Panasonic könnte neues Kansas-Werk um 4680-Produktion erweitern

Panasonic erwägt angeblich eine zusätzliche Investition in seine im Bau befindliche Batteriefabrik in Kansas, um dort auch 4680-er Zellen für Tesla zu produzieren. Eine finale Investitionsentscheidung sei noch nicht gefallen, wird aber bis Ende 2024 erwartet.

Bild: Panasonic

Dass die Japaner in Kansas 2170-Rundzellen fertigen werden, war bereits vor dem Baubeginn in De Soto (nahe Kansas City) im November 2022 bekannt. Das Rundzeilenformat nutzt Panasonic-Großkunde Tesla etwa in einigen Versionen des Model 3 und Model Y, diese Rundzellen werden auch in der gemeinsam betriebenen Gigafactory 1 in Nevada produziert.

Bereits vor Baubeginn hielten sich die Gerüchte, dass dort auch die großvolumigen 4680-Rundzellen für Tesla hergestellt werden könnten. Denn damals hatte Panasonic seine Pilotlinie in Japan bereits in Betrieb und auch erste 4680-Musterzellen an Tesla geliefert. Offiziell ist es für das Kansas-Werk aber bis heute bei einer reinen 2170-Produktion geblieben.

Einem Bericht von „Nikkei“ zufolge könnte sich das aber im Laufe dieses Jahres ändern. Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person könnte die Investition „in etwa den Umfang des aktuellen De-Soto-Werks von Panasonic“ umfassen. Bisher ist von einer Investition von rund vier Milliarden US-Dollar die Rede, umgerechnet 3,65 Milliarden Euro. Trifft die Aussage des Informanten zu, würden die Japaner in Summe bis zu acht Milliarden Dollar in Kansas investieren.

Die zusätzliche Kapazität soll für die Produktion von 4680-Rundzellen genutzt werden. Bisher setzt vor allem Tesla auf dieses Zellformat. Andere Autobauer schwenken zwar auch auf großvolumige Rundzellen mit 46 Millimetern Durchmesser um, nutzen aber ein anderes Format. BMW verbaut in der kommenden Neuen Klasse auch Rundzellen, diese sind aber höher als 80 Millimeter.

Das Portal „Teslarati“ verweist in seinem Artikel auf frühere Berichte, wonach Panasonic aufgrund der Baukosten in den USA bereits einen beträchtlichen Teil seines ursprünglichen Investitionsbudgets für den Standort De Soto ausgegeben haben soll. Eine Erweiterung wäre mit Mitteln aus dem ursprünglichen Budget also wohl nicht möglich, weshalb ein neuer Investitionsbeschluss gefasst werden muss.

Zwar passen die aktuellen Informationen zu den Gerüchten aus dem Jahr 2022 und der langjährigen Partnerschaft zwischen Panasonic und Tesla. Ob und wann Panasonic 4680-Zellen aus Kansas an Tesla liefern könnte, ist aber nicht bekannt. Das Werk befindet sich seit knapp anderthalb Jahren im Bau, es wurde dort aber noch keine Zelle hergestellt. Wenn die grundlegende Infrastruktur bereits vorhanden ist, könnte ein Erweiterungsbau vermutlich schneller realisiert werden. Klar ist aber auch: Nicht nur Panasonic will die 4680-Produktion hochfahren, sondern auch Konkurrenten wie LGES.

nikkei.com (Paywall), teslarati.com

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