringt wenig auf ein totes Pferd zu setzten H2 bleibt halt der Champagner Egal wie man es dreht
Wermagst
28.02.2024 um 21:09
@Michael Louis Der Mirai das beste Auto? Ein 5m langes Schiff mit weniger Platz auf dem Rücksitz und im Kofferraum als in einer Renault Zoe?

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert