BNetzA: Öffentliche Ladeinfrastruktur in 2023 um 40 Prozent gewachsen

Die Bundesnetzagentur hat neue Zahlen zum Stand der Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Deutschland veröffentlicht. Sie beziehen sich auf den Ausbau am 1. Januar 2024. Zum Stichtag waren bei der Bundesnetzagentur insgesamt 123.449 öffentliche Ladepunkte gemeldet – ein Zuwachs von rund 40 Prozent innerhalb eines Jahres.

Bild: Daniel Bönnighausen

Zum Stichtag 1. Januar 2023 waren es noch 88.313 Ladepunkte, die laut der Statistik der Bundesnetzagentur (BNetzA) öffentlich zugänglich waren. Im Laufe des Jahres 2023 sind also 35.136 öffentliche Ladepunkte hinzugekommen. Die über 123.000 Ladepunkte verteilen sich auf 66.243 „Ladeeinrichtungen“, also Ladesäulen – macht im Schnitt 1,86 Ladepunkte je Säule. Hinweis der Redaktion: Im März 2023 hatte die BNetzA für den 1. Januar 2023 noch 80.541 öffentliche Ladepunkte gemeldet. Diese Zahlen werden aber im Nachhinein noch korrigiert, daher liegt der Wert aus der aktuellen Veröffentlichung für den 1. Januar 2023 über jenem aus der ursprünglichen Veröffentlichung.

Die Anzahl der Normalladepunkte bis 22 kW ist um 34 Prozent auf 98.216 Ladepunkte gewachsen – es gab Anfang 2024 also mehr AC-Ladepunkte als nur ein Jahr zuvor der gesamte Bestand erreicht hatte. Die Schnelllader konnten in 2023 um 68 Prozent zulegen, konkret von 15.008 auf 25.233 Ladepunkte. Und innerhalb der Schnelllader-Kategorie konnten die Leistungsklassen mit 149 bis 299 kW den Bestand sogar mehr als verdoppeln – von 4.259 Ladepunkten ging es um 108 Prozent auf 8.849 Ladepunkte. Auch das Top-Segment mit mehr als 299 kW konnte mit 69 Prozent überdurchschnittlich wachsen, hier waren zum Jahreswechsel 6.621 Ladepunkte in der Statistik. Das heißt: Die Anzahl der Schnelllader mit 150 kW und mehr ist von 8.174 auf 15.470 Ladepunkte gewachsen.

An den über 123.000 öffentlichen Ladepunkten standen 4,3 GW installierte Ladeleistung zur Verfügung. Damit ist die Ladeleistung binnen eines Jahres um 61,6 Prozent gewachsen, denn zum Jahreswechsel 2022/2023 waren „nur“ 2,69 GW verfügbar. Auch hier schlägt sich das Wachstum im Schnelllade-Segment deutlich nieder. Geht man noch etwas weiter zurück und blickt etwa auf die installierte Leistung zum Stichtag 1. Januar 2020, wird die Entwicklung der Ladeinfrastruktur noch deutlicher: Damals standen nur 0,83 GW zur Verfügung – weniger als ein Fünftel der Leistung, die am 1. Januar 2024 zur Verfügung stand.

Bei den Bundesländern liegt nach wie vor das bekannte Trio Bayern (25.058 Ladepunkte), Nordrhein-Westfalen (22.709 LP) und Baden-Württemberg (21.812 LP) vorne – in diesen drei Bundesländern wurde die Ladeinfrastruktur in etwa auf dem Niveau des gesamtdeutschen Schnitts ausgebaut, die Wachstumsraten liegen zwischen 36 und 40 Prozent. Erwähnenswert ist etwa Niedersachsen, das mit einem Plus von 39 Prozent jetzt ebenfalls auf eine fünfstellige Anzahl an öffentlichen Ladepunkten kommt, konkret sind es 12.077 Ladepunkte. Mit 73 Prozent die höchste Wachstumsrate gab es in Brandenburg (auf 3.126 LP), knapp gefolgt von Berlin (+70 Prozent auf 4.194 LP). Am wenigsten hat sich in Hamburg getan – hier ist die öffentliche Ladeinfrastruktur um 23 Prozent auf 2.684 Ladepunkte gewachsen, war aber schon zuvor auf einem hohen Niveau für einen Stadtstaat.

Die 123.449 öffentlichen Ladepunkte werden von stolzen 8.186 Firmen betrieben. Die drei größten sind EnBW mobility+ (6.460 LP), E.ON Drive (4.289 LP) und Tesla mit 2.703 Ladepunkten. Oftmals werden öffentlich zugängliche Ladepunkte aber von Stadtwerken oder kleineren Anbietern betrieben. Was interessant ist: Die Zahl der Betreiber wächst stetig! Die Anzahl der Betreiber lag laut der BNetzA zum 1. Juli 2023 noch bei 6.699 Unternehmen, zum Jahresbeginn 2023 waren noch 5.444 Ladepunkt-Betreiber registriert. Im Laufe von 2023 ist die Zahl der Betreiber also um 50 Prozent gewachsen.

Bei Statistiken zum Ladesäulen-Bestand ist die Datenbasis entscheidend, wenn man unterschiedliche Veröffentlichungen miteinander vergleichen will. Das Ladesäulenregister der BNetzA hat das Ziel, „der Öffentlichkeit valide Daten und Informationen zur öffentlichen Ladeinfrastruktur zur Verfügung zu stellen“ – die Daten werden etwa von Behörden und Forschungseinrichtungen genutzt. So basiert etwa die Statistik der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur auf dem Ladesäulenregister, bereinigt diese Grundlage aber selbst. Daher kommt es immer wieder zu unterschiedlichen Angaben.

So kam etwa der BDEW auf 118.163 öffentliche Ladepunkte am 1. Januar 2024 und einen Zuwachs von 32.733 Ladepunkten – beides liegt etwas unter den Werten, die die BNetzA jetzt veröffentlicht hat. Bei der installierten Ladeleistung kommt die BDEW-Statistik mit 5,4 GW jedoch auf einen höheren Wert.

bundesnetzagentur.de

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